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Welche Vorteile Minijobs für Sie und Ihre Mitarbeiter haben

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Urheber: stockWERK | Fotolia

Von Bernd Ponetsmüller,

Minijobs sind sozialversicherungsrechtlich begünstigt und daher bei vielen Arbeitnehmern äußerst beliebt. Vor allem als Nebenjob sind sie ein Beschäftigungsmagnet: Etwa jeder dritte Minijob wird im Nebenerwerb ausgeübt.

Mitarbeitergewinnung: Schöpfen Sie aus dem Teilzeitkräfte-Reservoir

In dem Punkt werden Sie mir sicher zustimmen: Der Fachkräftebedarf ist anhaltend groß. Allein mit Vollzeitkräften lässt sich der Bedarf nicht decken. Es werden daher auch Teilzeitkräfte benötigt.

Tipp: Verengen Sie Ihren Blick bei einer Stellenbesetzung daher nicht von vornherein auf die klassische Vollbesetzung. Eine Stelle mit mehreren Minijobbern zu besetzen (statt mit einem einzigen Mitarbeiter), kann durchaus eine Überlegung wert sein.

Außerdem können Sie so vielleicht zukünftige Vollzeitkräfte gewinnen: So bevorzugen z. B. Eltern mit kleinen Kindern zunächst einen Teilzeitjob mit wenigen Stunden; mit zunehmendem Alter der Kinder können die Eltern dann immer mehr arbeiten.

Arbeitsflexibilität: Mit Minijobbern Auftragsspitzen abfedern

Die Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten in Teilzeit erleichtert es Ihnen, in arbeitsintensiven Phasen eine höhere Zahl an Mitarbeitern zur Verfügung zu haben. Das Gute ist hier: Sie dürfen seit 2009 auch für Ihre Minijobber uneingeschränkt Gleitzeit- oder Jahreszeitkonten führen.

Beispiel Jahreszeitkonto: Sie zahlen Ihrem Minijobber Monat für Monat sein – abhängig vom vereinbarten Stundenlohn und der vertraglich festgelegten monatlichen Soll-Arbeitszeit - verstetigtes Arbeitsentgelt.

Der Arbeitsumfang Ihres Minijobbers hingegen darf monatlich je nach Bedarf schwanken. Er arbeitet in den Kalendermonaten also mal mehr oder mal weniger als vertraglich vorgesehen. Die tatsächlichen Arbeitszeiten werden in einem Zeitkonto erfasst und mit der Sollzeit abgeglichen. Am Jahresende müssen die vertragliche Jahresarbeitszeit und das vertragliche Jahresarbeitsentgelt dann aufgehen.

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Beachten Sie: Eine Arbeitszeitregelung für Ihre Minijobber muss zwingend auch den tatsächlichen (!) Abbau von Guthabenzeiten vorsehen. Tricksen Sie hier nicht herum. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Minijob als sozialversicherungspflichtige Beschäftigung angesehen wird (vgl. Ziffer B 5.1 (Seite 70) der Geringfügigkeits-Richtlinien vom 12. 11. 2014).

Die Vorteile eines Arbeitszeitkontos sind bei Minijobs erheblich

  • Wenn es die betriebliche Situation erfordert, können Sie Ihren Minijobber für die Dauer von bis zu drei Monaten unter Fortzahlung des Arbeitsentgelts sogar von der Arbeitsleistung freistellen (vgl. Ziffer B 5.1 (Seite 69) der Geringfügigkeits-Richtlinien vom 12. 11. 2014). In den übrigen Kalendermonaten setzen Sie Ihren Mitarbeiter dann entsprechend intensiver ein.
  • Die an die Minijob-Zentrale zu entrichtenden Abgaben (siehe Seite M34/15) sind aus dem (gleichmäßigen) verstetigten Arbeitsentgelt zu ermitteln. Dies erspart Ihnen kompliziertes Hin- und Herrechnen. Auch die Einhaltung der Verdienstgrenze haben Sie so besser im Blick.

