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Dienstwagenüberlassung bei einer 400-Euro-Aushilfe?

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Von Günter Stein,

Frage: In unserem Betrieb arbeitet meine Ehefrau auf Basis eines 400-Jobs mit. Jetzt habe ich die Idee, anstatt den Arbeitslohn zu zahlen, ihr einen Dienstwagen zur Verfügung zu stellen, den sie auch privat nutzen kann.

Frage: In unserem Betrieb arbeitet meine Ehefrau auf Basis eines 400-Euro-Jobs mit. Jetzt habe ich die Idee, anstatt den Arbeitslohn zu zahlen, ihr einen Dienstwagen zur Verfügung zu stellen, den sie auch privat nutzen kann. Ich besteuere die Privatnutzung im Rahmen der 1-%-Methode. Im Gegenzug erfasse ich alle Aufwendungen als Betriebsausgaben. Ist das möglich?

Aushilfen: Steuersparmodell scheitert am Fremdvergleich

Antwort: In der Tat haben Sie ein ideales Steuersparmodell gefunden, das rechtlich zulässig wäre, wenn Sie diese Vereinbarung mit einem fremden Dritten treffen würden. Mit der eigenen Ehefrau scheitert Ihr Steuersparmodell am so genannten Fremdvergleich.

Aushilfen: Wie Sie den steuerlichen Vorteil berechnen

Beispiel: Sie überlassen Ihrer Ehefrau einen Golf VI TDI, den sie auch privat nutzen darf. Die Anschaffungskosten betragen einschließlich Zubehör 30.000, inkl. Umsatzsteuer. Die laufenden Kosten wie z. B. Abschreibung, Kraftstoff, Versicherung, Kfz-Steuer, Parkplatz, etc. betragen 8.000. Sie rechnen wie folgt:

  • Lohnabrechnung Ehefrau Bruttolistenpreis: 30.000
  • 1 % für Privatnutzung: 300
  • Bruttogehalt: 400
  • Pkw-Überlassung: - 300
  • Auszahlung: 100

Im Gegenzug erfassen Sie die Kosten in Höhe von 8.000 als Betriebsausgaben.

De facto versteuern Sie die Einnahmen Ihrer Ehefrau von 3.600 (12 x 300 ) und rechnen die Kosten von 8.000 dagegen. Sie erzielen einen Vorteil von 4.400, da Sie die Kosten steuerlich geltend machen. Die Berechnung hält allerdings einem Fremdvergleich nicht stand.

Praxis-Tipp: Die Anrechnung der 300 auf das Gehalt stellt einen abgekürzten Zahlungsweg dar. Die Kosten für den Pkw erfassen Sie weiterhin in voller Höhe als Betriebsausgaben. Zusätzlich erfassen Sie den Teil zwischen den Betriebsausgaben und der bisher versteuerten 1-%-Regelung als Betriebseinnahmen. Im Beispielfall wären das

4.400 (8.000 ­ 3.600 ). Sie neutralisieren dann den privat veranlassten Betriebsausgabenabzug.

Aushilfen: Fremdvergleich ist das Maß aller Dinge

Die obige Rechnung wird nur dann von der Finanzverwaltung akzeptiert, wenn Sie diese Vereinbarung mit einem fremden Dritten treffen. Bei Familienangehörigen ist das obige Steuersparmodell bereits vom BFH gekippt worden (Urteil vom 13.12.1995, Az. X R 261/93). Arbeiten Familienangehörige in Ihrem Unternehmen mit, werden diese Tätigkeiten in nahezu jeder Prüfung besonders beleuchtet. Daher rate ich Ihnen:

  1. Schließen Sie alle Arbeitsverträge mit Familienangehörigen nur schriftlich ab.
  2. Nutzen Sie dieselben Mustervorlagen, die Sie auch für alle anderen Mitarbeiter ausfüllen.
  3. Überweisen Sie das Gehalt immer auf das persönliche Konto des Familienangehörigen.
  4. Vermeiden Sie Barzahlungen.
  5. Prüfen Sie, ob die Stundenaufzeichnungen gewissenhaft geführt werden. Fehlen z. B. Detaillierte Aufzeichnungen, kann es schnell passieren, dass die Prüfer der Deutschen Rentenversicherung und der Finanzverwaltung die Arbeitsverträge nicht berücksichtigen.

 

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