Gratis-Download

Mitarbeiter Ihres Unternehmens, die zwischen 450,01 € und 850 € monatlich verdienen, befinden sich automatisch in der sogenannten Gleitzone. Für diese...

Jetzt downloaden

Teilzeitkräfte: Teilzeit heißt auch weniger Gehalt

0 Beurteilungen
Lohn Gehalt Teilzeitkräfte

Von Günter Stein,

Klare Sache: Mitarbeiter, die von Vollzeit in Teilzeit wechseln, müssen Abstriche beim Gehalt machen. Trotzdem kommt es vor, dass Teilzeitkräfte versuchen, die gleichen Leistungen wie Vollzeitkräfte einzuklagen.

So auch in diesem Fall: Eine Mitarbeiterin war in einem Krankenhaus in Teilzeit beschäftigt und leistete Schicht- und Wechselschichtarbeit. Ihre regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit betrug 20 Stunden und damit die Hälfte der Arbeitszeit einer Vollzeitbeschäftigten. Die tariflich vorgesehenen Schicht- und Wechselschichtzulagen zahlte der Arbeitgeber der Mitarbeiterin aber nicht in voller Höhe, sondern kürzte diese wegen ihrer Teilzeitbeschäftigung jeweils um die Hälfte.

Teilzeitkräfte: Mitarbeiterin verlangte weiterhin Wechselschichtzulagen

Dagegen setzte sich die Mitarbeiterin zur Wehr und klagte. Ihrer Meinung nach sei Voraussetzung für die Zahlung der Zulagen lediglich eine ständige Schicht- oder Wechselschichtarbeit. Auf den Umfang der Arbeitsleistung komme es für die Höhe der Zulage nicht an. Dies sahen die Bundesrichter anders und wiesen die Klage der Mitarbeiterin ab. Sie habe keinen Anspruch auf die vollen Zulagen. Da im Tarifvertrag nicht ausdrücklich geregelt sei, dass auch Teilzeitkräfte Anspruch auf den Zuschlag in voller Höhe haben, müsse er für Teilzeitkräfte entsprechend dem Umfang der verminderten Arbeitszeit gezahlt werden. Unrechtmäßig wäre die Kürzung nur, wenn in der Tarifvereinbarung z. B. Festgeschrieben worden sei, dass Teilzeitkräfte weniger erhalten würden als die auf ihre Arbeitszeit entfallende Zulage. Nur dann läge eine Ungleichbehandlung vor. BAG, Urteil vom 24.09.2008, Az.: 10 AZR 634/07

Benachteiligung von Teilzeitkräften weiterhin tabu

Grundsätzlich gilt daher auch weiterhin: Eine Benachteiligung von Teilzeitmitarbeitern ist tabu. Das bedeutet: Es gilt der Grundsatz der Gleichbehandlung, wonach teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmer wegen der Teilzeit nicht schlechter behandelt werden dürfen als vergleichbare vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer, § 4 TzBfG.

Beispiele: Teilzeitbeschäftigte dürfen Sie etwa bei anstehenden Beförderungen allein wegen ihrer Teilzeitbeschäftigung nicht außen vor lassen. Ebenso dürfen Sie Mitarbeiter wegen ihres Teilzeitjobs nicht von betrieblichen Sozialleistungen wie etwa Fahrtkostenzuschuss, Weihnachts- und Urlaubsgeld ausschließen.

Teilzeitkräfte: Keine Abstriche bei Überstundenzuschlägen

Selbstverständlich müssen Sie auch Überstunden Ihrer Teilzeitkräfte vergüten, und zwar der Höhe nach in Relation zu einer Vollzeitkraft.

Tipp: Halten Sie im Arbeitsvertrag daher am besten z. B. Durch nachfolgende Klausel fest, ab wie vielen Arbeitsstunden ein etwaiger Überstundenzuschlag gewährt wird:
„Für Überstunden, die über die Wochenarbeitszeit eines vergleichbar vollzeitbeschäftigten Mitarbeiters von … Wochenstunden hinausgehen, erhält der Arbeitnehmer einen Überstundenzuschlag von … % der Bruttostundenvergütung.“

Allerdings brauchen Sie Teilzeitkräften nicht auch den gleichen Lohn wie den Vollzeitkräften zu zahlen; Geldleistungen müssen Sie nur entsprechend dem Verhältnis von der Vollzeitarbeit zur Teilzeitarbeit gewähren. Zulässig ist eine unterschiedliche Behandlung dann, wenn sie nicht wegen der Teilzeitarbeit, sondern aus anderen Gründen, wie z. B. Wegen einer anderen Arbeitsleistung, einer geringeren Qualifikation oder Berufserfahrung erfolgt. Es muss also auch immer ein sachlicher Grund für eine Ungleichbehandlung vorliegen.

Tipp: Teilzeitkräfte berufen sich immer gern auf den Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz. Sie sollten daher darauf achten, dass Sie für eine Ungleichbehandlung, z. B. Bei der Vergütung, immer plausible, stichhaltige und vor allen Dingen sachliche Gründe haben, die Sie im Streitfall auch beweisen können. Klären Sie die Situation erst einmal im Gespräch, bevor sie zu einem offiziellen Verfahren zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber wird.

Lohn und Gehaltsabrechnung aktuell

Vom Anspruch auf Teilzeitbeschäftigung über Mutterschutz und Elternzeit bis hin zu Fragen zu Urlaubsgewährung, Überstunden und Sonderurlaub. Vereinfachen Sie jetzt Ihre Lohnabrechnung!

Datenschutz

Anzeige

Produktempfehlungen

Steigern Sie Ihre Erfolgsquote: Vergaberecht & Angebotsstrategien für Bieter

Machen Sie Ihre Lohn- und Gehaltsabrechnung unangreifbar!

Der persönliche 15-Minuten-Coach für erfolgreiche Führungskräfte, Chefs und Vorgesetzte.

Betriebliche Entgeltabrechnung auf dem neuesten Stand der Gesetzgebung und Rechtsprechung

Rechtssichere und professionelle Personalarbeit

Einfach und sicher im Personalbüro – Sozialversicherung | Lohnsteuer | Arbeitsrecht