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Urlaub ist bekanntlich die schönste Zeit des Jahres. Allerdings nur für den, der selbst Urlaub hat. Für Sie als Personalverantwortlichen ist Urlaub...

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Wann dürfen Sie Ihren Resturlaub ins Jahr 2011 WIRKLICH mitnehmen?

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Resturlaub Urlaubsanspruch

Von Günter Stein,

Vielleicht waren Sie oder einige Ihrer Mitarbeiter im Laufe des Jahrs 2010 aufgrund der Auftragslage derart gefordert, dass Sie/sie einen Großteil ihres Erholungsurlaubs nicht nehmen konnten. Oder es war ein Kollege längere Zeit erkrankt, und ein anderer Mitarbeiter musste sein Aufgabengebiet mit übernehmen und konnte deshalb keinen Urlaub machen. Dann stellt sich schnell die Frage: Was passiert mit dem Resturlaub?

Vielleicht waren Sie oder einige Ihrer Mitarbeiter im Laufe des Jahrs 2010 aufgrund der Auftragslage derart gefordert, dass Sie/sie einen Großteil ihres Erholungsurlaubs nicht nehmen konnten. Oder es war ein Kollege längere Zeit erkrankt, und ein anderer Mitarbeiter musste sein Aufgabengebiet mit übernehmen und konnte deshalb keinen Urlaub machen. Dann stellt sich schnell die Frage: Was passiert mit dem Resturlaub?

So regelt der Gesetzgeber den Resturlaub

Grundsätzlich sieht das Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) vor, dass der Urlaub auf das laufende Kalenderjahr befristet ist und mit dem Ende des Urlaubsjahrs erlischt (§ 7 Abs. 3 BUrlG).

Resturlaub: Das ist die Ausnahme

Wenn wichtige betriebliche oder persönliche Gründe verhindern, dass ein Mitarbeiter seinen Urlaub im laufenden Jahr nehmen kann, sieht der Gesetzgeber eine Übertragung des Resturlaubs bis zum 31. März des folgenden Kalenderjahrs vor (§ 7 Abs. 3 Satz 2, 3 BUrlG).

Das heißt: Ab dem 1. April 2011 ist der Anspruch Ihres Mitarbeiters verfallen. Das gilt auch dann, wenn Ihr Mitarbeiter ihn krankheitsbedingt nicht nehmen kann.

Beachten Sie die Arbeits- und Tarifverträge

In vielen Arbeits- und Tarifverträgen ist ausdrücklich vereinbart, dass der Resturlaub bis zu einem bestimmten Termin auf das nächste Jahr übertragen werden darf, manchmal sogar über die gesetzlichen Grenzen hinaus.

Wenn Sie in Ihren Arbeitsverträgen nichts Derartiges geregelt haben und auch keinem Tarifvertrag unterliegen, gelten für Ihre Mitarbeiter die gesetzlichen Regelungen.

In der Praxis sind Unternehmen – was die Urlaubsübertragung angeht – jedoch häufig kulant. Viele regeln mit ihren Mitarbeitern, dass sie bis weit in das nächste Jahr hinein (z. B. bis 30.09.2011) Zeit haben, den noch nicht verbrauchten Urlaub aus dem Jahr 2010 nachzuholen, vor allem, wenn sie aus betrieblichen Gründen gehindert waren, ihn in 2010 zu nehmen. Rechtlich erzwingen können Ihre Mitarbeiter eine derart großzügige Lösung von Ihnen aber nicht.

Das gilt für Ihre neuen Mitarbeiter beim Resturlaub

War ein neuer Mitarbeiter Ende 2010 weniger als sechs Monate in Ihrem Unternehmen beschäftigt, kann er von Ihnen verlangen, dass sein Teilurlaub auf 2011 übertragen wird. Dies gilt für alle Mitarbeiter, die in der zweiten Jahreshälfte 2010 bei Ihnen angefangen haben. In diesen Fällen dürfen die betreffenden Mitarbeiter ihren Resturlaub beliebig im weiteren Verlauf des Jahrs 2011 antreten.

Voraussetzung: Diese Mitarbeiter haben Ihnen noch in 2010 mitgeteilt, dass sie ihren Urlaub ins neue Jahr „mitnehmen“ wollen.

Beachten Sie: Jeder Mitarbeiter muss seinen Antrag auf Urlaubsübertragung ins Jahr 2011 – gleichgültig aus welchen Gründen – bis Jahresende 2010 bei Ihnen schriftlich beantragt haben. Wenn ein Mitarbeiter dies nicht tut, entfällt der Anspruch auf Übertragung des Urlaubs auf 2011 ersatzlos (BAG, Az: 9 AZR 279/02). Ein weiterer wichtiger Grund für Mitarbeiter, den Antrag rechtzeitig noch in 2010 gestellt zu haben ist, dass er im Streitfall vor Gericht nachweisen muss, den Antrag auf Urlaubsübertragung gestellt zu haben.

Vorsicht: Wenn ein Mitarbeiter keinen rechtzeitigen schriftlichen Antrag gestellt hat, steht es Ihnen grundsätzlich frei, den Resturlaub aus 2010 noch in 2011 zu gewähren oder nicht. War es allerdings in den vergangenen Jahren in Ihrem Unternehmen allgemein üblich, dass der Urlaub ohne entsprechende schriftliche Anfrage ins neue Jahr mitgenommen werden durfte, sind Sie – aufgrund der betrieblichen Übung – auch in diesem Jahr dazu verpflichtet, dies so zu handhaben.

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