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Karneval: So reagieren Sie als Arbeitgeber, wenn Betriebsfeiern für Ärger sorgen

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Von Günter Stein,

Jeckes Treiben herrscht zu Karneval und Fasching nicht nur auf den Straßen und an der Theke vieler Kneipen. Auch in unzähligen Betrieben an Rhein und Main wird die “5. Jahreszeit” gerne zünftig gefeiert. Arbeitgeber in den Hochburgen des Karnevals sehen es oft gelassen, wenn ihre Mitarbeiter mit der Pappnase am Arbeitsplatz erscheinen und vielleicht sogar eine betriebliche Karnevalsfeier organisieren

Schließlich fördern ein paar Kölsch oder Altbiere die Stimmung und sorgen für ein gutes Verständnis unter Kollegen.

Spätestens am nächsten Werktag macht sich in vielen Betrieben aber schnell Katerstimmung breit, wenn sich ein Mitarbeiter beim Feiern eine Verletzung zugezogen hat oder wenn die ersten Fotos von der feuchtfröhlichen Betriebsfeier die Runde machen.

Unfälle innerhalb Ihres Betriebes jagen Ihnen als Arbeitgeber immer schnell einen Schrecken ein. Automatisch machen Sie sich nicht nur Gedanken über die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter, sondern auch darüber, ob Sie als Arbeitgeber vielleicht hohe Arztkosten und Schmerzensgeld zahlen müssen. Verletzt sich ein Mitarbeiter auf einem Betriebsfest, wird für viele Arbeitgeber die Feier schnell zum Alptraum. Dabei müssen Sie sich über die Kosten des Unfalls auch auf einer Betriebsveranstaltung keine Gedanken machen.

Soweit die betriebliche Veranstaltung nämlich der Verbundenheit zwischen Betriebsleitung und Betriebsangehörigen und damit dem Betriebsklima dient, stehen Ihre Mitarbeiter auch während einer Karnevals- oder Weihnachtsfeier unter dem Schutz des gesetzlichen Unfallversicherung. Dies hat das Bundessozialgericht (BSG) ein für allemal entschieden (vgl. Urteil vom 30.08.1962, Az.: 2 RU 15/60). Das gilt sogar dann, wenn nicht Sie als Arbeitgeber die Party geplant haben, sondern die Feier auf die Initiative Ihrer Mitarbeiter zurückzuführen ist. Entscheidend für den Versicherungsschutz ist allein, ob die Feier mit Ihrem Einverständnis und Ihrer Unterstützung über die Bühne gegangen ist (BSG, Urteil vom 26.06.1958, Az.: 2 RU 281/55).

Was tun, wenn Mitarbeiter in feuchtfröhlicher Stimmung über die Stränge schlagen?

Mehr Stress als eher seltene Unfälle bereiten Ihnen als Arbeitgeber aber die Beschwerden von Mitarbeitern, die bei einer Betriebsfeier in feuchtfröhlicher Stimmung über die Stränge geschlagen haben. Immer wieder kommt es gerade zu Karneval vor, dass ein Ausbilder einem weiblichen Lehrling zu nahe kommt. Beklagt sich eine Auszubildende nach einer Feier, dass ein Vorgesetzter ihr zu nahe gekommen sei, sollten Sie als Arbeitgeber den Vorwürfen unbedingt nachgehen. Hierzu sind Sie sogar gesetzlich verpflichtet. Stellt sich dabei heraus, dass sich der Ausbilder tatsächlich als “Grabscher” oder “Knutscher” erwiesen hat, sollten Sie schon wegen Ihrer Fürsorgepflicht gegenüber Lehrlingen nicht lange fackeln und den frivolen Kollegen unnachsichtig vor die Tür setzen. Sexuelle Handlungen gegen eine Auszubildende oder eine Kollegin, egal ob sie sich bei der Arbeit oder beim Feiern ereignen, rechtfertigen immer eine fristlose Kündigung.

Manchmal sind es aber auch die Kleinigkeiten, die für großen Ärger sorgen. Weil Alkohol bei vielen Menschen für Enthemmung sorgt, ist die Ernüchterung oft groß, wenn am nächsten Tag am Schwarzen Brett Fotos hängen, die für manche Mitarbeiter kompromittierend sind. Das Sie als Arbeitgeber nach §§ 617 bis 619 BGB eine Fürsorgepflicht für Ihre Mitarbeiter haben, sollten Sie auch hier handeln. Auch am Arbeitsplatz genießen Ihre Mitarbeiter Persönlichkeitsschutz. Sorgen Sie deswegen dafür, dass in Ihrem Betrieb keine solchen Fotos oder Videos die Runde machen, die einen Mitarbeiter in seiner Privatsphäre verletzen. Entsprechenden Beschwerden sollten Sie als Arbeitgeber nachgehen und Mitarbeiter, die sich auf Kosten von Kollegen derbe Späße erlauben, abmahnen. Im Wiederholungsfall oder bei einer schwerwiegenden Verletzung des Persönlichkeitsrechts eines Kollegen können Sie auch sofort kündigen.

Vermeiden lassen sich viele solcher Vorfälle mit einem generell Alkoholverbot am Arbeitsplatz, dass dann auch zu Karneval gilt. Beachten Sie bei der Einführung eines solches Verbotes aber immer auch das Mitbestimmungsrecht Ihres Betriebsrats, weil es sich hierbei immer um eine Angelegenheit handelt, die nach § 87 Absatz 1 Nr. 1 BetrVG die Ordnung im Betrieb betrifft.

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