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Urlaub ist bekanntlich die schönste Zeit des Jahres. Allerdings nur für den, der selbst Urlaub hat. Für Sie als Personalverantwortlichen ist Urlaub...

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Wieviel Urlaubsanspruch Teilzeitkräfte tatsächlich haben

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Von Günter Stein,

Die Frage: Unsere Teilzeitkraft xy ist der Meinung, dass Sie einen höheren Urlaubsanspruch hat, als wir es errechnet haben. Sie ist von Voll- auf Teilzeit gewechselt. Ehe wir uns auf lange Diskussionen einlassen: Wie wird der Urlaub denn nun genau berechnet?

 

Antwort: Wechselt ein Mitarbeiter von Vollzeit in Teilzeit, reduziert sich sein Urlaubsanspruch entsprechend. Resturlaubsansprüche aus der Vollzeitarbeit müssen Sie jedoch entgegen der früheren BAG-Rechtsprechung voll gewähren (EuGH, 22.4.2010, C-486/08).
Resturlaub aus Vorjahren darf nicht gekürzt werden

Was das Kürzungsverbot für Resturlaub konkret bedeutet, zeigt das folgende Beispiel:
Angenommen, Ihre bisher vollzeitbeschäftigte Mitarbeiterin hatte bei 5 Arbeitstagen pro Woche 30 Urlaubstage pro Jahr. Seit 1.1.2012 arbeitet sie nur noch 3 Tage pro Woche. Damit hat sie ab 2012 Anspruch auf 30 : 5 x 3 = 18 Urlaubstage pro Jahr. Das entspricht – wie zuvor – 6 Wochen Urlaub.
Wenn sie nun 2011 von den ihr zustehenden 30 Urlaubstagen nur 20 Tage nehmen konnte, bleiben ihr 10 Tage (= 2 Wochen) Resturlaub. Diese 10 Tage müssen Sie ihr nach Auffassung des EuGH 2012 gewähren. Eine nachträgliche Umrechnung von Urlaubsansprüchen, die ein Mitarbeiter in einer Zeit der Vollzeitbeschäftigung erworben hat, ist nicht mehr zulässig. Aus den 2 Wochen Urlaub aus 2011 werden damit mehr als 3 Wochen Urlaub im Jahr 2012.
Das bedeutet für Sie: Sie sollten darauf achten, dass betroffene Mitarbeiter ihren Vollzeiturlaub vor dem Wechsel in die Teilzeitbeschäftigung nehmen. Auch den Mitarbeiterinnen, die demnächst in Mutterschutz und Elternzeit gehen, sollten Sie ihren Urlaub möglichst vorher erteilen. Denn eine anschließende Teilzeitbeschäftigung ist sehr wahrscheinlich. Urlaub, den die Mitarbeiterin vor Beginn der Mutterschutzfrist nicht genommen hat, kann sonst zu einem sehr langen Urlaub nach der Elternzeit führen.

 

So rechnen Sie im Jahr des Arbeitszeitwechsels

Der EuGH lehnt in seiner Entscheidung nur die rückwirkende Umrechnung von bei Vollzeitbeschäftigung erworbenen Urlaubsansprüchen ab. Bei vorausschauender Betrachtung bleibt es aber bei der anteiligen Urlaubsberechnung. Die Mitarbeiterin hat im Beispiel oben ab 2012 also definitiv einen Urlaubsanspruch von 18 Tagen pro Jahr. Darin sind sich BAG und EuGH einig.
Bislang ist jedoch nicht entschieden, wie sich der Urlaubsanspruch berechnet, wenn ein Mitarbeiter seine Arbeitszeit im Laufe des Kalenderjahres reduziert. Dem EuGH-Urteil zufolge dürfte eine getrennte Berechnung des Urlaubsanspruchs für die Zeit der Vollzeitbeschäftigung bzw. der Teilzeitbeschäftigung erforderlich sein.
Beispiel:

Eine Vollzeitkraft (5-Tage-Woche) wechselte am 1.5.2012 in die 3-Tage-Woche. Der Urlaubsanspruch für Vollzeitkräfte beträgt 30 Tage pro Jahr. Davon stehen der Mitarbeiterin 10 Tage (= 30 : 12 x 4) für die Zeit bis 30.4. zu. Die verbleibenden 20 Tage für die Zeit ab 1.5.2012 werden entsprechend der nun geringeren Arbeitszeit umgerechnet auf 20 : 5 x 3 = 12 Tage. Damit stehen der Mitarbeiterin 2012 10 + 12 = 22 Tage Urlaub zu.
Ob sie diese vor oder nach dem 1.5.2012 nimmt, spielt rechtlich keine Rolle. Sofern Sie keinen Betriebsurlaub anordnen, können Sie die Mitarbeiterin auch nicht zwingen, die 10 Tage Vollzeiturlaub bis Anfang Mai zu nehmen.

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