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Überstunden von Teilzeitkräften: So gehen Sie als Arbeitgeber rechtssicher vor

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Von Günter Stein,

Grundsätzlich sollen Teilzeitkräfte keine Überstunden leisten. Schnell kann so der Teilzeitjob zum Vollzeitjob werden, so dass Ihr Mitarbeiter unter Umständen ein Anrecht auf einen Vollzeitarbeitsplatz nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) erlangt.

 

Sie als Arbeitgeber sollten deshalb wissen, dass Teilzeitmitarbeiter nur dann einen Anspruch auf Leistung von Zuschlägen auf Überstunden haben, wenn sie die Vollzeitarbeit überschreiten (BAG, Urteil vom 20.06.1995, Aktenzeichen: 3 AZR 539/93). Konkret bedeutet dies, dass die erste Stunde, die ein teilzeitbeschäftigter Mitarbeiter über seine vertraglich vereinbarte Arbeitszeit hinaus bei Ihnen tätig ist, noch nicht zuschlagspflichtig ist. Etwas anderes gilt dann, wenn Überstundenzuschläge auch bei Teilzeitmitarbeitern im Arbeitsvertrag oder durch einen Tarifvertrag ausdrücklich geregelt sind.
Beispiel: Zuschläge ab der 41. Wochenstunde
Regina Lehmann ist zu 20 Wochenstunden beschäftigt. Der für sie gültige Tarifvertrag geht von einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden aus. Regina Lehmann hat an den beiden letzten Wochenenden im Januar 2012 jeweils samstags 4 Überstunden geleistet. In ihrem Arbeitsvertrag steht, dass Überstundenzuschläge erst ab der 41. Wochenstunde gezahlt werden.
Folge: Sie bezahlen die zusätzlich geleisteten 8 Arbeitsstunden an den Samstagen. Zuschläge auf diese Überstunden kann Regina Lehmann nicht fordern.

 

Tipp: Nehmen Sie deshalb am besten sowohl eine Regelung zum Ableisten von Überstunden als auch eine Regelung zur Vergütung von Überstundenzuschlägen in den Arbeitsvertrag mit der folgenden Musterformulierung auf:„Die Mitarbeiterin erklärt sich bereit, auf Anordnung des Arbeitgebers / Vorgesetzten bis zu 6 Überstunden pro Woche zu leisten. Angeordnete und vom Betriebsrat / von der Mitarbeitervertretung genehmigte Überstunden werden mit einem Zuschlag von 25 % vergütet. Für Teilzeitkräfte erfolgt eine Vergütung mit Zuschlag erst ab Überschreiten der Regelarbeitszeit eines vollzeitbeschäftigten Mitarbeiters.“

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