Wichtig: Führen Sie Arbeitszeitkonten, dann können Sie sich auf die Sonderregel, nach der die monatliche Verdienstgrenze bis zu zwei- bzw. dreimal jährlich bei unvorhersehbaren Ereignissen überschritten werden darf (siehe Seite M34/5), leider nicht berufen! Die Überschreitung des Jahresgrenzwertes von 5.400 s führt bei den ohnehin flexiblen Arbeitszeitkonten immer zur Beendigung der geringfügig entlohnten Beschäftigung!

Sozialversicherung: (fast) keine Versicherungspflicht

Für Ihre Mitarbeiter ist ein Minijob günstig, denn Sozialversicherungspflicht besteht so gut wie keine.

Pflege- und Arbeitslosenversicherung

Minijobs sind für Ihren Mitarbeiter hier versicherungsfrei. Beiträge sind daher weder einzubehalten noch abzuführen.

Krankenversicherung

Auch im Bereich der Krankenversicherung besteht für den Minijobber Versicherungsfreiheit. Dementsprechend sind vom Mitarbeiter keine Sozialversicherungsbeiträge zur Krankenversicherung zu entrichten.

Achtung! Ein Minijobber erwirbt über seine geringfügige Beschäftigung keinen Krankenversicherungsschutz! Das wird von den Beschäftigten oft verkannt. Eventuell müssen Sie als Arbeitgeber aber einen Pauschalbeitrag an die Minijob-Zentrale abführen.

Rentenversicherung

Bei der Beurteilung der Versicherungslage Ihrer Minijobber im Bereich der Rentenversicherung müssen Sie unterscheiden: Hat Ihr Minijobber seine Tätigkeit ab dem 1. 1. 2013 oder vor dem 1. 1. 2013 aufgenommen?

Vertragsbeginn ab dem 1. 1. 2013

Seit dem 1. 1. 2013 gilt für Minijobs in der Rentenversicherung Sozialversicherungspflicht. Ausnahmen: Nicht versicherungspflichtig sind Arbeitnehmer, die eine Altersvollrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung oder einer vergleichbaren Altersversorgung öffentlich-rechtlicher Art beziehen.

Der Versicherungsbeitrag (aktuell: 18,7 % des der Beschäftigung zugrunde liegenden Arbeitsentgelts) wird folgendermaßen verteilt:

Arbeitgeberanteil (fix) 15 %
Eigenanteil Minijobber (variabel) 3,7 %

Grundsatz: Der Pflichtbeitrag ist grundsätzlich aus mindestens 175 € zu berechnen. Der Anteil des Minijobbers ist entsprechend aufzustocken.

Ausnahme: Sofern Ihr Minijobber einer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung nachgeht, der Minijob somit eine Nebentätigkeit darstellt, ist die Mindestbeitragsbemessungsgrundlage aber irrelevant. Das heißt: Sie berechnen die Rentenversicherungsbeiträge dann ganz normal aus dem tatsächlichen Entgelt.

Vertragsbeginn vor dem 1. 1. 2013

Hat Ihr Minijobber seine geringfügige Tätigkeit vor dem 1. 1. 2013 im Rahmen des damaligen 400 s-Minijobs aufgenommen? Dann beachten Sie Folgendes:

Bis 31. 12. 2012 bestand – im Gegensatz zur aktuellen Rechtslage – in der gesetzlichen Rentenversicherung Versicherungsfreiheit. Der Minijobber hatte aber die Möglichkeit, sich von der Versicherungsfreiheit befreien zu lassen. Je nach dem, ob damals davon Gebrauch gemacht wurde, beurteilen Sie die Rechtslage heute wie folgt:

Ihr Minijobber hat damals auf die Versicherungsfreiheit verzichtet: Versicherungspflicht
Ihr Minijobber hat damals nicht auf die Versicherungsfreiheit verzichtet: Versicherungsfreiheit

Losgelöst von der Frage, ob eine Versicherungspflicht besteht oder nicht, müssen Sie als Arbeitgeber einen Pauschalbeitrag an die Minijob-Zentrale abführen.

Außerdem: Ihre Minijobber müssen Sie auch bei dem für Ihr Unternehmen zuständigen Unfallversicherungsträger (Berufsgenossenschaft) anmelden. Die Beitragshöhe ist branchenabhängig.

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