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Lohnabrechnung: Wie Sie die Privatnutzung eines Dienstwagens jetzt richtig beurteilen

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Lohn Gehalt Lohnabrechung

Von Günter Stein,

Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat mit einem ganz aktuellen Schreiben klargestellt, wie Sie Zuzahlungen des Mitarbeiters zur Anschaffung eines Dienstfahrzeugs behandeln müssen (6.2.2009, AZ: IV C 5 – S 2334/08/10003).

Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat mit einem ganz aktuellen Schreiben klargestellt, wie Sie Zuzahlungen des Mitarbeiters zur Anschaffung eines Dienstfahrzeugs behandeln müssen (6.2.2009, AZ: IV C 5 – S 2334/08/10003).

Lohnabrechnung: So gehen Sie jetzt nach dem BMF-Schreiben vor

Wie Sie eine entsprechende Beteiligung berücksichtigen, hängt von Ihrer Berechnungsmethode ab. Die Abrechnung der Privatnutzung eines Dienstwagens können Sie nach einem Fahrtenbuch oder nach der pauschalen Berechnung mit der so genannten 1-%-Methode vornehmen. Es ist Ihre Aufgabe, eine der beiden Methoden zu wählen. Einigt sich Ihr Unternehmen nicht ausdrücklich mit dem Mitarbeiter auf die Fahrtenbuchmethode, kommt automatisch die 1-%-Methode zur Anwendung.

Lohnabrechnung: Wie Sie bei der 1-%-Methode verfahren

Überlässt Ihr Unternehmen einem Mitarbeiter seinen Dienstwagen auch für Privatfahrten, ermitteln Sie den geldwerten Vorteil nach der 1-%-Methode wie folgt:

  1. Runden Sie den Bruttolistenpreis (gleichgültig, ob es sich um ein gekauftes oder ein geleastes Fahrzeug handelt) des Pkw auf volle 100 € ab.
  2. Berechnen Sie monatlich 1 % dieses Preises.
  3. Ergebnis ist der geldwerte Vorteil für einen Monat.

 

Beispiel: Der Bruttolistenpreis eines Dienstwagens beträgt 35.000 €. Damit beläuft sich der geldwerte Vorteil für den Mitarbeiter pauschal monatlich auf 350 € und jährlich auf 4.200 € (350 € x 12).


Übernimmt ein Arbeitnehmer nun einen Teil der Anschaffungskosten für den betreffenden Firmenwagen, mindert das den geldwerten Vorteil. Im Beispiel oben zahlt der Mitarbeiterder den Dienstwagen erhalten soll, 10.000 € vom Anschaffungspreis. Sie berechnen den geldwerten Vorteil für die Privatnutzung von 35.000 €. Er beträgt monatlich 350 € und jährlich 4.200 €. Darauf rechnen Sie die Zuzahlung des Arbeitnehmers in Höhe von 10.000 € an, aber maximal nur in Höhe des Nutzungswerts von 4.200 €. Es verbleibt danach ein Nutzungswert von 0 €. Der Restbetrag von 5.800 € (10.000 € – 4.200 €) kann in den Folgejahren auf den Nutzungswert angerechnet werden.

Lohnabrechnung: Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte

Aus der Nutzung eines Dienstwagens für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ergibt sich ebenfalls ein geldwerter Vorteil. Gehen Sie bei der Privatnutzung pauschal vor, müssen Sie das auch für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte tun. Die Pauschale beträgt hier monatlich 0,03 % des Bruttolistenpreises für jeden Entfernungskilometer.


Beispiel: Der Bruttolistenpreis für einen Dienstwagen beträgt 30.000 €. Der Arbeitnehmer leistet einen Zuschuss von 10.000 €. Die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte beträgt 10 km. Der geldwerte Vorteil beträgt 0,03 % von 30.000 €, also 9 € x 10 km = 90 € monatlich, bzw. 1.080 € jährlich. Darauf rechnen Sie die Zuzahlung des Arbeitnehmers in Höhe von 10.000 € an, aber maximal in Höhe des Nutzungswerts von 1.080 €. Es verbleibt danach ein Nutzungswert von 0 €. Der Restbetrag von 8.920 € (10.000 € – 1.080 €) kann in den Folgejahren auf den Nutzungswert angerechnet werden.


Das Schreiben des BMF wirkt sich hier ebenso aus wie bei der Privatnutzung: Reduzieren Sie den Bruttolistenpreis um den Eigenanteil des Mitarbeiters und ermitteln Sie aus dem Ergebnis pauschal den geldwerten Vorteil.


Beispiel: Beträgt der Bruttolistenpreis 30.000 € und beteiligt sich der Mitarbeiter mit 10.000 € an der Anschaffung, reduziert sich die Berechnungsgrundlage auf 20.000 €. Hieraus 0,03 % ergibt 6 € pro Entfernungskilometer und Monat.


Den Teil des geldwerten Vorteils, der sich aus den Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ergibt, dürfen Sie pauschal mit 15 % versteuern, § 40 Abs. 2 Einkommensteuergesetz. Dies gilt nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts von Dezember 2008 nun auch wieder ab dem 1. Entfernungskilometer. Hinzu kommen Kirchensteuer und ein Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % der pauschalen Lohnsteuer. Für den pauschal besteuerten Teil des geldwerten Vorteils fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an.

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