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Höherer Krankenkassenbeitrag ab 2011: Arbeitgeberbeitrag steigt auf 7,3 %

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Krankenkassenbeitrag Brutto/Netto-Lohn Verteilung

Von Günter Stein,

Jetzt ist es amtlich. Die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung steigen zum 1.1.2011 – und zwar für Sie als Arbeitgeber ebenso wie für Ihre Arbeitnehmer. Der bundesweit einheitliche Beitragssatz für die Krankenversicherung steigt von derzeit 14,9% auf 15,5 % an. Die Differenz von 0,6 Prozentpunkten wird zu gleichen Teilen auf Sie als Arbeitgeber und auf Ihren Mitarbeiter verteilt.

Beispiel:

Für einen Arbeitnehmer mit monatlich 3.000 € brutto zahlen Sie und der Beschäftigte künftig 465 € (= 246 € Arbeitnehmer + 219 € Arbeitgeber) für die Krankenkasse. Das sind für jeden von Ihnen 108 € mehr im Jahr. Aber: Ihr Arbeitgeberbeitragsanteil wird auf den neuen Wert von 7,3 % festgeschrieben!

Konkret sehen die Änderungen so aus:

Aufteilung des allgemeinen Krankenkassenbeitragssatzes aktuell ab 01.01.2011
Bundeseinheitlicher Gesamtbetrag 14,9% 15,5%
Darin enthalten paritätischer Beitragssatz 14,0% 14,6%
Beitragsanteil für Arbeitgeber 7,0% 7,3%
Beitragsanteil für Arbeitnehmer setzt sich zusammen aus: 7,9% 8,2%
Anteil am paritätischen Beitragssatz 7,0% 7,3%
Sonderbeitrag 0,9% 0,9%

Die Rösler-Pauschale

Bis zur Einführung des Gesundheitsfonds durch die Große Koalition in der gesetzlichen Krankenversicherung wurde der Beitrag ausschließlich einkommensabhängig berechnet. Die mit dem Gesundheitsfonds eingeführten Zusatzbeiträge haben eine erste Änderung dieses Prinzips geschaffen: Die Zusatzbeiträge dürfen seitdem maximal 1 % des Einkommens betragen und können entweder prozentual oder aber als fester Euro-Betrag erhoben werden.

Die Möglichkeit, Zusatzbeiträge zu fordern, wird jetzt ebenfalls ausgedehnt:

Der Zusatzbeitrag wird nicht mehr prozentual berechnet, sondern als fester Euro-Betrag bestimmt. Er ist damit für alle gleich hoch – unabhängig vom Einkommen. Ob das als Einstieg in die sogenannte Kopfpauschale angesehen werden kann oder nicht, bleibt dem jeweiligen politischen Standpunkt überlassen. In jedem Fall aber wird diese Änderung als „Rösler-Pauschale“ in die Geschichte eingehen.

Überforderungsklausel

Einen Ausgleich dieser einkommensunabhängigen und zum Teil als ungerecht empfundenen Belastung erlangt der einzelne Versicherte (= Ihr Arbeitnehmer) über die Steuer.

Nachteil 1 für Ihren Mitarbeiter:

Nicht jeder kann den Ausgleich erhalten. Ausgeglichen wird nur dann, wenn der durchschnittliche Zusatzbeitrag 2 % des sozialversicherungspflichtigen Einkommens übersteigt.

Beispiel:

Ihr Mitarbeiter liegt mit seinem Arbeitsentgelt über der Beitragsbemessungsgrenze 2011 (siehe Ausgabe vom Freitag). Mit den aktuell geltenden Werten gerechnet hieße das, dass er jetzt für einen Zusatzbeitrag von maximal 37,50 € monatlich herangezogen werden könnte.

Nachteil 2 für Ihren Mitarbeiter:

Will die Krankenkasse einen höheren Beitrag als den Durchschnittswert, ist der darüber hinausgehende Zusatzbeitrag nicht ausgleichsfähig. Gut für Ihren Mitarbeiter, aber auch für Sie als Arbeitgeber: Die Preisunterschiede bei den Zusatzbeiträgen der einzelnen Krankenkassen sind durch den als festen Euro-Wert statt als Prozentwert auszuweisenden Zusatzbeitrag leichter vergleichbar.

Krankenkassenwechsel möglich?

Können bzw. sollten Sie Ihrem Beschäftigten raten, die Krankenkasse zu wechseln?

Die bevorstehende Anhebung des allgemeinen Beitragssatzes von 14,9 auf 15,5 % bewirkt kein Sonderkündigungsrecht. Hier gilt weiterhin die „normale“ Kündigungsfrist von zwei Kalendermonaten mit der Bindungsfrist von 18 Monaten (§ 175 Abs. 4 Satz 1 SGB V). Ihre Beschäftigten haben aber gegenüber ihrer Krankenkasse ein Sonderkündigungsrecht, wenn von ihrer Krankenkasse

  • ein Zusatzbeitrag erhoben oder
  • ein Zusatzbeitrag erhöht oder
  • eine Prämienzahlung verringert wird.

In diesen Fällen gilt die „normale“ 18-monatige Bindungswirkung (§ 175 Abs. 4 Satz 1 SGB V) nicht.

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