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Werkstudentenprivileg aberkannt: Wann der Student Ihrer GmbH Sozialbeiträge erstatten muss

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Von Sebastian Jördens,

Bis zum Beginn der Ferienzeit ist ist es nicht mehr lange hin. In vielen GmbHs werden dann verstärkt Studenten als Aushilfskräfte beschäftigt. Die Beschäftigung sogenannter Werkstudenten hat handfeste finanzielle Vorteile: Sie sind von den Beiträgen zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung befreit. Beiträge werden lediglich in der Rentenversicherung und in der Unfallversicherung fällig (§ 6 Abs. 1 Nr. 3 SGB V).

Das Werkstudentenprivileg greift aber nur, wenn

  1. ein Student ordentlich in einer Hochschule eingeschrieben ist und
  2. das Studium gegenüber der Arbeit im Vordergrund steht.

Achten Sie deshalb vor der Einstellung und auch während der Beschäftigung darauf, dass folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

Ordentlicher Studierender

Lassen Sie sich vor einer Beschäftigung eine Immatrikulationsbescheinigung der Universität oder Fachhochschule vorlegen und nehmen Sie eine Kopie davon zu den Personalakten. Achten Sie auch darauf, dass Sie keine Langzeitstudenten einstellen. Denn wenn jemand bereits länger als 25 Semester eingeschrieben ist, wird das Werkstudentenprivileg in der Regel aberkannt (Richtlinie für die Beschäftigung von Studenten, Praktikanten und ähnlichen Personen, 27.7.2004, Tz. 1.2.2). Kommen weitere Indizien für die Beschäftigung als normaler Arbeitnehmer hinzu, kann das Werkstudentenprivileg auch schon ab dem 14. Semester bzw. dem 30. Lebensjahr des Studenten verloren gehen.

Wird ein Student wärend eines laufenden Beschäftigungsverhältnisses in allen Zweigen der Sozialversicherung versicherungspflichtig, bekommt er eine Mitteilung seiner Krankenkasse. Er muss Ihrer GmbH den Statuswechsel dann umgehend mitteilen. Informiert der Student Ihre GmbH nicht und müssen deshalb später Sozialversicherungsbeiträge nachentrichtet werden, hat die GmbH Anspruch auf Erstattung der nachgezahlten Arbeitnehmerbeiträge vom Studenten (LAG Berlin-Brandenburg, 26.11.2010, Az: 6 Sa 1814/10).

Studium steht im Vordergrund

Weitere Voraussetzung für das Werkstudentenprivileg: Ein ordentlich eingeschriebener Student muss erkennen lassen, dass er sein Studium ernsthaft verfolgt. Dafür werden folgende Kriterien herangezogen (Richtlinie für die Beschäftigung von Studenten, Praktikanten und ähnlichen Personen, 27.7.2004, Tz. 1.2):

  • Der Student arbeitet ausschließlich in den Semesterferien in Ihrer GmbH oder ausnahmsweise bis zu 2 Wochen über die Semesterferien hinaus.
  • Außerhalb der Semesterferien beschäftigen Sie den Studenten mit höchstens 20 Stunden pro Woche.
  • Die Aushilfstätigkeit findet ausschließlich in Abend- und Nachtstunden sowie an freien Tagen (Feiertagen sowie Samstagen und Sonntagen) statt. Die Zahl der Wochenstunden ist dann unerheblich.  

Warum Sie Werkstudenten nicht als Minijober beschäftigen sollten

Verdient ein Student in Ihrer GmbH als Minijobber nicht mehr als 400 Euro pro Monat, wird er zwar komplett von der Sozialversicherung  befreit – auch von der Rentenversicherung. Dafür muss Ihre GmbH die Pauschalbeiträge von rund 30 % an die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft- Bahn-See entrichten. Es wird sich für Ihre GmbH deshalb oftmals rechnen, dem Studenten einen etwas höheren Lohn zu zahlen, um die 400-Euro-Grenze zu überwinden und ihn als Werkstudent zu beschäftigen. Dann trägt Ihre GmbH nur den Arbeitgeberbeitrag zur Rentenversicherung und die Beiträge zur Unfallversicherung.

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