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Schülerbeschäftigung: Diese Arbeitszeiten müssen eingehalten werden

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Schüler Beschäftigung Arbeitszeit Arbeitsrecht

Von Günter Stein,

In den Sommerferien nutzen viele Unternehmen die Möglichkeit, Schüler als günstige Arbeitskräfte einzusetzen. Die Schüler freut es, weil sie mit der Ferienbeschäftigung etwas Geld hinzuverdienen – die Unternehmen können Urlaubsspitzen abbauen. Doch Achtung:

Bei Schülerbeschäftigungen müssen Sie genau auf das Einhalten der Arbeitszeitgrenzen achten: Jugendliche dürfen nicht mehr als 8 Stunden täglich und nicht mehr als 40 Stunden wöchentlich beschäftigt werden.

Wichtig:

Sie müssen Jugendlichen im Voraus feststehende Ruhepausen von angemessener Dauer gewähren.

Ruhepausen

Diese müssen mindestens

  • 30 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als 4,5 bis zu 6 Stunden und
  • 60 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als 6 Stunden

betragen. Als Ruhepause gilt nur eine Arbeitsunterbrechung von mindestens 15 Minuten.

Wichtig:

Die Arbeitspausen müssen Sie frühestens eine Stunde nach Beginn und spätestens eine Stunde vor Ende der Arbeitszeit gewähren. Länger als 4,5 Stunden hintereinander dürfen Sie Jugendliche nicht ohne Pause beschäftigen.

Achtung:

Während der Ruhepausen dürfen Sie Jugendlichen den Aufenthalt in Arbeitsräumen nur dann gestatten, wenn die Arbeit in diesen Räumen während dieser Zeit eingestellt ist und auch sonst die notwendige Erholung nicht beeinträchtigt wird.

Nach Ende der täglichen Arbeitszeit dürfen Jugendliche nicht vor Ablauf einer ununterbrochenen Freizeit von mindestens 12 Stunden beschäftigt werden. Die Beschäftigung darf im Übrigen nur in der Zeit von 6.00 bis 20.00 Uhr erfolgen. Es besteht ein grundsätzliches Nachtarbeitsverbot, von dem es allerdings einige Ausnahmen gibt.

So dürfen Jugendliche über 16 Jahre

  • im Gaststätten- und Schaustellergewerbe bis 22.00 Uhr,
  • in mehrschichtigen Betrieben bis 23.00 Uhr,
  • in der Landwirtschaft ab 5.00 Uhr oder bis 21.00 Uhr,
  • in Bäckereien oder Konditoreien ab 5.00 Uhr beschäftigt werden.

Es gibt weitere Ausnahmen, bei denen die Beschäftigung jedoch vorher der Aufsichtsbehörde angezeigt werden muss. Welche Behörde Aufsichtsbehörde ist, ergibt sich aus dem jeweiligen Landesrecht. In manchen Bundesländern ist das Gewerbeaufsichtsamt, in anderen das Staatliche Amt für Arbeitsschutz zuständig.

Auch das ist wichtig:

Endet in Betrieben die übliche Arbeitszeit nach 20.00 Uhr, dürfen Jugendliche aus verkehrstechnischen Gründen nach einer vorherigen Anzeige bis 21.00 Uhr beschäftigt werden. Das gilt aber nur, soweit sie hierdurch unnötige Wartezeiten vermeiden können. Dies gilt für Jugendliche über 16 Jahre ab 5.30 Uhr oder bis 23.30 Uhr ebenfalls.

Beispiel:
Ein bei Ihnen beschäftigter Jugendlicher macht geltend, dass die Zugverbindung zu seinem Wohnort eine Wartezeit von einer Stunde mit sich bringt, wenn er erst ab 6.00 Uhr mit der Arbeit beginnen kann.

Ergebnis:

Hier ist ein entsprechend früherer Arbeitsbeginn ab 5.30 Uhr möglich. Allerdings müssen Sie den Arbeitsbeginn und die Gründe dafür der Aufsichtsbehörde anzeigen. Eine Genehmigung ist nicht erforderlich.

Tipp:

Die Aufsichtsbehörde kann zustimmen, dass Jugendliche in Betrieben, in denen die Beschäftigten in außergewöhnlichem Grad der Einwirkung von Hitze ausgesetzt sind, in den warmen Jahreszeiten bereits ab 5.00 Uhr beschäftigt werden. Weitere Ausnahmeregelungen gibt es beispielsweise im Zusammenhang mit Musikaufführungen und Theatervorstellungen.

Fazit:

Sollte eine der geschilderten Ausnahmebestimmungen für Sie zutreffen, setzen Sie sich mit der zuständigen Aufsichtsbehörde in Verbindung und erkundigen Sie sich nach Antragsvordrucken. In der Regel können Sie diese aber auch von der Homepage der jeweiligen Aufsichtsbehörde abrufen.

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