Gratis-Download

Mitarbeiter Ihres Unternehmens, die zwischen 450,01 € und 850 € monatlich verdienen, befinden sich automatisch in der sogenannten Gleitzone. Für diese...

Jetzt downloaden

Wunsch nach Teilzeitarbeit: Wann Sie ablehnen dürfen

0 Beurteilungen

Von Günter Stein,

Beschäftigen Sie regelmäßig mehr als 15 Arbeitnehmer, haben Ihre Mitarbeiter nach § 8 Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) einen Anspruch auf die Verringerung ihrer Arbeitszeit.

Einen solchen Teilzeitwunsch dürfen Sie nur aus betrieblichen Gründen ablehnen. Lehnen Sie ihn ohne Grund ab, ist Ihre Weigerung unberechtigt. Das ist auch dann der Fall, wenn sich der Betriebsrat auf Ihre Seite stellt und ebenfalls seine Zustimmung zum Teilzeitantrag verweigert (Landesarbeitsgericht = LAG Schleswig-Holstein, Urteil vom 4.10. 2007, AZ: 4 Sa 242/07).

Im Streitfall wollte die Mitarbeiterin eines Baumarkts nach ihrer Rückkehr aus der Elternzeit die Arbeitszeit von 37,5 auf 30 Wochenstunden reduzieren. Zusammen mit ihrem Antrag verlangte sie außerdem eine ganz bestimmte Verteilung der Arbeitszeit (montags bis freitags von 8 bis 15 Uhr). Ihre Begründung: Sie sei als allein erziehende Mutter auf die beantragten Arbeitszeiten angewiesen. Die Arbeitgeberin war zwar mit der Reduzierung, nicht aber mit der gewünschten Verteilung einverstanden und lehnte den Antrag insgesamt ab: Auf Grund der Öffnungszeiten ihrer Baumärkte würden alle Mitarbeiter flexibel eingesetzt und müssten ungefähr gleich oft auch die unbeliebteren Schichten hinnehmen. Der Betriebsrat verweigerte die Zustimmung zu dem Teilzeitwunsch ebenfalls. Seiner Ansicht nach wäre es eine erhebliche Störung des Betriebsfriedens, wenn für einzelne Arbeitnehmer eine Ausnahme von den flexiblen Arbeitszeiten gemacht würde.

Auch die Situation Ihrer Mitarbeiter ist Kriterium

Letztendlich half dies der Arbeitgeberin aber wenig: Das LAG gab der Mitarbeiterin Recht, die gegen die Ablehnung des Teilzeitwunsches klagte. Nach Ansicht des Gerichts hätte die Arbeitgeberin weder Reduzierung noch gewünschte Verteilung der Arbeitszeit ablehnen dürfen. Daran ändere auch, so das Urteil, die Ablehnung des Betriebsrats nichts (gegen diese Entscheidung ist eine Revision beim Bundesarbeitsgericht anhängig). Betriebsrat und Arbeitgeberin hätten die besondere familiäre Situation der Mitarbeiterin berücksichtigen und eine Einzelfallwürdigung vornehmen müssen.

Ihr Betriebsrat muss § 8 TzBfG ebenfalls beachten

Beantragt ein Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen Teilzeit, muss unter Umständen auch Ihr Betriebsrat beteiligt werden. Dieser hat nach § 87 Abs. 1 Nr. 2 Betriebsverfassungsgesetz sogar ein Mitbestimmungsrecht, wenn der Teilzeitwunsch die Verteilung der Arbeitszeit im Unternehmen betrifft. Lehnt der Betriebsrat dann den Teilzeitwunsch ab, haben Sie zunächst keine Wahl: Sie dürfen dem Teilzeitbegehren des Mitarbeiters nicht nachgeben. Klagt der Beschäftigte daraufhin, wird auch die Ablehnung des Betriebsrats anhand des § 8 TzBfG überprüft. Das bedeutet: Auch der Betriebsrat muss vor seiner Entscheidung überprüfen, ob es für die Ablehnung des Verringerungs- und/oder Verteilungswunsches betriebliche Gründe entsprechend § 8 TzBfG gibt.

Lohn und Gehaltsabrechnung aktuell

Vom Anspruch auf Teilzeitbeschäftigung über Mutterschutz und Elternzeit bis hin zu Fragen zu Urlaubsgewährung, Überstunden und Sonderurlaub. Vereinfachen Sie jetzt Ihre Lohnabrechnung!

Datenschutz

Anzeige

Produktempfehlungen

Steigern Sie Ihre Erfolgsquote: Vergaberecht & Angebotsstrategien für Bieter

Machen Sie Ihre Lohn- und Gehaltsabrechnung unangreifbar!

Der persönliche 15-Minuten-Coach für erfolgreiche Führungskräfte, Chefs und Vorgesetzte.

Betriebliche Entgeltabrechnung auf dem neuesten Stand der Gesetzgebung und Rechtsprechung

Rechtssichere und professionelle Personalarbeit

Einfach und sicher im Personalbüro – Sozialversicherung | Lohnsteuer | Arbeitsrecht