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Teilzeitkräfte: Wechsel von Voll- auf Teilzeit - Bei wem wird gekürzt – bei wem nicht?

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Lohn Gehalt Teilzeitkräfte

Von Günter Stein,

Die Frage: In einer der letzten Ausgaben schreiben Sie, dass ein Arbeitnehmer, der in Elternzeit geht und dann wiederkommt, seinen vollen Resturlaubsanspruch aus der Zeit vor der Elternzeit behält, auch wenn er nach der Elternzeit in Teilzeit arbeitet.

„Es wird also nicht anteilig umgerechnet“, so Ihr Fazit. Meine Frage: Gilt dies nur für die Elternzeit oder bei allen Resturlaubsansprüchen, also z.B. auch bei Wiederaufnahme nach langer Krankheit? Und wie genau wird, falls andere Fälle nicht betroffen, umgerechnet?

Wie der Urlaubsanspruch nach Ende der Elternzeit aussieht

Die Antwort: Diese Regelung, dass der vor der Elternzeit entstandene Urlaub nach Rückkehr in die Elternzeit nicht gekürzt werden darf, falls der Arbeitnehmer nicht mehr in Vollzeit, sondern in Teilzeit arbeitet, betrifft ausschließlich das Thema Elternzeit. Denn hierüber hat der Europäische Gerichtshof entschieden, und die deutsche Regelung außer Kraft gesetzt. Für alle anderen Fälle gilt: Verkürzt ein früherer Vollzeitarbeitnehmer seine Arbeitszeit, wird der noch offene Resturlaub gekürzt. Dabei gilt Folgendes: Arbeitet die Teilzeitkraft an allen Arbeitstagen der Woche, umfasst der Urlaubsanspruch ebenso viele Tage wie bei Vollzeitbeschäftigten. Anders ist es bei Teilzeitkräften, die nicht an allen Arbeitstagen der Woche arbeiten. Der Urlaubsanspruch errechnet sich dann wie folgt:

(Anzahl der Urlaubstage der Vollzeitkraft x Arbeitstage pro Woche der Teilzeitkraft) / 5

Ihre Vollzeitkräfte arbeiten an 5 Tagen die Woche und haben einen Jahresurlaub von 30 Tagen. Frau Cengiz arbeitet nur an 2 Tagen pro Woche. Ihr Urlaubsanspruch beträgt: 30 x 2 : 5 = 12 Urlaubstage.

Anrechnung freier Tage bei Teilzeitkräften – ja oder nein?

Bei Teilzeitkräften, die nicht an allen Werktagen der Woche arbeiten, stellt sich die Frage, ob die arbeitsfreien Tage auf den Urlaubsanspruch angerechnet werden. Ist der Urlaub vertraglich nach Werktagen bemessen, ist dieser in Arbeitstage umzurechnen, wenn die Arbeitszeit für den Arbeitnehmer nicht auf alle Werktage einer Woche verteilt ist. Fehlt eine Umrechnungsregel, sind die Werktage und die Arbeitstage so zueinander in Beziehung zu setzen, dass bei Verteilung der Arbeitszeit auf weniger als 6 Arbeitstage die Gesamtdauer des Urlaubs durch die Zahl 6 geteilt und mit der Zahl der Arbeitstage einer Woche multipliziert wird, also:

Beträgt der Urlaub eines Teilzeitbeschäftigten z. B. 36 Werktage, arbeitet der Mitarbeiter jedoch nur an 3 Tagen in der Woche, so stehen ihm im Ergebnis nur 18 Arbeitstage Urlaub zu (36 : 6 x 3).

Im Ergebnis werden somit alle Werktage – also auch die arbeitsfreien, an denen der Arbeitnehmer nicht arbeiten würde – auf den Urlaub angerechnet.

Problem unregelmäßiger Einsatz von Teilzeitkräften

Wie aber ermitteln Sie den korrekten Urlaubsanspruch, wenn die Teilzeitkräfte an verschiedenen Tagen in wechselndem zeitlichem Umfang arbeiten?

Fall 1: Ihre Sekretärin arbeitet an 2 Tagen in der Woche jeweils 8 Stunden, an einem weiteren Tag 4 Stunden. Der Urlaubsanspruch Ihrer Sekretärin entspricht dem von Vollzeitkräften und beträgt 30 Arbeitstage. Das Problem für Sie: Verständlicherweise ist die Sekretärin geneigt, ihre Urlaubsanträge meist so zu stellen, dass nur die vollen Arbeitstage betroffen sind. Dies führt im Ergebnis zu einer Ungleichbehandlung gegenüber den Vollzeitbeschäftigten. Zur Gleichbehandlung mit Vollzeitkräften ist deshalb eine Umrechnung des Urlaubs auf halbe Tage sinnvoll. Bei den üblichen 6 Wochen Urlaub entspricht dies 30 Halbtagen. Das ist möglich; wichtig ist nur, dass die Mitarbeiterin unter dem Strich auf die 6 Wochen Urlaub kommt.

Fall 2: Eine Aushilfskraft arbeitet mit einem vereinbarten Wochenvolumen von 14 Stunden, die jedoch an wechselnden Tagen mit unterschiedlichem Zeitaufwand geleistet werden (z.B. in der 1. Woche 2 Tage zu 7 Stunden, in der 2. Woche 2 Tage zu 5 Stunden und 1 Tag zu 4 Stunden). Hier kann ein angemessener Urlaub von z.B. 6 Wochen nur über das Stundenvolumen ermittelt werden (bei 6 Wochen sind das 6 x 14 Stunden = 84 Stunden).

Arbeitgeber-Tipp: Treffen Sie eine klare Regelung im Arbeitsvertrag. So vermeiden Sie langwierige Diskussionen, wie wann umgerechnet wird. Ihre Regelung kann etwa lauten:

Der Urlaubsanspruch entspricht dem eines Vollzeitarbeitnehmers und beträgt 30 Halbtage (Fall 1) bzw. 84 Stunden (Fall 2). Das Urlaubsentgelt wird im Verhältnis der Teilzeit- zur Vollzeitarbeit gezahlt.

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