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Betriebsveranstaltung: Freigrenze wird neu berechnet – 2 wichtige BFH-Urteile

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Nach der aktuellen Gesetzeslage müssen Zuwendungen eines Arbeitgebers in Zusammenhang mit einer Betriebsveranstaltung nicht als geldwerter Vorteil versteuert werden, solange die Freigrenze von 110 Euro pro Arbeitnehmer nicht überschritten wird.

Bei der Frage, wie diese Freigrenze genau zu berechnen ist, ist der Bundesfinanzhof (BFH) in 2 Entscheidungen von seiner bisherigen Linie abgewichen.

So dürfen die Finanzämter bei der Berechnung nur noch die Leistungen berücksichtigen, die den einzelnen Teilnehmern tatsächlich direkt zugutekommen.

Das bedeutet, dass nur die Kosten den teilnehmenden Arbeitnehmern zuzurechnen sind, die ihren unmittelbaren Konsum betreffen, also Speisen und Getränke.

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Weitere Kosten des Arbeitgebers, wie beispielsweise die Saalmiete oder das Honorar für die durchführende Eventagentur, werden hingegen nicht als direkte Bereicherung der Teilnehmer gesehen und müssen daher bei der Ermittlung der Zuwendung unberücksichtigt bleiben.

Im 1. Streitfall hatte der Arbeitgeber seine Mitarbeiter anlässlich eines Firmenjubiläums zu einem Event in ein Fußballstadion eingeladen.

Bei der Ermittlung der Freigrenze hatte das Finanzamt sämtliche Kosten, also Künstler, Eventveranstalter, Stadionmiete und Catering, berücksichtigt.

Nach dieser Berechnung wurde die Freigrenze pro Mitarbeiter überschritten. Gegen diese Auffassung klagte das Unternehmen; der BFH hob die Entscheidung auf und gab der Klage statt.

Der äußere Rahmen der Veranstaltung, darunter die Stadionmiete, hätte bei der Berechnung nicht berücksichtigt werden dürfen.

Auch das 2. Urteil des BFH zu einem ähnlich gelagerten Fall fiel sehr arbeitnehmerfreundlich aus. Demnach hat das Finanzamt die Kosten einer Betriebsveranstaltung auf alle Teilnehmer umzurechnen und nicht nur auf die Angestellten der Firma.

Nehmen beispielsweise auch Familienangehörige an dem Fest teil, so sind sie bei der Berechnung der Zuwendung für den Einzelnen einzubeziehen.

Auch dürfen nach dem Urteil des BFH die Kosten, die auf Familienangehörige entfallen, nicht dem jeweiligen Arbeitnehmer zugerechnet werden (BFH, 16.5.2013, Az. VI R 94/10 und VI R 7/11).

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