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Dienstwagen und „Park & Ride“: Welche Entfernung für den 0,03-prozentigen Zuschlag gilt

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Von Günter Stein,

Mit Urteil vom 4.4.2008 (Aktenzeichen: VI R 68/05) hat sich der Bundesfinanzhof mit der Ermittlung des geldwerten Vorteils für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte mit dem Dienstwagen befasst.

Es ging darum, wie der geldwerte Vorteil für die Privatnutzung des firmeneigenen Pkw für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte bei „Park & Ride" zu ermitteln ist.

Besteuern Sie bei Privatnutzung des Dienstwagens durch Ihren Mitarbeiter den ihm entstehenden geldwerten Vorteil nach der 1-%-Regelung, ist auch die Nutzung des Fahrzeugs für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte steuerpflichtig. Monatlich sind dann 0,03 % des Listenpreises für jeden Kilometer der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte als geldwerter Vorteil anzusetzen.

Für diesen Zuschlag kommt es laut Bundesfinanzhof aber darauf an, ob und in welchem Umfang der Dienstwagen tatsächlich für Fahrten zur Arbeitsstätte genutzt wird.

Ein Arbeitgeber hat seinem Mitarbeiter den Dienstwagen auch für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zur Verfügung gestellt. Beim Lohnsteuerabzug wurde der Zuschlag nicht auf der Grundlage der Entfernung von der Wohnung zur Arbeitsstätte ermittelt (118 km).

Lediglich die Teilstrecke zum nächstgelegenen Bahnhof (3,5 km) kam bei der Ermittlung des geldwerten Vorteils zum Ansatz. Dem lag die Annahme des Arbeitgebers zugrunde, dass der Mitarbeiter vom Bahnhof aus mit der Bahn zur Arbeitsstätte gefahren war. Das Finanzamt hingegen legte dem Zuschlag die gesamte Entfernung zur Arbeitsstätte zugrunde.

Der Bundesfinanzhof bestätigte die Zuschlagsberechnung des Arbeitgebers. Grund: Nach Auffassung der Richter ergibt sich aus der Korrekturfunktion des Zuschlags, dass es beim Zuschlag ebenso wie bei der Entfernungspauschale aus - schließlich auf die tatsächliche Nutzung des Dienstwagens ankommt.

Für Ihre Praxis ist dieser besondere Aspekt aus dem Prozess von Bedeutung: Die kürzere Entfernung kann auch dann angesetzt werden, wenn allem Anschein nach der Arbeitnehmer den Dienstwagen für die gesamte Entfernung zur Arbeitsstätte genutzt haben könnte.

In einem solchen Fall sollten Sie alle Indizien sammeln und anführen, die diesen Anschein entkräften können. Im zu entscheidenden Fall lag eine auf den Arbeitnehmer ausgestellte Jahres-Bahnfahrkarte vor. Der Bundesfinanzhof verwies deshalb den Streitfall zur Nachholung entsprechender Feststellungen an die Vorinstanz zurück.

Dass der Bundesfinanzhof bei der Ermittlung des geldwerten Vorteils auf die tatsächliche Nutzung des Dienstfahrzeugs abstellt, macht ein weiteres Urteil deutlich (vom 4.4.2008, Aktenzeichen: VI R 85/04). Hier ging es darum, dass ein Außendienstmitarbeiter den Dienstwagen, den er für Kundenbesuche nutzte, auch für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte einsetzen durfte.

An jeweils einem Arbeitstag in der Woche fuhr der Arbeitnehmer mit dem Dienstwagen zum Betriebssitz des Arbeitgebers. Das Finanzamt wertete den Betriebssitz als (regelmäßige) Arbeitsstätte. Der Bruttoarbeitslohn wurde entsprechend um den Zuschlag für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte erhöht.

Auch der Bundesfinanzhof sieht den Betriebssitz als (regelmäßige) Arbeitsstätte an. Allerdings stellt er für den Zuschlag für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte darauf ab, ob der Dienstwagen tatsächlich für diese Fahrten genutzt wird. Auch dieser Fall ist zur Nachermittlung des Sachverhalts an die Vorinstanz zurückverwiesen worden.

Wichtig für Sie als Arbeitgeber ist die Feststellung des Bundesfinanzhofs, dass auch hier der erste Anschein, der für eine häufigere Nutzung des Dienstwagens spricht, entkräftet werden kann. Für den Fall, dass der Dienstwagen nur einmal wöchentlich für die Fahrten zum Betriebssitz genutzt wurde, ist der Zuschlag nur für die Anzahl der tatsächlich durchgeführten Fahrten zu berechnen.

Anders als in § 8 Abs. 2 Satz 3 des Einkommensteuergesetzes bestimmt, sind die Fahrten entsprechend § 8 Abs. 2 Satz 5 EStG einzeln zu bewerten.

Weitere für Sie interessante Meldungen lesen Sie im „Sozialversicherungs-Berater".

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