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Schließen Sie mit Aushilfen nur schriftliche Arbeitsverträge!

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Arbeitsrecht Arbeitsvertrag

Von Günter Stein,

Die Frage: Wir stellen häufiger Minijobber ein. Sollten wir die Verträge besser auch schriftlich machen? Bisher ist das bei uns im Betrieb nicht üblich.

Die Frage: Wir stellen häufiger Minijobber ein. Sollten wir die Verträge besser auch schriftlich machen? Bisher ist das bei uns im Betrieb nicht üblich.

Weshalb Sie auch mit Minijobbern schriftliche Arbeitsverträge schließen sollten

Die Antwort: Wussten Sie, dass die Zahl der arbeitsgerichtlichen Streitigkeiten mit 400-Euro-Kräften steigt und steigt? Auch Minijobber achten immer mehr auf ihre Rechte. Und sie haben die gleichen Rechte und Pflichten wie alle anderen Arbeitnehmer auch! Der Abschluss eines schriftlichen Arbeitsvertrags mit Ihren Aushilfen schützt Sie vor

  • übereilten mündlichen Zusagen,
  • Beweisproblemen im Streitfall,
  • Verstößen gegen das Nachweisgesetz (NachwG) und
  • unangenehmen Rechtsfolgen durch das Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG).

 

Arbeitsvertrag schützt Sie vor übereilten mündlichen Zusagen

Übereilte mündliche Zusagen: Der Abschluss eines Arbeitsvertrags ist für Sie formfrei möglich. Wenn Sie sich also mit einem Bewerber über die wesentlichen Vertragsmodalitäten einig sind, haben Sie unter Umständen bereits einen bindenden Vertrag geschlossen.


Beispiel: Eine Bewerberin wird bei Ihnen vorstellig. Sie erklären ihr, dass Sie jemanden zum Auffüllen der Regale jeweils mittwochs von 13:00 Uhr bis 15:00 Uhr benötigen. Pro Stunde wollen Sie 8 € zahlen. Die Bewerberin ist damit einverstanden und Sie teilen ihr mit, dass sie anfangen könne. Nun haben Sie bereits einen Arbeitsvertrag geschlossen!

Tatsächlich wollten Sie jedoch vielleicht noch weitere Regelungen treffen, beispielsweise hinsichtlich

  • einer Befristung des Arbeitsverhältnisses,
  • der Probezeit oder
  • der Verschwiegenheit.

All dieses ist Ihnen im Zweifelsfall jetzt nicht mehr möglich. Seien Sie also vorsichtig bei übereilten mündlichen Zusagen.

Schriftlicher Arbeitsvertrag verhindert Beweisprobleme im Streitfall

Beweisprobleme im Streitfall: Ein schriftlicher Arbeitsvertrag stellt vieles klar und hilft Ihnen im Streitfall. Häufig genügt schon ein Blick in den Vertrag, um Differenzen beizulegen. Aber selbst wenn es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommt, stehen Sie mit einem schriftlichen Vertrag wesentlich besser da.

Verstöße gegen das NachwG: Sie haben die Pflichten aus dem NachwG zu erfüllen. Danach müssen Sie

  • spätestens 1 Monat nach dem vereinbarten Beginn des Arbeitsverhältnisses
  • die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich niederlegen,
  • die Niederschrift unterzeichnen und
  • der Teilzeitkraft aushändigen.

In die Niederschrift müssen Sie Folgendes aufnehmen:

  • den Namen und die Anschrift der Vertragsparteien
  • den Zeitpunkt des Beginns des Arbeitsverhältnisses
  • bei befristeten Arbeitsverhältnissen die vorhersehbare Dauer
  • den Arbeitsort oder einen Hinweis darauf, dass die Teilzeitkraft an verschiedenen Orten beschäftigt werden kann
  • eine kurze Beschreibung der zu leistenden Tätigkeit
  • die Zusammensetzung und die Höhe des Arbeitsentgelts einschließlich der Zuschläge, Zulagen, Prämien und Sonderzahlungen sowie der anderen Bestandteile des Arbeitsentgelts
  • die Fälligkeit des Arbeitsentgelts
  • die vereinbarte Arbeitszeit
  • die Dauer des jährlichen Erholungsurlaubs
  • die Fristen für die Kündigung des Arbeitsverhältnisses
  • ein in allgemeiner Form gehaltener Hinweis auf Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen, die auf das Arbeitsverhältnis anzuwenden sind
  • bei geringfügig Beschäftigten ein Hinweis, dass die Teilzeitkraft in der gesetzlichen Rentenversicherung die Stellung eines versicherungspflichtigen Arbeitnehmers erwerben kann, wenn sie auf die Versicherungsfreiheit durch Erklärung gegenüber dem Arbeitgeber verzichtet

Da Ihnen diese Pflichten ohnehin aufgebürdet werden, können Sie auch gleich einen schriftlichen Arbeitsvertrag schließen.

Achtung Befristungen: Das NachwG gilt nicht für Aushilfen, die Sie höchstens für 1 Monat einstellen möchten. Der Abschluss eines schriftlichen Arbeitsvertrages ist aber trotzdem erforderlich, wenn es sich um eine zeitlich befristete Einstellung handelt. Die Befristung eines Arbeitsvertrages haben Sie nach § 14 Abs. 4 TzBfG immer schriftlich vorzunehmen!

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