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Mitarbeiter mit Teilzeitwunsch: So sieht das mit der Arbeitszeit aus

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Teilzeit Teilzeitwunsch

Von Günter Stein,

Ein Arbeitnehmer möchte von einem Vollzeit- in ein Teilzeitarbeitsverhältnis wechseln. Sein Antrag liegt vor Ihnen. Sie schauen und schauen – aber einen konkreten Wunsch zur Verteilung der Arbeitszeit entdecken Sie in dem Antrag nicht.

Genau so ist es einer Leserin aus Koblenz gegangen, die wissen möchte, was in diesem Fall nun gilt. Hier die Antwort:

Beantragt ein Mitarbeiter mit Teilzeitwunsch gar keine konkrete Verteilung, sind Sie frei, die Arbeitszeit in Ausübung Ihres Direktionsrechts zu verteilen. Besser aber, Sie suchen das Gespräch, um Konflikte zu vermeiden.

Gibt er aber eine bestimmte Verteilung an und sind Sie damit nicht einverstanden, können Sie den Teilzeitwunsch insgesamt nur dann wegen der Arbeitszeitverteilung ablehnen, wenn

  1. gegen diese ein betrieblicher Grund spricht. Dabei genügt es nicht, wenn die Arbeitszeiten nicht Ihren unternehmerischen Vorstellung von der „richtigen“ Arbeitszeit entsprechen. Die entgegenstehenden Gründe müssen vielmehr so erheblich sein, dass die Arbeitszeitverteilung zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Organisation, des Arbeitsablaufs, der Sicherung Ihres Betriebs oder zu einer unverhältnismäßigen Belastung führen würde.
  2. und der Mitarbeiter seinen Teilzeitwunsch erkennbar von der Verteilung abhängig macht.

 

Was Sie tun können, wenn Sie nicht mit der Verteilung einverstanden sind

Können Sie der gewünschten Verteilung aus betrieblichen Gründen nicht nachkommen, gehen Sie am besten wie folgt vor:

  1. Bieten Sie die gewünschte Verringerung bei einer Verteilung an, die Ihnen möglich ist.
  2. Der Mitarbeiter wird hierauf reagieren müssen. Ist er mit Ihrem Vorschlag nicht einverstanden, zeigt er sich aber verhandlungsbereit, werden Sie sicher Arbeitszeiten finden, die beide Seiten zufriedenstellen.
  3. Stellt der Arbeitnehmer aber eindeutig klar, dass er die reduzierte Arbeitszeit nur in Verbindung mit seiner Wunscharbeitszeit in Anspruch nehmen möchte, lehnen Sie den Teilzeitwunsch insgesamt ab.

Achten Sie auf die Frist

Möchten Sie ablehnen, müssen Sie dem Mitarbeiter Ihre Entscheidung spätestens einen Monat vor dem gewünschten Beginn der verringerten Arbeitszeit schriftlich mitteilen. Versäumen Sie diese Frist, verringert sich die Arbeitszeit des Mitarbeiters automatisch im von ihm beantragten Umfang.

Das bedeutet für Sie:

Rückgängig machen können Sie die Arbeitszeitverteilung und die Verringerung nur noch durch eine Änderungskündigung. Dabei müssen Sie aber die Kündigungsschutzvorschriften beachten, soweit diese für den Mitarbeiter gelten!

Wichtig ist für Sie außerdem Folgendes:

  1. In Ihrer schriftlichen Ablehnung müssen Sie keine Begründung nennen. Auf diese Weise können Sie den Wunsch Ihres Mitarbeiters zunächst ganz einfach verhindern.
  2. Der Mitarbeiter hat bei Ablehnung seines Teilzeitwunsches kein Zurückbehaltungsrecht an seiner Arbeitsleistung. Er muss seinen Anspruch gerichtlich durchsetzen.
  3. Erst im Rechtsstreit müssen Sie bzw. sollten Sie Ihren Ablehnungsgrund dann nennen.
  4. Der Mitarbeiter kann einen neuen Antrag auf Teilzeit erst (gleichgültig, ob Sie zugestimmt oder berechtigt abgelehnt haben) 2 Jahre nach Ihrer Entscheidung stellen.

 

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