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Angehörige beschäftigen: So sind Sie auf der sicheren Seite

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Von Astrid Engel,

Ihre Tochter verteilt Flyer für Sie, Ihr Ehemann fährt bestellte Waren zu Ihren Kunden? Wenn Sie Angehörige beschäftigten, ist das grundsätzlich vorteilhaft.

Aber: Finanzämter und Sozialversicherungsträger schauen bei solchen Beschäftigungsverhältnissen derzeit genau hin, wie ein aktuelles Urteil zeigt. Wichtig ist es deshalb für Sie, von Anfang an die Weichen richtig zu stellen. Mit den folgenden Tipps können Sie alle Vorteile nutzen.

Im aktuellen Fall hatte ein Selbstständiger seine Frau mit einem Entgelt von 400 Euro monatlich beschäftigt - er dachte, als "freie Mitarbeiterin". Die Rentenversicherung sah das anders. Sie stufte die Ehefrau als eine abhängig beschäftigte Mitarbeiterin auf Minijob-Basis ein.

Diese Entscheidung war ganz und gar nicht im Sinne der Eheleute. Ziel war eine nicht sozialversicherungspflichtige Mitarbeit. Letztendlich war es ihnen aber nicht gelungen, das Beschäftigungsverhältnis entsprechend auszugestalten.

Aus diesem Grund bestätigte das Hessische Landessozialgericht (LSG) die Auffassung der DRVB (im März 2012 veröffentlichtes Urteil vom 27.10.2011, Az. L 8 KR 335/09).

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Achtung: Gerade bei geringfügiger Mitarbeit von Angehörigen sind die Grenzen zwischen den einzelnen Formen der Beschäftigung fließend. Häufig kommen die Sozialversicherungsträger zu dem Schluss, dass es sich einfach um eine Mithilfe handelt, die innerhalb von Familien üblich ist. Die Folge ist Sozialversicherungsfreiheit und damit keine soziale Absicherung des Mitarbeiters.

Erhält Ihr Ehepartner ein sehr geringfügiges Entgelt, arbeitet aber in Vollzeit, kann eine sozialversicherungsfreie Mitunternehmerschaft angenommen werden. Deshalb sollten Sie zunächst sorgfältig planen, in welcher Form Ihr Angehöriger in Ihrem Unternehmen beschäftigt werden soll.

So fällen Sie die richtige Entscheidung

Überprüfen Sie vor der Einstellung eines Angehörigen, welche Alternative der Beschäftigung für Ihr Unternehmen günstiger ist:

Variante 1: Der Angehörige ist Minijobber

Möchten Sie Ihren Angehörigen als Minijobber beschäftigen, melden Sie ihn bei der Minijob-Zentrale der Knappschaft-Bahn-See an. Ihr Mitarbeiter darf maximal 400 Euro monatlich verdienen und erhält dieses Entgelt vollständig netto ausgezahlt.

Sie führen zusätzlich 30 % vom Entgelt (15 % Rentenversicherung, 13 % Krankenversicherung, 2 % pauschale Lohnsteuer) sowie die Umlagen U2, U3 und ggf. U1 an die Minijob-Zentrale ab. Das Verfahren ist relativ unkompliziert.

Die Vorteile: Der Mitarbeiter erarbeitet sich Rentenansprüche, auch wenn sie gering sind. Alle Ausgaben können Sie als Betriebsausgaben verbuchen.

Die Nachteile: Ihr (Ehe-)Partner hat keine Ansprüche auf Krankengeld und im Fall der Entlassung auf Arbeitslosengeld.

Mutterschaftsgeld erhält eine Mitarbeiterin nur in Höhe von 210 Euro vom Bundesversicherungsamt.

Und Sie müssen die 400-Euro-Grenze sorgfältig im Auge behalten, um eine Nachzahlung von Sozialversicherungsbeiträgen zu vermeiden.

Variante 2: Der Angehörige ist versicherungspflichtiger Mitarbeiter

Verdient Ihr Familienmitglied ab 400,01 Euro monatlich, melden Sie es als versicherungspflichtigen Mitarbeiter bei der zuständigen Krankenkasse an.

Aber Vorsicht! Beschäftigt ein Arbeitgeber sein Familienmitglied gegen ein Entgelt knapp über der Geringfügigkeitsgrenze von 400 Euro, wird ihm von den Sozialversicherungsträgern gern unterstellt, dass die Gestaltung nur deshalb so vorgenommen wurde, um Versicherungspflicht zu erreichen.

Die Folge ist wiederum, dass genau diese nicht anerkannt wird. Besser also, Sie überschreiten die 400 Euro deutlich (z. B. 550 Euro/Monat).

Ihr Vorteil: Auch bei Versicherungspflicht können Sie das Entgelt und alle Aufwendungen für die Sozialversicherung als Betriebsausgabe absetzen.

Zusätzlicher Vorteil: Der Mitarbeiter erhält Versicherungsschutz als abhängig beschäftigter Arbeitnehmer. Er erhält z. B. Arbeitslosengeld, wenn er arbeitslos wird, und Krankengeld, wenn er länger als 6 Wochen arbeitsunfähig krank ist.

Variante 3: Der Angehörige ist nicht versicherungspflichtig

Sozialversicherungsfreiheit eines mitarbeitenden Familienangehörigen erreichen Sie, wenn der Beschäftigte nur sporadisch arbeitet und dafür sehr wenig oder gar kein Entgelt erhält. Das ist dann eine versicherungsfreie Familienmithilfe.

Diese Variante hat den Vorteil, dass für den Ehepartner oder Ihre Kinder keine eigene Krankenversicherung abgeschlossen werden und Ihr Familienmitglied nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen muss.

Sie können Ihre Frau, um ein Beispiel zu nennen, also durchaus gelegentlich einsetzen und auch für die Mitarbeit bezahlen, allerdings sollten Sie dann deutlich von der 400-Euro-Grenze nach oben entfernt bleiben. Über diesen Fehler, es nicht zu tun, ist letztendlich das Paar aus dem entschiedenen Fall gestolpert.

Wichtig: Die Deutsche Rentenversicherung prüft als Clearingstelle die Sozialversicherungspflicht von in Unternehmen tätigen Ehegatten, Lebenspartnern und Abkömmlingen (Kinder, Enkelkinder) des Arbeitgebers automatisch.

Soll die Deutsche Rentenversicherung zu der Entscheidung "Sozialversicherungspflicht" gelangen, sollten Sie mögliche Zweifel durch eine entsprechende Ausgestaltung der Beschäftigung von vornherein ausschließen.

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