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So gestalten Sie das befristete Arbeitsverhältnis mit einer Aushilfe vorteilhaft für Ihr Unternehmen

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Lg Aushilfe 04 S

Von Günter Stein,

Benötigen Sie eine Aushilfe, bietet sich ein befristetes Arbeitsverhältnis an. Besonders günstig für Sie ist dabei die so genannte kurzfristige Beschäftigung nach § 8 Abs. 1 Nr. 2 SGB IV, die neben den Tätigkeiten auf 400-€-Basis ebenfalls zu den Mini-Jobs zählt. Schließen Sie den Vertrag korrekt ab und beachten Sie bei der Ausgestaltung des Arbeitsverhältnisses alle Vorgaben, müssen Sie für kurzfristig beschäftigte Aushilfen keine Sozialabgaben, nicht einmal Pauschalen, zahlen.

Die kurzfristige Beschäftigung ist immer befristet. Beim Abschluss des Arbeitsvertrags und während des Arbeitsverhältnisses müssen Sie daher die Vorschriften zur Befristung beachten. Für den Vertrag mit der kurzfristig beschäftigten Aushilfe kommt es auf folgende Punkte an:

1) Achten Sie darauf: Nicht mehr als 50 Arbeitstage oder 2 Monate pro Kalenderjahr

Eine kurzfristige Beschäftigung darf pro Kalenderjahr, also vom 1. 1. bis 31. 12., nicht länger als 50 Tage oder 2 Monate dauern. War der Mitarbeiter im laufenden Jahr bereits 50 Arbeitstage oder 2 Monate bei Ihnen oder einem anderen Arbeitgeber als Aushilfe beschäftigt, können Sie ihn nicht mehr für eine kurzfristige Beschäftigung einstellen.

Konsequenz für die Vertragsgestaltung:

Lassen Sie sich von der Aushilfe eine schriftliche Bestätigung über ihre Tätigkeiten des laufenden Kalenderjahres geben. Nehmen Sie am besten eine entsprechende Klausel in den Arbeitsvertrag auf.

Musterformulierung:
„Der Arbeitnehmer bestätigt, dass er im laufenden Kalenderjahr keine weitere kurzfristige Beschäftigung ausgeübt hat, dass er derzeit keine weiteren kurzfristigen Beschäftigungen ausübt und dass er dem Arbeitgeber während seiner Tätigkeit bei diesem die Aufnahme weiterer kurzfristiger Beschäftigungen sofort anzeigen wird.“

Übt der Mitarbeiter aber nebenbei noch einen 400-€-Job und/oder eine regulär sozialversicherungspflichtige Hauptbeschäftigung bei einem anderen Arbeitgeber aus, ist das unerheblich.

2) Entscheiden Sie, ob 50 Arbeitstage oder 2 Monate für Sie günstiger sind

Ob die Grenze von 50 Arbeitstagen oder 2 Monaten gilt, richtet sich nach den wöchentlichen Arbeitszeiten des Mitarbeiters, die im Vertrag festgehalten werden:

  • Insgesamt 50 Arbeitstage dürfen Sie die Aushilfe beschäftigen, wenn sie weniger als 5 Tage pro Woche bei Ihnen arbeitet oder wenn Beschäftigungszeiten von 5 Tagen wöchentlich mit solchen von weniger als 5 Tagen pro Woche zusammentreffen.
  • Vom 2-Monats-Zeitraum gehen Sie aus, wenn die Aushilfe 5, 6 oder 7 Tage wöchentlich arbeitet.

Konsequenz für die Vertragsgestaltung:

Überlegen Sie vor Abschluss des Vertrags, wie lange Sie die Aushilfe benötigen. Verlängern Sie den Arbeitsvertrag mit Ihrer Aushilfe über die 50- Arbeitstage- bzw. 2-Monats-Grenze hinaus nur um einen Tag, tritt Sozialversicherungspflicht ein – und zwar ab dem Tag, an dem Sie die Verlängerung beschließen, nicht ab dem ersten Verlängerungstag.

3) So vermeiden Sie „Regelmäßigkeit“

Eine kurzfristige Beschäftigung ist außerdem nur dann sozialabgabenfrei,wenn der Mitarbeiter

  • diese gelegentlich, das heißt nicht regelmäßig ausübt. Regelmäßig ist die Tätigkeit, wenn sie für länger als ein Jahr ausgeübt werden soll und sich ständig wiederholt;

Beispiel: Sie beschäftigen einen Mitarbeiter für das Austragen von Prospekten und befristen seinen Arbeitsvertrag auf 1 1/2 Jahre.

