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Entgelterhöhungen gibt das Budget eines Unternehmens nicht immer her – zudem bleibt den Beschäftigten nach Abzug von Lohnsteuer und...

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Das können Sie aus dem Urlaubsgeld noch machen

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Von Midia Nuri,

Grundsätzlich gilt: Wenn Sie Ihrem Mitarbeiter eine finanzielle Zuwendung gewähren, gilt die normalerweise als lohnsteuerpflichtiger Arbeitslohn – Steuern und Sozialabgaben werden fällig. Doch Sie haben auch die Möglichkeit, bestimmte Zuwendungen pauschal zu versteuern.

 

Das ist die Rechtslage

Der § 40 Abs. 2 Satz 2 Einkommensteuergesetz (EStG) sieht für bestimmte Zuwendungen und Zuschüsse an Ihre Mitarbeiter vor, dass Sie die Lohnsteuer mit einem Pauschsteuersatz erheben dürfen.

Achtung: Zuwendung oder Zuschuss müssen zusätzlich gezahlt werden

Die Voraussetzung ist allerdings, dass Sie die geleisteten Zuschüsse zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn an Ihren Mitarbeiter auszahlen. Was das bedeutet, legte nun der Bundesfinanzhof (BFH) in einem Fall fest, in dem ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern einen Teil des jährlichen Weihnachtsgeldes als Fahrtkostenzuschuss ausgezahlt hatte (Az.: VI R 41/07).

Tipp: Der Fall lässt sich auch auf das Urlaubsgeld übertragen.

So urteilt der Bundesfinanzhof

In dem vor dem BFH verhandelten Fall hatte das Betriebsstättenfinanzamt die Pauschalierung der Lohnsteuer nach § 40 Abs. 2 Satz 2 EStG beanstandet. Das Amt war der Ansicht, die Fahrtkostenzuschüsse seien nicht zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn, sondern auf das Weihnachtsgeld angerechnet worden und nahm den Arbeitgeber in Haftung für die zu wenig gezahlten Lohnsteuern. Daraufhin klagte das Unternehmen.

Das Finanzgericht (FG) wies die Klage des Unternehmens zunächst ab.

Die BFH-Richter widersprachen jedoch der Einschätzung der Finanzverwaltung und hoben das Urteil wieder auf. In der Sache muss nun erneut das Finanzgericht über den konkreten Fall entscheiden. Das BFH verwies den Fall zurück.

Das bedeutet das Urteil für Sie

Grundsätzlich hat das BFH die Praxis also nicht für ungültig erklärt, einen Teil des Weihnachtsgeldes als Fahrtkostenzuschuss an die Mitarbeiter auszuzahlen. Das Urteil kann Ihnen als Argumentationshilfe gegenüber Ihrem Betriebsstättenfinanzamt dienen, wenn Sie ähnlich vorgehen möchten.

So können Sie das Urteil für sich und Ihre Mitarbeiter nutzen

Sie dürfen grundsätzlich einen Teil des Urlaubsgeldes oder des Weihnachtsgelds in Fahrtkostenzuschüsse umwandeln und hierauf Pauschsteuern abführen. Und Sie sollten das auch ruhig tun – schließlich kann es für Ihr Unternehmen eine Menge Kostenersparnis bedeuten. Denn:

  • Für Einmalzahlungen wie Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld oder ein 13. Monatsgehalt müssen Sie in voller Höhe Steuern und Sozialversicherungsbeiträge abführen.
  • Dagegen spart mit pauschalierten Leistungen nicht nur Ihr Mitarbeiter, sondern auch Ihr Unternehmen. Schließlich fallen auf sie auch keine Sozialversicherungsbeiträge an – und für Sie kein Arbeitgeberanteil.

