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Entgelterhöhungen gibt das Budget eines Unternehmens nicht immer her – zudem bleibt den Beschäftigten nach Abzug von Lohnsteuer und...

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So regeln Sie Lohnsteuer und Sozialversicherung bei Arbeitgeberdarlehen

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Urheber: contrastwerkstatt | Fotolia

Von Britta Schwalm,

Die Unternehmensberatung Towers Watson hat kürzlich die Top 5 der steuerfreien Entgeltextras als Alternative zur Gehaltserhöhung ermittelt. Nach der Handynutzung auf Platz 1 folgen die vergünstigten Arbeitgeberdarlehen auf Platz 2. Vor allem um Mitarbeiter langfristig zu binden und zu motivieren, gewähren immer mehr Betriebe ihren Mitarbeitern Darlehen – etwa zur Finanzierung von Fortbildungen oder für den Erwerb von Wohneigentum – meistens zu besonders günstigen Konditionen. Für Sie in der Lohn- und Gehaltsabrechnung ist die Ermittlung von Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträgen für diese Leistung allerdings eine komplizierte Aufgabe.

Erhalten Mitarbeiter eine Entgelterhöhung, bleibt davon nach Abzug von Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträgen netto meist nicht viel übrig. Immer mehr Betriebe gehen deshalb dazu über, ihren Beschäftigten alternativ zur klassischen Entgelterhöhung lohnsteuer- und beitragsfreie Extras zu gewähren – häufig in Form von sogenannten Sachbezügen.

Achtung: Obwohl es sich bei einem Darlehen an Mitarbeiter streng genommen um Geld handelt, zählt ein Zinsvorteil bei einem vergünstigten Darlehen ebenfalls zu den Sachbezugswerten.

Bei Darlehen über 2.600 € kommt es zu einem geldwerten Vorteil, wenn die Verzinsung günstiger als die marktübliche ist.

Beispiel: Der marktübliche Zinssatz beträgt 4 %, ein Mitarbeiter erhält ein Arbeitgeberdarlehen, das mit 3 % verzinst wird. Der geldwerte Vorteil beträgt monatlich 1 % der Darlehenssumme.

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Maßgeblich ist dabei während der gesamten Vertragslaufzeit der Zinssatz, der bei Vertragsschluss vereinbart wurde. Ausnahme: Es wurde ein variabler Zinssatz vereinbart.

Bei Darlehen, die den Betrag von 2.600 € nicht übersteigen, kommt es nicht zu einem steuerpflichtigen (und beitragspflichtigen) geldwerten Vorteil. Das gilt selbst dann, wenn Ihr Unternehmen auf eine Verzinsung vollständig verzichtet.

Hier erhalten Sie den Zinssatz

Aus Vereinfachungsgründen dürfen Sie für die Beurteilung, ob ein Zinssatz marktüblich ist, die bei Vertragsschluss von der Deutschen Bundesbank zuletzt veröffentlichten Effektivzinssätze heranziehen und hiervon einen Abschlag von 4 % vornehmen. Den für den jeweiligen Monat aktuellen Zinssatz erhalten Sie unter http://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Statistiken/ESZB_Statistiken/Zinssaetze_MFI/eszb_table_view_node.html?statisticId=interest_rates.

Berechnungsbeispiel: Ihr Unternehmen gewährt einem Mitarbeiter ein Darlehen in Höhe von 10.000 € zu einem monatlich zu entrichtenden Effektivzins in Höhe von 2 % jährlich bei einer Laufzeit von 2 Jahren.

So berechnen Sie den geldwerten Vorteil

  1. Suchen Sie den aktuellen Zinssatz heraus:
    Der maßgebliche Effektivzinssatz beträgt 4,85 % (Laufzeit 1 bis 5 Jahre, Kredit an private Haushalte, Stand November 2014).
  2. Berechnen Sie Ihren Maßstabzinssatz:
    4 % von 4,85 % sind 0,194. Damit erhalten Sie einen Maßstabzinssatz von 4,85 % – 0,194 = 4,656 %.
  3. Bestimmen Sie den geldwerten Vorteil:
    Der geldwerte Vorteil für den Mitarbeiter beträgt daher 4,656 % – 2 % (der Zinssatz Ihres Unternehmens) = 2,656 % von 10.000 €. Das sind jährlich 265,60 €. Gehen Sie von einem monatlichen geldwerten Vorteil von 22,13 € aus.

Achtung: Setzen Sie hier die Freigrenze von 44 € monatlich an, können Sie den geldwerten Vorteil aus dem Darlehen lohnsteuer- und beitragsfrei belassen.

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