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Worauf Sie bei Saisonaushilfen besonders achten müssen

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Von Günter Stein,

Befristet beschäftigte Aushilfen sind ideale Mitarbeiter, wenn es darum geht, vorübergehende Saisonspitzen und Arbeitskräftedefizite zu überbrücken.

Möchten Sie dabei bestimmte Aushilfen immer wieder einstellen, benötigen Sie aber für die Befristung einen Sachgrund. Besonders passend ist dann der Grund des „vorübergehenden Mehrbedarfs“. Doch genau dieser Befristungsgrund hat es in sich und lässt zahlreiche Befristungen letztendlich vor Gericht scheitern. So erging es kürzlich auch wieder einem bekannten deutschen Bekleidungsunternehmen mit bundesweit rund 300 Standorten.

Das Unternehmen stellt immer wieder zahlreiche Saisonaushilfen vor allem im Rahmen des Herbst- und Wintergeschäfts ein. Grundlage der Arbeitsverhältnisse sind Formulararbeitsverträge, die allerdings keine Angaben zu den Sachgründen für die Befristungen enthalten. Eine Aushilfe, die wiederholt von dem Unternehmen befristet beschäftigt wurde, klagte schließlich vor dem Landesarbeitsgericht (LAG) Düsseldorf auf ein unbefristetes Arbeitsverhältnis. Im Verfahren berief sich die Arbeitgeberin auf den Sachgrund „des vorübergehenden Mehrbedarfs“ auf Grund von Umsatzspitzenzeiten. Am höchsten sei der Umsatz regelmäßig im Dezember.

Planung war nicht plausibel

Das LAG konnte die Personalbedarfsplanung der Arbeitgeberin im konkreten Fall aber nicht nachvollziehen. Aus den Darlegungen des Unternehmens gehe nicht hervor, inwieweit sich die Beschäftigung der Aushilfe aus dem mittelbaren oder unmittelbaren saisonalen Mehrbedarf erkläre. Der Zeitraum der Befristung gehe über den nachgewiesenen Anstieg der Umsatz- und Besucherzahlen hinaus. Außerdem sei bei der Mitarbeiterin das Stundentotal im Oktober und Januar am höchsten und im umsatzstärkeren November am niedrigsten. Das Gericht verwarf damit den vorgetragenen Sachgrund der Arbeitgeberin und gab der Aushilfe Recht (Urteil vom 16.1.2008, AZ: 12 Sa 1524/ 07). Das Arbeitsverhältnis war damit unbefristet und konnte nur durch eine Kündigung beendet werden.

Belegen Sie den Mehrbedarf sorgfältig

Von befristet beschäftigten Aushilfen können Sie als Arbeitgeber nur profitieren: Die Mitarbeiter sind flexibel einsetzbar und das Arbeitsverhältnis endet automatisch, ohne dass Sie hierfür eine Kündigung benötigen. Das gilt aber nur, wenn Sie bei der Befristung alles den Sachgrund des „vorübergehenden Mehrbedarfs“ stützen, müssen Sie, wie die Gerichtsurteile der vergangenen Monate zeigen, besonders sorgfältig sein. Wichtig ist Folgendes – wie das LAG Düsseldorf in oben genannter Entscheidung nochmals betont:

  1. Sie müssen bereits bei Vertragsschluss mit hinreichender Sicherheit erwarten, dass Sie für den Mitarbeiter nach Auslaufen der Beschäftigung keinen Bedarf mehr haben.
  2. Hierzu müssen Sie eine Prognose erstellen, der konkrete Anhaltspunkte zu Grunde liegen.
  3. Diese konkreten und nachvollziehbaren Anhaltspunkte müssen Sie in einem möglichen Rechtsstreit auch nachweisen können.
Tipp: Besonders risikoarm sind Befristungen, für die Sie keinen Sachgrund benötigen. Das ist der Fall, wenn Sie Befristungen vereinbaren, die die folgenden Kriterien erfüllen:
Sie schließen sie mit Mitarbeitern ab, die noch nie in Ihrem Unternehmen gearbeitet haben,
und es handelt sich um Befristungen mit einer Dauer unter 2 Jahren
und die Befristungen werden innerhalb dieser 2 Jahre nicht mehr als 3-mal verlängert.

 

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