 

 

Mit diesen 8 Zuwendungen sparen Sie und Ihr Mitarbeiter Geld

  1. Beiträge zu einer Direktversicherung (alter Vertrag) dürfen Sie mit einer Pauschsteuer in Höhe von 20 % besteuern (§ 40 b Abs. 1 EStG) (alte Fassung), R 40b. 1 Lohnsteuer-Richtlinien (LStR).
    Die Voraussetzung: Der Vertrag muss vor dem 1.1.2005 abgeschlossen worden und Entgeltumwandlung grundsätzlich möglich sein!
    Das gilt für die Sozialabgaben: Die von Ihnen für Ihren Mitarbeiter übernommenen Versicherungsbeiträge sind sozialversicherungsfrei, wenn Sie sie zusätzlich zum Arbeitsentgelt oder aus Einmalzahlung umgewandelt gewähren (§ 1 Abs. 1 Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV)).
  2. Erholungsbeihilfen dürfen Sie mit einer Pauschsteuer in Höhe von 25 % besteuern (§ 40 Abs. 2 EStG, R 40.2 Abs. 1, 3 LStR).
    Die Voraussetzung: Für den Arbeitnehmer darf ein Betrag von 156 €, für seinen Ehegatten ein Betrag von 104 €, für jedes Kind ein Betrag von 52 € nicht überschritten werden.
    Das gilt für die Sozialabgaben: Es fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an (§ 1 Abs. 1 SvEV).
  3. Freie Mahlzeiten oder Zuschüsse hierzu, auch Kantinenmahlzeiten dürfen Sie mit einer Pauschsteuer in Höhe von 25 % besteuern § 40 Abs. 2 EStG, R 40.2 Abs. 1 LStR.

    Die Voraussetzung: Sie zahlen Kosten oder Zuschüsse zusätzlich zum geschuldeten Entgelt.

    Das gilt für die Sozialabgaben: Es fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an (§ 1 Abs. 1 SvEV).
  4. PC oder Internetzugang, Schenkung dürfen Sie mit einer Pauschsteuer in Höhe von 25 % besteuern § 40 Abs. 2 EStG, R 40.2 Abs. 1, 5 LSt.

    Die Voraussetzung: Kostenübernahme oder Schenkung gewähren Sie Ihrem Mitarbeiter zusätzlich zum geschuldeten Entgelt.
    Das gilt für die Sozialabgaben: Es fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an (§ 1 Abs. 1 SvEV).
  5. Steuerpflichtigen Verpflegungskostenersatz dürfen Sie mit einer Pauschsteuer in Höhe von 25 % besteuern (§ 40 Abs. 2 EStG, R 40.2 Abs. 4 LStR).

    Die Voraussetzung: Die Verpflegungskosten liegen maximal 100 % über den Verpflegungspauschbeträgen.

    Das gilt für die Sozialabgaben: keine Beitragspflicht, § 1 Abs. 1 SvEV.
  6. Zuschüsse für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte dürfen Sie mit einer Pauschsteuer in Höhe von 15 % besteuern (§ 40 Abs. 2 EStG, R 40.2 Abs. 6 LStR).
    Die Voraussetzung: Ihre Zuschüsse übersteigen nicht die Höhe der abzugsfähigen Werbungskosten (also 0,30 € pro Entfernungskilometer).
    Das gilt für die Sozialabgaben: Es fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an (§ 1 Abs. 1 SvEV).
  7. Zuschüsse zur privaten Internetnutzung zu Hause dürfen Sie mit einer Pauschsteuer in Höhe von 25 % besteuern (§ 40 Abs. 2 EStG, R 40.2 Abs. 1, 5 LStR).

    Die Voraussetzung: Sie gewähren den Zuschuss zusätzlich zum geschuldeten Entgelt.
    Das gilt für die Sozialabgaben: Es fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an (§ 1 Abs. 1 SvEV).
  8. Zuwendungen bei Betriebsveranstaltungen, die den steuer- und sozialversicherungsfreien Anteil (110 €) übersteigen dürfen Sie mit einer Pauschsteuer in Höhe von 25 % besteuern (§ 40 Abs. 2 EStG, R 40.2 Abs. 1 LStR).

    Die Voraussetzung: Zuwendungen müssen aus Anlass gezahlt werden, dürfen also kein anlassunabhängiges Geldgeschenk sein.

    Das gilt für die Sozialabgaben: Es fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an (§ 1 Abs. 1 SvEV).

 

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