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Lohnabrechnung: Wie berechnet sich bei einer Schwangeren das Entgelt?

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Lohn Gehalt Lohnabrechung

Von Günter Stein,

Die Frage: Angenommen, im 4. Monat der Schwangerschaft droht bei einer Arbeitnehmerin eine Fehlgeburt und die Schwangere muss strikte Bettruhe einhalten, bis zum Ende der Schwangerschaft. Wie lange muss ich als Arbeitgeber Entgeltfortzahlung leisten?

Bei einer Krankheit sind es 6 Wochen, bei einem Beschäftigungsverbot ebenfalls 6 Wochen oder während der ganzen Schwangerschaft?

Lohnabrechnung: Entgelt ist im Mutterschaftsgesetz geregelt

Die Antwort: Im Mutterschutzgesetz ist auch die finanzielle Absicherung der Arbeitnehmerinnen geregelt. Während eines Beschäftigungsverbots darf Ihre Mitarbeiterin nicht schlechter gestellt werden als Ihre übrigen Arbeitnehmer. Sie müssen Ihren Mitarbeiterinnen das Arbeitsentgelt während eines Beschäftigungsverbots weiterzahlen. Sie können sich hierbei an den Grundsätzen der Entgeltfortzahlung bei Krankheit orientieren. Doch zu unterscheiden sind Beschäftigungs- und Arbeitsverbot! Die generellen Beschäftigungsverbote sind in der Regel mittels der gesetzlichen Vorschriften zu interpretieren. Die individuellen Beschäftigungsverbote werden jedoch meist durch ein Attest des behandelnden Arztes bescheinigt. Im Attest des Arztes muss eindeutig die Aussage getroffen werden, dass es sich um ein Beschäftigungsverbot handelt. Die deutliche Unterscheidung zwischen einem Beschäftigungsverbot und einer normalen Arbeitsunfähigkeit hat erhebliche Auswirkungen auf

  • die Höhe der Nettoeinnahmen Ihrer Mitarbeiterin und
  • Ihre finanzielle Belastung als Arbeitgeber sowie
  • Ihre möglichen Erstattungsansprüche gegenüber der Krankenkasse.

 

Lohnabrechnung: Wann die Entgeltfortzahlungspflicht endet

Auf den ersten Blick mag es nicht wichtig sein, ob Sie einer Schwangeren Arbeitsentgelt während eines Beschäftigungsverbots zahlen oder einen Entgeltfortzahlungsanspruch während einer Arbeitsunfähigkeit erfüllen. Ein erheblicher Unterschied zwischen den beiden Möglichkeiten ist allerdings zeitlicher Natur. Im Falle einer Arbeitsunfähigkeit endet Ihre Entgeltfortzahlungspflicht sechs Wochen nach deren Beginn. Ein Beschäftigungsverbot kann bedeutend länger dauern und dadurch höhere Kosten verursachen. Auf den ersten Blick ist es also für Sie günstiger, wenn Sie Entgeltfortzahlung aufgrund einer Arbeitsunfähigkeit statt aufgrund des Beschäftigungsverbots leisten müssen. Es ist für Sie sicherlich nicht immer einfach zu entscheiden, ob Ihre Mitarbeiterin aufgrund einer Arbeitsunfähigkeit der Arbeit fernbleibt oder ob die Arbeit wegen des bestehenden Beschäftigungsverbots nicht ausgeübt wird. Das Bundesarbeitsgericht entschied hierzu, dass der Entgeltfortzahlungsanspruch aufgrund des Beschäftigungsverbots ganz allein auf diesem beruhen muss. Kommt zu dem Beschäftigungsverbot eine Arbeitsunfähigkeit hinzu, so ist Entgeltfortzahlung nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz zu gewähren.

Tipp: Achten Sie unbedingt darauf, ob es sich um ein Beschäftigungsverbot oder um die Bescheinigung einer Arbeitsunfähigkeit handelt. Auch wenn während eines Beschäftigungsverbots eine Arbeitsunfähigkeit vorliegt, sollten Sie sich das unbedingt attestieren lassen.

Doch Achtung: Alle Unternehmen haben die Möglichkeit, die Aufwendungen bei Schwangerschaft und Mutterschaft bei der Krankenkasse der Arbeitnehmerin geltend zu machen. Erstattet werden 100 % des Arbeitsentgelts und der darauf entfallenden Arbeitgeberbeitragsanteile zur Sozialversicherung. Die Krankenkasse hat durch eine Satzungsregelung die Möglichkeit, die Erstattung der Arbeitgeberanteile zu pauschalieren.

Lohnabrechnung: Wie Sie das Entgelt einer Schwangeren berechnen

Beispiel: Ihre Mitarbeiterin Franzi Gehrke ist schwanger. Der Arzt hat ab 15.8.2009 ein Beschäftigungsverbot attestiert. Der Entbindungstag ist der 11.11.2009. Die Schutzfristen beginnen vor der Entbindung am 30.9.2009 und enden nach der Entbindung am 6.1.2010. Das durchschnittliche kalendertägliche Nettoentgelt beträgt 40 Euro. Das durchschnittliche kalendertägliche Bruttoentgelt beträgt 60 Euro. Abzüglich des Mutterschaftsgeldes der Krankenkasse beträgt der Mutterschaftsgeldzuschuss (40 € – 13 € =) 27 €

Folgende Zahlungen müssen Sie leisten:

Arbeitsentgelt während des Beschäftigungsverbots (brutto)

15.8. bis 29.9.2009: 60 € x 45 Kalendertage = 2.700 €

Zuschuss zum Mutterschaftsgeld (netto)

30.9.2009 bis 6.1.2010: 27 € x 99 Kalendertage = 2.673 €

Die Krankenkasse erstattet 100 % der Aufwendungen sowie eine Pauschale in Höhe von 10 % des Arbeitsentgelts zur Abgeltung der Arbeitgeberbeitragsanteile.

Diese Erstattung erhalten Sie:

Arbeitsentgelt während des Beschäftigungsverbots (brutto) 2.700 €

Arbeitgeberbeitragsanteile 1.800 € x 10 % = 270 €

Zuschuss zum Mutterschaftsgeld (netto) 2.673 €

Summe 5.643 €

Und: Im Rahmen der Regelungen des Aufwendungsausgleichsgesetzes können Sie als Unternehmer, wenn Sie in der Regel nicht mehr als 30 Arbeitnehmer beschäftigen, die Aufwendungen im Krankheitsfall gegenüber der Krankenkasse geltend machen. Je nach Satzung der Krankenkasse beträgt die Erstattung zwischen 45 und 80 % der Entgeltfortzahlung. Diese Möglichkeit sollten Sie nutzen!

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