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Entgelterhöhungen gibt das Budget eines Unternehmens nicht immer her – zudem bleibt den Beschäftigten nach Abzug von Lohnsteuer und...

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Arbeitslose einsetzen

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Lohn Gehalt Lohnsteuer

Von Günter Stein,

Egal ob Ihr eigentlich arbeitsloser Mitarbeiter reguläres Arbeitslosengeld (ALG) oder ALG II (Hartz IV) bekommt – als erstes müssen Sie ihm als Arbeitgeber eine Bescheinigung über Nebeneinkommen aushändigen, auch wenn er selbstständig oder freiberuflich für Sie tätig wird.

Die Bescheinigung ist dazu gedacht, die Agentur für Arbeit über Bestehen und Umfang der Teilzeitbeschäftigung zu informieren. Damit prüft das Amt, wie sich die Nebenbeschäftigung auf den Bezug des ALG auswirkt. Sie müssen sie ihrem Mitarbeiter unverzüglich jeden Monat aushändigen.

Tipp: Bewahren Sie von jeder ausgestellten Bescheinigung eine Kopie bei den Lohnunterlagen auf. Sie ersparen sich dadurch Rückfragen bei einer Betriebsprüfung.

Versäumnisse kommen Sie teuer zu stehen

Den Vordruck können Sie sich bei www.arbeitsagentur.de herunterladen. Sie müssen das genau genommen aber nicht tun: Ihr Mitarbeiter muss es Ihnen von sich aus aushändigen. Tut er das nicht, kann ihm das eine Geldbuße von bis zu 2000 Euro einbringen. Legt er die Bescheinigung nicht vor – und verschweigt damit der Arbeitsagentur, dass er einer Nebenbeschäftigung nachgeht – kann ihn das richtig teuer zu stehen kommen: Geldbußen bis zu 300.000 Euro sind hierfür denkbar.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Einen Arbeitslosen zu nebenher zu beschäftigen ist legal! Und ja eigentlich auch wünschenswert.

Aber wenn Sie einen Fehler machen, kann es für Sie rasch teuer werden, etwa beim Ausfüllen der Bescheinigung über den Nebenerwerb. Die müssen Sie als Arbeitgeber richtig, vollständig und rechtzeitig ausfüllen und Ihrem Mitarbeiter rechtzeitig aushändigen – tun Sie das vorsätzlich nicht, kann Sie das bis zu 2000 Euro Geldbuße kosten. Womöglich werden Sie dann noch schadensersatzpflichtig gegenüber der Arbeitsagentur – für den Betrag, den die Agentur für Arbeit von Ihrem arbeitslosen Mitarbeiter nicht mehr zurückfordern kann, weil der mittellos ist.

Tipp: In Ihrem eigenen Interesse sollten Sie stets auf Nummer Sicher gehen. Wenn der Mitarbeiter von sich aus nicht erklärt, arbeitslos zu sein, lassen Sie sich von ihm schriftlich bestätigen, dass er keine Leistungen der Agentur für Arbeit bezieht. Wenn Sie einen Arbeitslosen beschäftigen, obwohl Sie wissen, dass er laufende Geldleistungen der Agentur für Arbeit beantragt hat oder erhält, droht Ihnen hierfür eine Geldbuße von bis zu 500.000 Euro.

Ab 15 Wochenstunden ist das Arbeitslosengeld futsch

Arbeitet Ihr Mitarbeiter 15 oder mehr Stunden pro Woche bei Ihnen, streicht die Arbeitsagentur ihm das ALG vollständig. Abzüge nimmt die Arbeitsagentur vor, wenn der Mitarbeiter weniger als 15 Stunden pro Woche arbeitet. Dann darf das Nettoentgelt aus der Beschäftigung bestimmte Freibeträge nicht überschreiten – die sind unterschiedlich hoch für Bezieher von ALG und ALG II sowie je nach Familiensituation.

Wenn Ihr Mitarbeiter reguläres Arbeitslosengeld bezieht, darf er nicht mehr als 14,99 Stunden pro Woche bei Ihnen arbeiten und sein Nettoentgelt darf 165 Euro im Monat nicht übersteigen – nach Abzug von Steuern, Sozialversicherungsbeiträgen, Werbungskosten und einem Freibetrag.

Arbeitslose müssen ihren Nebenerwerb versteuern

Der Arbeitslose ist auch während einer geringfügigen Beschäftigung steuerpflichtig. Zwar ist das ALG selbst steuerfrei, aber es wird im Rahmen des Progressionsvorbehalts auf das steuerpflichtige Einkommen angerechnet. Das brauchen Sie aber beim Steuerabzug nicht zu berücksichtigen. Sie berechnen die Steuern wie bei Ihren übrigen Arbeitnehmern.

Sozialversicherungsbeiträge, die vom Bruttoeinkommen abzuziehen wären, fallen nicht an. Beiträge an die gesetzliche Unfallversicherung (Berufsgenossenschaft) und Pauschalbeiträge für geringfügig Beschäftigte (für Kranken- und Rentenversicherung) aber durchaus.

Die Freibeträge richten sich nach der Familiensituation Ihres Mitarbeiters

Nimmt ein Bezieher von Arbeitslosengeld II eine Beschäftigung auf, wird sein Entgelt von 100 Euro an voll auf die Leistung angerechnet. Das gilt übrigens auch, wenn es sich um einen nicht erwerbsfähigen Angehörigen des ALG-II-Beziehers handelt. Voraussetzung ist, dass er mit diesem in einer Bedarfsgemeinschaft lebt und deshalb nicht Arbeitslosengeld II, sondern Sozialgeld erhält.

Übersteigt das monatliche Einkommen eines ALG-II-Empfängers 100 Euro, beträgt aber nicht mehr als 800 Euro, beläuft sich der Freibetrag auf 20 Prozent der Differenz übersteigt das von Ihnen gezahlte Entgelt den Betrag von 800 Euro, beträgt es aber nicht mehr als 1.200 Euro, beträgt der Freibetrag für die Differenz zwischen 800 Euro und dem gezahlten Entgelt 10 Prozent. Wer ein minderjähriges Kind hat oder mit einem Kind in einer Bedarfsgemeinschaft lebt, für den sind es statt 1200 Euro 1500 Euro Freibetrag. Der Abzug des Freibetrags erfolgt von dem Nettoentgelt.

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