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Urlaubsanspruch: Wenn ein Mitarbeiter für längere Zeit krank wird

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Arbeitsrecht Urlaubsanspruch

Von Günter Stein,

Was passiert eigentlich, wenn ein Mitarbeiter für längere Zeit krank wird mit seinem Urlaub? In diesem Fall müssen Sie in Bezug auf die Urlaubsansprüche aufpassen! Denn hier hat sich in letzter Zeit das Recht komplett geändert!

Grundsätzlich gilt: Die Resturlaubsansprüche in normal verlaufenden Arbeitsverhältnissen aus dem Vorjahr verfallen spätestens zum 31. März des Folgejahres. Aber: Wenn Sie einen Arbeitnehmer beschäftigen, der langzeiterkrankt ist, sieht das anders aus.

Resturlaub in Höhe des Mindesturlauibsanspruchs bleibt bestehen

Konnte ein solcher Mitarbeiter seinen Urlaub aus 2009 in 2009 nicht nehmen und war am 31. März 2010 immer noch erkrankt, sodass er ihn auch im Übertragungszeitraum nicht nehmen konnte, wird dieser Resturlaub fortgeschrieben, und zwar in Höhe des gesetzlichen Mindesturlaubsanspruchs: 20 Tage für Vollzeitkräfte mit Fünf-Tage-Woche, plus fünf Tage gesetzlicher Zusatzurlaub für Schwerbehinderte, falls Ihr Arbeitnehmer zu mindestens 50 Prozent schwerbehindert ist.

Wann der Urlaubsanspruch zum Jahresende verfällt - und wann nicht

Das heißt: Wenn ein Mitarbeiter seinen Urlaub nicht nimmt, obwohl er ihn hätte nehmen können, verfällt der Urlaubsanspruch – wie in § 7 Bundesurlaubsgesetz vorgesehen – am Jahresende oder spätestens am 31. März des Folgejahres. Kann ein Mitarbeiter seinen Urlaub aber wegen Arbeitsunfähigkeit nicht nehmen, verfällt der gesetzliche Urlaubsanspruch nicht mehr – inklusive ggf. gesetzlichem Zusatzurlaub für Schwerbehinderte (BAG, Urteil vom 24. März 2009, Az. 9 AZR 983/07 und BAG, Urteil v. 23.3.2010, 9 AZR 128/09).

Urlaubsanspruch nach zwei Jahren Krankheit

Beispiel: Ist ein Mitarbeiter mit vertraglich geregelten 30 Urlaubstagen pro Jahr zwei Jahre lang krank gewesen (und hat in beiden Jahren seinen Urlaub nicht nehmen können) und kommt im Juli 2010 zurück zur Arbeit, hat er noch folgende Urlaubstage gut:

aus 2008: 20 Arbeitstage

aus 2009: 20 Arbeitstage

aus 2010: 30 Arbeitstage

Sein Urlaubsguthaben beträgt also 70 Arbeitstage. Ist der Arbeitnehmer schwerbehindert (mindestens 50-Prozent-Grad der Behinderung), kommen noch einmal jeweils fünf Tage hinzu.

Wichtig: Teilt Ihnen der Mitarbeiter aus dem Beispiel im Juli 2010 mit, dass er nicht mehr an den Arbeitsplatz zurückkehrt, muss der Arbeitgeber ihm diese 70 Tage ausbezahlen.

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