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Arbeitunfähigkeit Altersteilzeit:Was passiert wenn ältere Arbeitnehmer arbeitsunfähig werden?

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Altersteilzeit Arbeitsunfähigkeit

Von Günter Stein,

Das kann immer mal wieder vorkommen: In Ihrem Betrieb gibt es einige Arbeitnehmer in der „Arbeitsphase“ der Altersteilzeit. Doch auch die werden mal krank. Aber was passiert, wenn die Arbeitsphase wegen einer Arbeitsunfähigkeit unterbrochen wird?Klare Antwort:

Klare Antwort:

In der Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung müssen Sie versicherungsrechtlich keine Besonderheiten gegenüber Ihren anderen Arbeitnehmern beachten.

Gegenstand jeder Altersteilzeitvereinbarung ist, dass Sie als Arbeitgeber Ihrem Mitarbeiter zusätzlich zum Bruttoarbeitsentgelt einen Aufstockungsbetrag zahlen. Der Aufstockungsbetrag wird bei bis 31.12.2009 begonnenen Altersteilzeitarbeitsverhältnissen weiterhin von Ihnen als Arbeitgeber im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit gezahlt. Für Vereinbarungen seit 1.1.2010 hat der Arbeitgeber in der Regel eine individuelle Regelung mit seinem Mitarbeiter getroffen, da die Agentur für Arbeit die Leistung nicht mehr übernimmt.

Arbeitsunfähigkeit Altersteilzeit: Entgeltfortzahlung

Bei Arbeitsunfähigkeit zahlen Sie wie bei jedem anderen Arbeitnehmer für die ersten sechs Wochen der Arbeitsunfähigkeit das Arbeitsentgelt weiter. Nach Ablauf des Entgeltfortzahlungsanspruchs zahlt die Krankenkasse Ihrem Mitarbeiter Krankengeld. Das Krankengeld wird vom tatsächlich erzielten Altersteilzeitentgelt ermittelt.

Eine über die Entgeltfortzahlungspflicht hinausgehende Arbeitsunfähigkeit hat allerdings Auswirkungen auf das Wertguthaben. In dieser Zeit wird keine Arbeitleistung erbracht. Damit wird das Wertguthaben für eine spätere Freistellung nicht aufgefüllt. Das kann zu einem vorzeitigen Ende der Freistellungsphase führen.

Achtung: In diesem Fall endet der Versicherungsschutz Ihres Mitarbeiters vorzeitig. Eine Streckung des Wertguthabens ist rechtlich nicht möglich.

Verhindern können Sie das vorzeitige Ende der Freistellungsphase nur,

  • indem Sie die vorgesehene Freistellungsphase verkürzen und Ihr Mitarbeiter die Hälfte der durch die Arbeitsunfähigkeit in der Arbeitsphase ausgefallene Zeit nacharbeitet oder
  • indem Sie als Arbeitgeber vor Beginn der Freistellungsphase das Wertguthaben Ihres Mitarbeiters auf Ihre Kosten aufstocken.

Beispiel: Der Arbeitgeber hat mit seinem Mitarbeiter Detlev Klein zum 1.8.2009 eine Altersteilzeitvereinbarung getroffen. Die Vereinbarung sieht ein Blockmodell vor. Herr Klein sollte bis zum 31.7.2011 arbeiten und in dieser Zeit das Wertguthaben für die Freistellungsphase vom 1.8.20011 bis 31.7.2013 erarbeiten.

Herr Klein wurde arbeitsunfähig krank. Ihre Entgeltfortzahlungspflicht endete am 20.4.2010. Anschließend bezog er bis 21.6.2011 Krankengeld von seiner Krankenkasse.

Folge: Herrn Klein fehlt also zur Erfüllung der bestehenden Vereinbarung ein Monat (Hälfte der Zeit des Krankengeldbezugs) an Wertguthaben für die Zeit der Freistellungsphase.

Konsequenz: Wenn Herr Klein seine Arbeitsphase um zwei Monate verlängert, kann aus dem dann bestehenden Wertguthaben das Arbeitsentgelt bis zum geplanten Rentenbeginn gezahlt werden. Er muss in diesem Fall seine Arbeitsphase bis zum 30.9.2011 verlängern.

Tipp: Fällt die Arbeitsleistung wegen Kurzarbeit oder eines witterungsbedingten Arbeitsausfalls aus, verfahren Sie ähnlich. Die Zeit des Arbeitsausfalls muss Ihr Mitarbeiter immer nacharbeiten, um ein ausreichendes Wertguthaben für die Freistellungsphase zu erarbeiten.

Und damit wäre das geklärt!

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