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So nutzen Sie flexible Teilzeitkräfte für Ihr Unternehmen

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Von Günter Stein,

Diverse aktuelle Studien (z. B. Der Prognos AG, von Destatis etc.) ergeben: Die neue Generation von Fachkräften ist zunehmend familienorientiert.

Als Arbeitgeber sollten Sie deshalb verstärkt auf flexible Teilzeitmodelle setzen, um gute Mitarbeiter gewinnen und halten zu können. Machen Sie dabei alles richtig, profitiert Ihr Unternehmen auch im Hinblick auf die Kosten von beweglichen Arbeitszeiten. Kommt ein Mitarbeiter mit dem Wunsch nach Teilzeit auf Sie zu, meint er häufig: eine Halbtagsstelle, in der Regel von Montag bis Freitag mit täglich reduzierten Arbeitszeiten. Mittlerweile sehen Gesetz und Praxis für reduzierte Arbeitszeiten aber eine Fülle von weiteren Möglichkeiten für die Verringerung von Arbeitszeit vor. Darauf sollten Sie Ihre Mitarbeiter aufmerksam machen. Ihre Beschäftigten haben nämlich unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Teilzeit. Berücksichtigen Sie bei einem Arbeitnehmerantrag auf Teilzeit sämtliche Varianten, können Sie sicher eine Lösung finden, die Ihren Interessen und den Bedürfnissen des jeweiligen Mitarbeiters gerecht werden.

Nach wie vor beliebt: die klassische Teilzeit

Die klassische Halbtagsstelle ist in Betrieben aller Größe nach wie vor weit verbreitet und wird von Mitarbeitern häufig gewünscht. Ebenfalls beliebt ist die Variante der klassischen Teilzeit, bei der Mitarbeiter an bestimmten Tagen in Vollzeit arbeiten und dafür aber ganze Tage frei haben. Für Sie als Arbeitgeber ist diese Form der Teilzeit am einfachsten umzusetzen.

Beispiele: Ihr Mitarbeiter arbeitet von Montag bis Freitag täglich von 8 bis 12 Uhr oder er arbeitet montags und dienstags von 9 bis 18 Uhr und am Mittwoch von 9 bis 13 Uhr.

Bei der Arbeit auf Abruf, die ausdrücklich in § 12 Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) geregelt ist, vereinbaren Sie vertraglich eine bestimmte wöchentliche Arbeitszeit mit Ihrem Mitarbeiter. Wann Sie diese Arbeitszeit abrufen, bleibt aber Ihnen überlassen. So können Sie die Zeiten des Mitarbeiters flexibel dem kurzfristigen Arbeitsanfall in Ihrem Unternehmen anpassen.

Beispiel: Sie haben mit einem Arbeitnehmer Arbeit auf Abruf bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 15 Stunden vereinbart. An einem Mittwoch teilen Sie ihm mit, dass er Montag, Dienstag und Mittwoch der darauffolgenden Woche je 5 Stunden arbeiten muss.

So gehen Sie vor: Bei der Arbeit auf Abruf müssen Sie mit dem Mitarbeiter eine bestimmte wöchentliche Arbeitszeit vertraglich festlegen. Haben Sie keine Arbeitszeit vereinbart, gilt automatisch die gesetzliche Arbeitszeit von wöchentlich 10 Stunden und pro Abruf eine Arbeitszeit von mindestens 3 aufeinanderfolgenden Stunden. Die vereinbarte oder gesetzlich festgelegte Arbeitszeit müssen Sie dem Mitarbeiter auch dann bezahlen, wenn Sie ihn nicht abrufen. Ihr Abruf muss außerdem immer mindestens 4 Tage, bevor der Mitarbeiter zur Arbeit erscheinen soll, erfolgen. Benachrichtigen Sie Ihren Mitarbeiter zu spät, muss er die Arbeit nicht antreten. Er kann dies jedoch selbstverständlich freiwillig tun.

Musterformulierung

1. Die Arbeitszeit beträgt wöchentlich 15 Stunden. Die tägliche Arbeitszeit beträgt an den Arbeitstagen 5 Stunden.

2. Die Arbeit muss vom Arbeitnehmer auf Abruf des Arbeitgebers geleistet werden. Der Arbeitgeber legt die Zeiten nach Bedarf fest.

Teilzeitkräfte: So profitieren Sie vom Job-Sharing

Haben Sie ein Unternehmen, das zahlreiche Projekte oder umfangreiche Kundenservice- Zeiten zu bewältigen hat, müssen Ihre Mitarbeiter nicht auf Teilzeit verzichten. Beim so genannten Job- Sharing nach § 13 TzBfG teilen sich 2 oder mehr Mitarbeiter eigenverantwortlich eine Stelle. Auch Teilzeitmitarbeitern können Sie auf diese Weise ein Vollzeitprojekt übertragen und Ihre langen Servicezeiten mit viel Kundenorientierung abwickeln. Die Verantwortung für das Projekt etc. bleibt dabei voll bei den Arbeitnehmern.

Beispiel: Ihre Kundenhotline für komplizierte technische Probleme ist täglich von 8 bis 18 Uhr durchgehend besetzt.

Teilen sich 2 Mitarbeiter diesen Arbeitsplatz, ist gewährleistet, dass die Kun-den ideal betreut sind. Das gilt dann auch bei Problemen, die mehrere Anrufe erforderlich machen und sich über einige Tage hinziehen.

