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Lohnabrechnung: Wenn Sie Angestellte am Unternehmen beteiligen

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Lohn Gehalt Lohnabrechung

Von Günter Stein,

Arbeitnehmer sollen nach den Plänen der Bundesregierung mehr an ihrem Unternehmen beteiligt werden.

Zur Durchsetzung dieses Vorhabens ziehen die Politiker Verbesserungen bei der steuerlichen Förderung von Vermögensbeteiligungen in Erwägung. Zudem soll die Arbeitnehmersparzulage erhöht werden. Bis Anfang 2009 will man diese Pläne in die Tat umsetzen. Derzeit beteiligen etwa 2% der Betriebe ihre Mitarbeiter auch am Kapital. 9 % bieten eine Gewinnbeteiligung an. Die Praxisrelevanz ist deshalb bisher nicht allzu groß. Allerdings hat die Mitarbeiter-Kapitalbeteiligung einige Vorteile für die Arbeitgeber. Es ist deshalb damit zu rechnen, dass vor allem, wenn die Bundesregierung steuerliche Anreize schafft, immer mehr Arbeitgeber über den Aufbau eines entsprechenden Systems nachdenken werden. Sie als Betriebsrat haben dabei ein Mitspracherecht. Um eine Regelung schaffen zu können, die auch für Ihre Kollegen günstig ist, müssen Sie das Wichtigste zum Thema wissen.

Lohnabrechnung: Verbilligte Überlassung von Vermögensbeteiligungen

Unter einer Mitarbeiter-Kapitalbeteiligung versteht man die vertraglich vereinbarte, unentgeltliche oder verbilligte Überlassung von Vermögensbeteiligungen am Unternehmen durch den Arbeitgeber. Das heißt: Sie und Ihre Kollegen werden durch die Beteiligung am Unternehmen praktisch zu Kapitalgebern. Dadurch haben Sie dann Anteil am Unternehmenserfolg oder -misserfolg. Grundsätzlich kommen 3 Formen infrage: eine Eigenkapitalbeteiligung, eine Fremdkapitalbeteiligung sowie eine Mischform aus Eigenkapital- und Fremdbeteiligung. Welche Ziele die Arbeitgeber verfolgen Die einzelnen Beteiligungsformen unterscheiden sich erheblich, was Einkommenschancen, Vermögensrisiken und Mitspracherechte betrifft. Das Spektrum der Beteiligungsformen reicht von Belegschaftsaktien bis zu Arbeitnehmerdarlehen. Ziel der Arbeitgeber ist es, durch die Beteiligung eine stärkere Identifikation der Beschäftigten mit dem Unternehmen und dadurch eine höhere Arbeitszufriedenheit zu erreichen. Letztlich erhoffen sie sich eine besser motivierte Belegschaft, die dann meist leistungsstärker ist und deshalb bessere Ergebnisse erzielt. Zudem versuchen die Arbeitgeber, durch Kapitalbeteiligungen hochqualifizierte Arbeitnehmer an ihr Unternehmen zu binden. Allerdings spielt bei vielen Formen der Kapitalbeteiligung für die Arbeitgeber auch die Abwälzung von Risiken auf die Belegschaft eine Rolle.

Lohnabrechnung: Zusätzliche Einnahmequelle bei gleichzeitig höherem Risiko

Für Sie und Ihre Kollegen kann die Kapitalbeteiligung eine stärkere Gewinnbeteiligung und je nachdem, wie Sie beteiligt sind, die Chance auf Kursgewinne bedeuten. Voraussetzung ist allerdings, dass es Ihrem Betrieb wirtschaftlich gut geht. Gerät Ihr Betrieb jedoch in eine Krise, dann ist nicht nur Ihr Job gefährdet, sondern Sie müssen zunächst Einkommenseinbußen in Kauf nehmen. Sie tragen deshalb stets ein erhöhtes Risiko in Bezug auf Ihr Einkommen. Beachten Sie: Ein Argument, das von den Arbeitgebern immer wieder als Vorteil genannt wird, sind bessere Mitspracherechte. Das stimmt allerdings nur eingeschränkt. Zwar haben Sie und Ihre Kollegen bei einigen Kapitalbeteiligungen echte Mitspracherechte (Beispiel: Belegschaftsaktien). Die Auswirkungen sind allerdings gering. Dieser Punkt sollte deshalb nicht überbewertet werden. Von einer Kapitalbeteiligung profitieren Ihre Kollegen letztlich nur, wenn sie dadurch eine bessere finanzielle Absicherung haben.

Lohnabrechnung: Erhöhung der Arbeitszufriedenheit durch Beteiligung am Unternehmen

Ist das allerdings der Fall, dann steigt durch die eigene Beteiligung am Unternehmen in der Regel auch die Arbeitszufriedenheit. Dabei spielt meistens die rein psychologische Vorstellung, dass Ihre Kollegen in die eigene Tasche wirtschaften, eine große Rolle.

Tipp: Um diesen Effekt zu verstärken, sollten Sie in dem Fall, dass Ihr Arbeitgeber Ihre Kollegen am Unternehmen beteiligt, mit ihm vereinbaren, dass er Sie und Ihre Kollegen regelmäßig über die Entwicklung des Betriebs auf dem Laufenden hält.

Nach § 87 Abs. 1 Nr. 10 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) haben Sie als Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht bei der Aufstellung von Entlohnungsgrundsätzen und bei der Einführung, Anwendung und Änderung von Entlohnungsmethoden. Der Begriff „Lohn“ ist dabei weit auszulegen. Das heißt bezogen auf Belegschaftsaktien: Will Ihr Arbeitgeber Belegschaftsaktien oder Aktienoptionen ausgeben, haben Sie als Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht nach § 87 Abs. 1 Nr. 10 BetrVG bezüglich der Beteiligungsgrundsätze und deren Durchführung. Entscheidet sich Ihr Arbeitgeber allerdings gegen die Ausgabe von Belegschaftsaktien, können Sie ihn nicht dazu zwingen, ein solches System einzurichten. Favorisiert Ihr Arbeitgeber eine Beteiligungsgesellschaft, haben Sie ein Mitbestimmungsrecht nach § 87 Abs. 1 Nr. 8 BetrVG (Form, Ausgestaltung und Verwaltung von Sozialeinrichtungen).

Tipp: Als Betriebsrat können Sie versuchen, mit Ihrem Arbeitgeber eine freiwillige Betriebsvereinbarung über die Maßnahme zur Förderung der Vermögensbildung zu schließen (§ 88 Abs. 3 BetrVG). Darin können Sie Grundlagen wie die Form der Mitarbeiterkapitalbeteiligung, wer profitieren soll etc. regeln.

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