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Lohnsteuer: 1-Prozent-Regel und Fahrt zur Arbeit

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Von Günter Stein,

Einiges Hin und Her gab es in den letzten Monaten zu der Frage, ob und in welchem Umfang Fahrten zur Arbeit bei Anwendung der 1-%-Regel zu berücksichtigen sind.

Dabei gilt grundsätzlich: Kann Ihr Mitarbeiter den Wagen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nutzen, müssen Sie als geldwerten Vorteil zusätzlich zu den 1 % monatlich 0,03 % des Listenpreises für jeden Kilometer der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ansetzen (§ 8 Abs. 2 Satz 3 EStG).

Lohnsteuer: Pauschale von 0,03 Prozent für Fahrten zur Arbeitsstätte

Fährt Ihr Mitarbeiter abwechselnd zu verschiedenen Wohnungen oder Arbeitsstätten, dürfen Sie die Pauschale von 0,03 % nur für die Entfernung zur näher gelegenen Wohnung bzw. Arbeitsstätte ansetzen. Für jede Fahrt von und zu der weiter entfernt liegenden Wohnung oder Arbeitsstätte sind zusätzlich 0,002 % des Listenpreises je zusätzlichen Entfernungskilometer anzusetzen.

Beispiel:

  • Listenpreis 20.000 €.
  • Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte: 30 km.
  • Außerdem hat der Mitarbeiter noch eine Wohnung im Haus seiner Eltern, die 10 km weiter weg liegt. Von dort kommt er 6-mal im Monat zur Arbeit.

Der geldwerte Vorteil pro Monat berechnet sich so:

  • 1% von 20.000 € = 200 €
  • 0,03 % von 20.000 € = 6 € x 30 km = 180 €
  • 0,002% von 20.000 € = 0.40 € x 10 km x 6 Fahrten = 24 €

Geldwerter Vorteil pro Monat = 404 €

Lohnsteuer: Eine Familienheimfahrt pro Woche ohne geldwerten Vorteil

Wichtig: Eine wöchentliche Familienheimfahrt im Rahmen einer steuerlich anerkannten doppelten Haushaltsführung brauchen Sie nicht als geldwerten Vorteil zu berücksichtigen. Für darüber hinausgehende Familienheimfahrten müssen Sie jedoch ebenfalls 0,002 % des Listenpreises je Entfernungskilometer ansetzen.

Lohnsteuer: Wann die 0,03-Prozent-Pauschale problematisch wird

Problematisch wird die 0,03-%-Pauschale immer, wenn ein Mitarbeiter nur selten in den Betrieb fährt (z. B. als Außendienstmitarbeiter oder Telearbeiter) oder wenn er für die Fahrt zur Arbeit (teilweise) andere Verkehrsmittel nutzt. Nach Auffassung der Finanzbehörden sieht es dann so aus (BMF-Schreiben vom 23.10.2008 und 12.3.2009, IV C 5 – S 2334/08/10010):

  • Stellen Sie dem Mitarbeiter das Fahrzeug nur für eine Teilstrecke der Fahrt zur Arbeit zur Verfügung, ist diese Teilstrecke für die 0,03-%-Pauschale maßgeblich. Voraussetzung: Sie überwachen, ob der Mitarbeiter sich an diese Vorgabe hält.
  • Aus Billigkeitsgründen können Sie die Teilstrecke, für die der Mitarbeiter das Fahrzeug nutzt, auch dann zugrunde legen, wenn für den Rest der Strecke beispielsweise eine auf den Mitarbeiter ausgestellte Jahres-Bahnfahrkarte vorliegt. Diese sollten Sie als Beleg zu den Lohnunterlagen nehmen.
  • Fährt der Mitarbeiter nur selten in den Betrieb, müssen Sie – entgegen der Auffassung des BFH (BFH, 4.4.2008, VI R 85/04; BFH, 28.8.2008, VI R 52/07) – die vollen 0,03 % des Listenpreises je Entfernungskilometer versteuern. Daran sollten Sie sich auch halten. Ihr Mitarbeiter kann in seiner Einkommensteuererklärung immer noch versuchen, die günstigere BFH-Berechnung durchzusetzen.

 

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