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Urlaub ist bekanntlich die schönste Zeit des Jahres. Allerdings nur für den, der selbst Urlaub hat. Für Sie als Personalverantwortlichen ist Urlaub...

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Urlaubsanspruch: Wie Sie den Urlaub richtig berechnen

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Arbeitsrecht Urlaubsanspruch

Von Günter Stein,

Vollzeiter oder Teilzeiter – und der eine Mitarbeiter geht mitten im Jahr, der andere kommt gerade neu – Sie kennen das. Aber das Problem ist: Wie berechnen Sie den Urlaub für die einzelnen Mitarbeiter?

Urlaubsanspruch: Umrechnung von Werktagen in Arbeitstage

Arbeitnehmer haben Anspruch auf mindestens 24 Werktage Urlaub (auch der Samstag ist ein Werktag!). Das Bundesurlaubsgesetz geht also von einer 6-Tage-Woche aus. Arbeitet Ihr Betrieb nur in einer 5-Tage-Woche, dann müssen Sie den Urlaubsanspruch von 24 Werktagen auf Arbeitstage umrechnen:

24 Werktage Urlaub : 6 Werktage = 4 Wochen

4 Wochen x 5 Arbeitstage = 20 Arbeitstage Urlaub

Urlaubsanspruch: Wenn Ihre Mitarbeiter in Teilzeit arbeiten

Beschäftigen Sie Mitarbeiter in Teilzeit, dann müssen Sie eventuell wieder rechnen:

ReaktionsmöglichkeitKonsequenz
Teilzeitarbeit in der 5-Tage-WocheTeilzeiter haben den gleichen Urlaubsanspruch wie Vollzeiter
Teilzeiter arbeiten nur an ein paar Tagen in der WocheHier lautet die Formel:
(Anzahl der Urlaubstage der Vollzeitkraft x Arbeitstage pro Woche der Teilzeitkraft) / Arbeitstage pro Woche der Vollzeitkraft
Die Teilzeit verteilt sich unregelmäßig (etwa im Wechsel mal auf 2, mal auf 3 Tage)Hier nehmen Sie einen längeren Bezugszeitraum, um eine gewisse Regelmäßigkeit festzustellen (z. B. 13 Wochen) und rechnen dann:
(Urlaubstage im Unternehmen x Arbeitstage des Mitarbeiters über 13 Wochen) / Arbeitstage der übrigen Vollzeitmitarbeiter über 13 Wochen

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Urlaubsanspruch: Wenn sich die Arbeitszeit ändert

Es kann auch sein, dass sich die Arbeitszeit eines Mitarbeiters einmal mitten im Jahr ändert.

Entweder er reduziert auf weniger Stunden, oder ein Teilzeiter stockt seine Arbeitszeit auf. In diesem Fall müssen Sie ab dem Zeitpunkt der Arbeitszeitänderung auch den Urlaubsanspruch entsprechend ändern.

Beispiel: Eine Vollzeitkraft (5-Tage-Woche) wechselt ab 1.5.2013 in die 3-Tage-Woche. Der Urlaubsanspruch für Vollzeitkräfte beträgt 30 Tage pro Jahr. Davon stehen der Mitarbeiterin 10 Tage (= 30 : 12 x 4) für die Zeit bis 30.4.2012 zu. Die verbleibenden 20 Tage für die Zeit ab 1.5.2012 werden entsprechend der nun geringeren Arbeitszeit umgerechnet auf 20 : 5 x 3 = 12 Tage. Damit stehen der Mitarbeiterin 2013 10 + 12 = 22 Tage Urlaub zu.

Urlaubsanspruch: Wenn Mitarbeiter während des laufenden Kalenderjahrs ein- oder austreten

Jeder Mitarbeiter hat erst nach 6-monatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses Anspruch auf den vollen Jahresurlaub. Tritt Ihr Mitarbeiter nun mitten im Kalenderjahr ein und hat er wegen Nichterfüllung dieser Wartezeit im Eintrittsjahr noch keinen vollen Jahresurlaubsanspruch, dann erwirbt er zumindest für jeden vollen Monat des Bestehens des Arbeitsverhältnissen Anspruch auf 1/12 des Jahresurlaubs.

Beispiel: Ihre Arbeitnehmer haben 24 Arbeitstage Urlaub. Herr Sobetzko tritt am 1.11.2012 ein. Die Wartezeit läuft bei ihm erst mit dem 30.4.2013 ab. Herr Sobetzko hat mangels erfüllter Wartezeit für 2012 nur 4 Tage anteiligen Urlaub (= 2/12 von 24 Tagen).

Scheidet ein Mitarbeiter noch vor erfüllter Wartezeit wieder aus, wird ebenfalls gezwölftelt:

Beispiel: Herr Sobetzko tritt schon zum 31.1.2013 wieder aus. Er erhält für 2013 noch 1/12 von 24 Tagen, also 6 Tage Urlaub.

Ebenso wird gezwölftelt, wenn Ihr Mitarbeiter die Wartezeit erfüllt hat und dann in der 1. Kalenderjahreshälfte (mit Ablauf 30.6.) wieder austritt. Bleibt er aber bis ins 2. Halbjahr, dann kann er den kompletten Jahresurlaub verlangen.

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