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Teilzeit: Beachten Sie diese Problemfelder

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Von Günter Stein,

Nicht selten kommt also der Wunsch eines Mitarbeiters, nach einer Verringerung seiner Arbeitszeit, alles andere als ungelegen. Doch Vorsicht! In jeder Teilzeitbeschäftigung lauern auch Gefahren, die Sie als Arbeitgeber kennen sollten. Die wichtigsten 5 Probleme bei der Teilzeitbeschäftigung von Mitarbeitern:

Problem 1: Inzwischen haben Sie als Arbeitgeber keine Garantie mehr, dass ein vollzeitbeschäftigter Mitarbeiter für den Rest seines Arbeitslebens von morgens bis abends in Ihrem Betrieb ist. Ganz im Gegenteil: Je länger ein Arbeitnehmer bei Ihnen beschäftigt ist, desto höher ist die Gefahr, dass ihm die volle Arbeitszeit zu viel wird. Denn schon 6 Monaten nach seiner Einstellung kann jeder Mitarbeiter von Ihnen verlangen, dass seine Arbeitszeit verkürzt wird. Hierauf hat jeder Arbeitnehmer nach § 8 Absatz 1 Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) einen gesetzlichen Anspruch, wenn Sie mindestens 15 Arbeitnehmer beschäftigen.

Allerdings können Sie als Arbeitgeber den Wunsch eines Mitarbeiters auf eine Verkürzung seiner Arbeitszeit unter bestimmten Voraussetzungen auch ablehnen. Nach § 8 Absatz 4 TzBfG können Sie gegen den Anspruch Ihres Arbeitnehmers auf eine Teilzeitbeschäftigung „betriebliche Gründe“ ins Feld führen. Soweit die gewünschte Reduzierung der Arbeitszeit die Organisation, den Arbeitsablauf oder die Sicherheit im Betrieb gefährdet, können Sie als Antwort auf den Wunsch nach einer Teilzeitbeschäftigung auch mit dem Kopf schütteln. Das Gleiche gilt, wenn die Verringerung der Arbeitszeit des einzelnen Mitarbeiters für Sie als Arbeitgeber mit unverhältnismäßigen Kosten verbunden ist, wobei bei dieser Begründung die Arbeitsgerichte sehr kritisch sind.

Problem 2: Mitarbeiter, die nicht mehr die volle Arbeitszeit in Ihrem Betrieb sind, stellen für viele Arbeitgeber eine zusätzliche Belastung dar. Mancher Arbeitgeber hat deswegen kein Interesse mehr daran, solche Arbeitnehmer auch noch teuer fortbilden zu lassen und behält solche Maßnahmen lieber seinen Vollzeitkräften vor. Doch auch dies dürfen Sie nicht. Nach § 10 TzBfG müssen Sie dafür Sorge tragen, dass auch die Teilzeitbeschäftigten an einer Aus- oder Fortbildung teilnehmen können. Es sei denn: Dringende betriebliche Gründe oder Aus- und Weiterbildungswünsche anderer Mitarbeiter gehen vor.

Problem 3: Freie Arbeitsplätze sind heutzutage heiß begehrt. Oft denken Arbeitgeber, dass ein Teilzeitmitarbeiter kein Interesse an einem neuen Arbeitsplatz bei voller Arbeitszeit hat und informieren Halbtagskräfte und andere Teilzeitbeschäftigte nicht über freie Arbeitsplätze im Unternehmen. Doch auch das ist gegen das Gesetz. Als Arbeitgeber müssen Sie nach § 7 Absatz 2 TzBfG auch Ihren Teilzeitbeschäftigten freie Arbeitsplätze innerhalb Ihres Unternehmens rechtzeitig mitteilen. Ein Aushang am schwarzen Brett des Betriebes reicht entgegen der früheren Rechtslage hierzu nicht mehr aus.

Problem 4: Wollen Sie als Arbeitgeber einen freien Arbeitsplatz mit einer Vollzeitkraft besetzen und schreiben den Job deswegen auch nur als solchen aus, handeln Sie ebenfalls nicht richtig. Der Gesetzgeber will Teilzeitbeschäftigung fördern und verlangt von Ihnen als Arbeitgeber nach § 7 Absatz 1 TzBfG, dass Sie einen Arbeitsplatz auch als Teilzeitstelle ausschreiben, wenn der Arbeitsplatz dazu geeignet ist.

Problem 5: Teilzeitbeschäftigte müssen Sie außerdem genauso ernst nehmen, wie einen Vollzeitbeschäftigten. Nach § 5 TzBfG dürfen Sie Teilzeitbeschäftigte, zum Beispiel bei der Gewährung von Urlaub, nicht benachteiligen.

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