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Darauf müssen Sie achten, wenn Sie Überstunden bezahlen

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Von Günter Stein,

Wenn Sie Überstunden nicht in Freizeit ausgleichen, sondern bezahlen, müssen Sie sich an die geltenden Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen halten. Regelt ein für Sie gültiger Tarifvertrag, dass Überstunden pauschal mit 50 % Zuschlag zu vergüten sind, können Sie hiervon nicht einseitig abweichen. Die Regelungen des Tarifvertrags gelten als Rechtsnormen und sind unmittelbar und zwingend anzuwenden. In keinem Fall dürfen Sie deshalb zum Nachteil Ihrer Mitarbeiter den Überstundenzuschlag kürzen.

 

Wenn Sie keinem Tarifvertrag unterliegen, müssen Sie die Vergütung einer Überstunde am regulären Bruttomonatsverdienst orientieren (§ 612 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)). Ein Zuschlag auf die Überstunde fällt nur dann an, wenn dieser Zuschlag entweder vertraglich vereinbart, betriebs- oder branchenüblich ist.
Branchenübliche Zuschläge können zwischen 25 und 100 % des Bruttoarbeitsverdienstes betragen.
In den meisten Fällen erfolgt dies in Abhängigkeit davon, ob die Überstunden an Werktagen, nachts oder an Sonn- und Feiertagen geleistet werden. Wenn ein Mitarbeiter auf Basis eines Stundenlohns bei Ihnen beschäftigt ist, entspricht die Vergütung der Überstunde dem Grundlohn pro Arbeitsstunde.

Pauschale Überstundenregelung ist möglich

Wenn Sie keine stundengenaue Abrechnung wünschen, ist es Ihnen auch möglich, Überstunden durch eine monatlich höhere Vergütung des Mitarbeiters pauschal abzugelten. Wichtig ist jedoch, dass Sie im Arbeitsvertrag festhalten, wie viele Überstunden abgegolten werden sollen.
Vorsicht:
Sie haben schon seit langem in Ihren Arbeitsverträgen eine Klausel, wonach sämtliche Überstunden durch eine Monatspauschale in Höhe von (z. B.) 250 Euro komplett abgegolten sind.
Folge: Eine solche Klausel ist unwirksam. Sie verstößt gegen das Transparenzgebot des § 307 BGB. Nur eine konkrete Klausel unter Angabe der genauen Zahl der pauschal vergüteten Überstunden kann wirksam sein.

 

Praxis-Tipp: Überstundenregelungen genau festhalten

Legen Sie exakt die Zahl der Überstunden fest, die Sie durch eine höhere Monatsvergütung abgelten wollen. Orientieren Sie sich dabei daran, dass Sie 10 % der üblichen Arbeitszeit nicht überschreiten.

Beispiel:
In Ihrem Unternehmen liegt die monatliche Arbeitszeit für die Mitarbeiter bei 160 Stunden. Eine Pauschalvergütung, die die 10-%-Grenze beachtet, erlaubt somit eine Abgeltung von 16 Überstunden im Monat mit einem höheren Gehalt. Ab der 17. Überstunde müssen Sie jede Überstunde extra bezahlen.

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