Musterformulierung

Die vereinbarte Arbeitszeit (für einen Arbeitnehmer) beträgt 15 Wochenstunden.

Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, in Abstimmung mit den anderen an der Arbeitsplatzteilung beteiligten Mitarbeitern den Arbeitsplatz ständig zu besetzen. Die beteiligten Arbeitnehmer stimmen sich bei der Aufteilung der Arbeitszeit untereinander ab. Eine Besetzung des Arbeitsplatzes durch mehrere Mitarbeiter gleichzeitig ist nicht gestattet. Die beteiligten Arbeitnehmer müssen sich so untereinander abstimmen, dass jeder Mitarbeiter innerhalb eines Monats seine vertraglich vereinbarte Arbeitszeit erreicht. Ein Arbeitsplan über die Besetzung des Arbeitsplatzes für einen Zeitraum von 2 Monaten ist dem Arbeitgeber von den Arbeitnehmern je 2 Wochen im Voraus vorzulegen.

Können sich die Arbeitnehmer über die Aufteilung der Arbeitszeit nicht einigen, hat der Arbeitgeber das Recht, die Aufteilung verbindlich zu regeln.

Zählt Ihr Unternehmen zu den Betrieben, in denen saisonbedingt phasenweise sehr viel und dann monatelang wieder sehr wenig Arbeit anfällt, haben Sie folgende Möglichkeiten: Sie können Mitarbeiter immer wieder befristet einstellen. Oder Sie können durchgehend Mitarbeiter beschäftigen und das Risiko eingehen, dass diese unbeschäftigt und unzufrieden in Ihrem Unternehmen die Zeit absitzen. Die ideale Alternative zu diesen beiden Lösungen ist die Saison- Teilzeit. Hier lassen Sie einen festen Mitarbeiterstab nur dann tätig werden, wenn es tatsächlich Arbeit gibt. Bei Saison- Teilzeit schließen Sie mit dem Arbeitnehmer einen Arbeitsvertrag. Dieser erhält das ganze Jahr hindurch ein gleichbleibendes monatliches Grundgehalt, arbeitet aber nur einen gewissen Zeitraum im Jahr in Vollzeit bei Ihnen und hat den Rest des Jahres frei.

Beispiel: Auf Ihrem Golfplatz beschäftigen Sie eine Bürokraft, die sich um die Mitgliedschaften, Anmeldungen etc. kümmert, von Mai bis Oktober für 40 Stunden die Woche. Von November bis April hat sie frei. Sie erhält das ganze Jahr über ein monatliches Gehalt, das dem einer Halbtagsstelle entspricht.

Teilzeitkräfte: Wie Sie bei angesparter Teilzeit vorgehen

Angesparte Arbeitszeit bzw. angespartes Entgelt ist in erster Linie für Mitarbeiter attraktiv, die einen längeren, ggf. mehrjährigen Auslandsaufenthalt planen oder früher in den Ruhestand gehen möchten (auch Block-Altersteilzeit ab einem gewissen Alter). Der Mitarbeiter arbeitet dabei zunächst in Vollzeit weiter, erhält aber ein Teilzeitgehalt. Er spart auf diese Weise Zeit- oder Geldguthaben auf einem Langzeitkonto an, das Sie für ihn unterhalten.

Beispiel: Sie vereinbaren mit Ihrem Mitarbeiter, der in einem Jahr für ein Jahr nach Neuseeland möchte, Teilzeit mit Anspareffekt. Er arbeitet in Vollzeit, bekommt aber nur die Hälfte eines Vollzeitgehalts. Während er in Neuseeland unterwegs ist, erhält er dieses Gehalt (das er angespart hat) aber ebenfalls weiter.

Grundsätzlich bleiben Ihre Mitarbeiter sozialversichert, solange sie entsprechend § 7 Sozialgesetzbuch Viertes Buch (SGB IV) beschäftigt sind. Nach § 7 Abs. 1a SGB IV besteht das sozialspflichtige Beschäftigungsverhältnis gegen Entgelt aber auch während einer Freistellungsphase weiter, wenn

  1. die Freistellung auf Grund einer schriftlichen Vereinbarung erfolgt
  2. und die Höhe des für die Zeit der Freistellung und des für die vorausgegangenen 12 Kalendermonate monatlich fälligen Arbeitsentgelts nicht unangemessen voneinander abweichen. Eine Abweichung von Freistellungsentgelt und bisherigem Entgelt ist dann nicht unangemessen, wenn das Gehalt während der Freistellung mindestens 70 % des Arbeitsentgelts beträgt, das Sie dem Arbeitnehmer während der letzten 12 Monate der Arbeitsphase durchschnittlich gezahlt haben,
  3. und sowohl das Arbeitsentgelt in der Freistellungsphase als auch das Arbeitsentgelt der vorherigen 12 Kalendermonate 400 € monatlich übersteigen.

Für das Weiterbestehen des sozialspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses ist es gleichgültig, ob der Mitarbeiter eine oder mehrere Freistellungsphasen zu Beginn, zum Ende (z. B. Bei Altersteilzeit) oder während des Arbeitsverhältnisses (z. B. Bei Saison-Teilzeit oder bei Anspar-Teilzeit) in Anspruch nimmt.

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