  • Sie die Aushilfe im Anschluss an einen 400-€-Job für dieselbe Tätigkeit befristet einstellen.

Konsequenz für die Vertragsgestaltung:

Möglich ist es, einen Rahmenvertrag mit einer Dauer von maximal einem Jahr zu vereinbaren und den Mitarbeiter innerhalb dieses Jahre nach Bedarf an maximal 50 Kalendertagen zu beschäftigen. Halten Sie diese Grenzen ein, müssen Sie keine Regelmäßigkeit befürchten.

4) Stellen Sie keinen Mitarbeiter ein, der berufsmäßig arbeitet

Übt der Mitarbeiter die Tätigkeit bei Ihnen „berufsmäßig“ aus, können Sie ihn nicht sozialversicherungsfrei beschäftigen. Die Tätigkeit kann nur dann berufsmäßig sein, wenn der Mitarbeiter mehr als 400 € im Monat verdient (nur dann) und einen großen Teil seines Lebensunterhalts durch die Tätigkeit bestreitet, seine wirtschaftliche Stellung also überwiegend auf dieser Beschäftigung beruht.

Dementsprechend wird Berufsmäßigkeit grundsätzlich unterstellt bei

  • bei der Agentur für Arbeit als arbeitsuchend Gemeldeten oder bei Arbeitslosengeldbeziehern,
  • Mitarbeitern, die sich in Elternzeit befinden oder während eines unbezahlten Urlaubs bei Ihnen arbeiten,
  • Aushilfen, die Wehr- oder Zivildienst ableisten,
  • Arbeitnehmern, die im Anschluss an eine abgeschlossene Ausbildung bis zur Aufnahme eines Studiums bei Ihnen beschäftigt sind.

 

Konsequenz für die Vertragsgestaltung:

Stellen Sie diese Mitarbeiter nicht kurzfristig ein, wenn sie mehr als 400 € verdienen sollen. Nehmen Sie eine entsprechende Klausel mit in den Arbeitsvertrag auf, mit der der Mitarbeiter durch seine Unterschrift bestätigt, dass er nicht zu den oben genannten Personengruppen zählt.

Musterformulierung:

„Der Arbeitnehmer bestätigt, seine Tätigkeit beim Arbeitgeber nicht berufsmäßig auszuüben, da er im Übrigen die 13. Klasse der XYZ-Schule besucht.“

Bei einigen Personengruppen wird dagegen grundsätzlich nicht von berufsmäßiger Ausübung einer kurzfristigen Beschäftigung ausgegangen. Diese Aushilfen dürfen bei Ihnen arbeiten, ohne dass Sie auf den Verdienst achten müssen:

  • Hausfrauen, Studenten, Schüler und Altersrentner
  • Aushilfen, die Vorruhestandsgeld beziehen
  • Arbeitnehmer, die neben einer Hauptbeschäftigung zur Aushilfe bei Ihnen arbeiten
  • Aushilfen, die sich gerade zwischen Schulabschluss und Studienbeginn befinden

5) Regeln Sie die Besteuerung

Da es keine Verdienstobergrenze bei kurzfristigen Beschäftigungen gibt, wird der Lohn hier grundsätzlich ganz regulär nach Lohnsteuerkarte besteuert. Sie können jedoch auf die Vorlage der Lohnsteuerkarte verzichten und einen Pauschalsteuersatz in Höhe von 25% (zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) erheben. Das dürfen Sie aber nur dann, wenn auch steuerrechtlich eine kurzfristige Beschäftigung vorliegt:

  • Die Beschäftigung darf 18 zusammenhängende Tage nicht überschreiten.
  • Der Stundenlohn darf 12 € nicht übersteigen.
  • Der Arbeitslohn pro Tag darf nicht höher als 62 € sein. Der Tageslohn darf 62 € aber dann übersteigen, wenn Sie die Aushilfe unvorhergesehen zu Mehrarbeit heranziehen müssen.

Erzielt Ihre Aushilfe keine weiteren Einkünfte, ist die Besteuerung nach der Lohnsteuerkarte sinnvoller, denn bis zum Grundfreibetrag von 7.664 € (2006) ist das Einkommen dann steuerfrei.

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