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Lohnabrechnung: Wann der Anspruch auf Kindergeld verlorengeht

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Lohnabrechnung Kindergeld

Von Günter Stein,

Was glauben Sie, welches Thema rund um die Ausbildung die Menschen zurzeit am meisten interessiert? Zumindest am Feedback, welches ich über Leserfragen und Klickraten bei Online-Artikeln erhalte, ist das eindeutig: Es ist das Thema Kindergeld!

Azubis, die eine Ausbildung beginnen, und auch solche, die mittendrin sind, wollen wissen: Kann ich als Azubi eigentlich noch Kindergeld erhalten. Bzw. – um es genauer auszudrücken – können dies meine Eltern tun, denn die sind ja die eigentlichen Anspruchsberechtigten. Entsprechende Artikel von mir werden im Monat zurzeit mehrere tausend Mal angeklickt. Es sind die absoluten Renner.

Zu „alt“ für Kindergeld

Möglicherweise liegt das daran, dass diese Sache nicht ganz einfach ist. Denn: Viele Auszubildende (bzw. deren Eltern) sind in der Tat noch kindergeldberechtigt. Andere wiederum fallen durchs Raster. Es gibt nämlich Anspruchsvoraussetzungen, die erfüllt sein müssen. Eigentlich ist ja schon im Alter von 18 Jahren Schluss mit Kindergeld. Denn dann ist das „Kind“ vor dem Gesetzgeber offiziell erwachsen. Allerdings ist es eher selten, dass das Kindergeld dann faktisch gestrichen wird. Der Gesetzgeber zahlt nämlich so lange weiter, wie die Ausbildung bzw. das Studium des jungen Menschen dauert. Aber auch hier gibt eine Grenze: In aller Regel ist mit 25 Jahren endgültig Schluss. Wer dieses „hohe“ Alter innerhalb der Ausbildung erreicht, dessen Eltern können sich nicht mehr über die mindestens 184 Euro im Monat freuen. Ich habe hierzu schon manch verzweifelte Leserfrage erhalten und musste diese enttäuschende Nachricht überbringen.

Zu „reich“ für Kindergeld

Zudem gibt es noch eine weitere Grenze, die der Gesetzgeber für den Erhalt von Kindergeld gezogen hat: eine Jahreseinkommensgrenze. Diese wurde zu Beginn des Jahres 2010 angehloben und liegt nunmehr bei 8.004 Euro. Auszubildende, die im Jahr weniger verdienen, sind anspruchsberechtigt. Allerdings können auch Eltern von Auszubildenden, deren Bruttoeinkommen bei 10.000 Euro im Jahr und darüber liegt, Bezieher von Kindergeld sein. Denn: Vom Bruttoeinkommen werden noch 2 Größen abgezogen, um das kindergeldrelevante Einkommen zu erreichen:

  • die Werbungskosten (920 Euro, im nachgewiesenen Einzelfall auch mehr)
  • die Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung (etwa 20% des Bruttoeinkommens)

Nur wenn auch nach dem Abzug dieser Faktoren das Einkommen noch immer höher ist als 8.004 Euro, wird das Kindergeld gestrichen. Da das vielfach nicht bekannt ist, sollten Sie diese einfache Rechnung Ihren Auszubildenden vorstellen. Zu Hause kann das zum „großen Geldsegen“ führen.

Eines dürfen Sie aber keineswegs: Die Vergütung mit dem Ziel senken, dass der Azubi noch in den Kindergeld-Korridor rutscht. Das wäre nicht legal – auch dann nicht, wenn der Azubi und Sie sich darüber völlig einig wären.

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