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Lohnsteuer: 1-%-Regelung - Lassen Sie sich vom Finanzamt nicht ärgern!

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Von Günter Stein,

Die Frage: Wir haben einen Arbeitnehmer, der das Firmenauto (Kastenwagen) aus geschäftlichen Gründen rund um die Uhr zur Verfügung hat, aber nicht privat nutzt. Trotzdem besteht der Betriebsprüfer jetzt auf der Anwendung der 1-%-Regelung.

Er will also, dass der Arbeitnehmer 1 % des Bruttolistenpreises Monat für Monat als geldwerten Vorteil versteuert, obwohl er den Wagen privat nicht nutzt. Können wir uns wehren?

Lohnsteuer: Dienstwagen stellt geldwerten Vorteil dar

Die Antwort: Ja. Möglich macht es ein aktuelles Urteil. Der Reihe nach: Richtig ist: Wenn Arbeitnehmer ein Firmenfahrzeug auch privat nutzen dürfen, stellt die Privatnutzung einen geldwerten Vorteil dar. Dieser geldwerte Vorteil wird wie Lohn behandelt, muss also versteuert und ggfs. den Sozialabgaben unterworfen werden. Die Höhe des geldwerten Vorteils bemisst sich entweder an den tatsächlich auf den Privatanteil entfallenden Kosten (dann muss der Fahrzeugnutzer Fahrtenbuch führen) – oder wird pauschal nach der 1-%-Methode ermittelt. Das bedeutet: 1 % des Bruttolistenpreises muss sich der Arbeitnehmer Monat für Monat als geldwerten Vorteil anrechnen lassen. Die 1-%-Regelung greift auch dann, wenn ein Arbeitnehmer das Fahrtenbuch nicht ordnungsgemäß oder gar nicht geführt wurde.

Lohnsteuer: Wenn der Dienstwagen kaum privat genutzt wird

Doch was ist – wie in Ihrem Fall - mit Autos, die dem Arbeitnehmer zwar rund um die Uhr zur Verfügung stehen – von ihm aber objektiv privat wohl kaum genutzt werden können? Mit dieser Frage hat sich der Bundesfinanzhof beschäftigt. Demnach gilt: Wenn

  • Bauart und
  • Ausstattung

des Fahrzeugs dafür sprechen, dass der Wagen typischerweise nicht für eine private Nutzung geeignet ist, kann das Finanzamt nicht automatisch die 1-%-Regelung ansetzen. Auch dann nicht, wenn der Arbeitnehmer (zum Beispiel für Bereitschaftsdienste), das Fahrzeug ständig in Betrieb nehmen kann (BFH, Urteil VI R 34/07 vom 18.12.2008).

Lohnsteuer: Lassen Sie Arbeitnehmer eine Erklärung unterschreiben

Im zugrundeliegenden Fall ging es um einen Arbeitnehmer eines Unternehmens für Heizungs- und Sanitärbedarf, dem ein auffällig beschriftetet zweisitziger Kastenwagen (Werkstattwagen) mit fensterlosem Aufbau mit Materialschränken und -fächern sowie Werkzeug überlassen worden war. Will das Finanzamt eine Privatnutzung unterstellen, muss es diese beweisen. Es ist nicht Sache des Arbeitnehmers oder von Ihnen als Arbeitgeber, bei solchen Fahrzeug von vorneherein den Gegenbeweis antreten zu müssen.

Was wir Ihnen trotz dieses Urteils empfehlen: Das Urteil ist sehr positiv und kommt etwas überraschend, da der BFH bislang eine restriktive Politik in Sachen „privat genutzte Firmenautos“ gefahren hat. Um ganz auf Nummer Sicher zu gehen, lassen Sie betreffende Arbeitnehmer trotzdem auch weiterhin immer eine Erklärung unterschreiben, wonach das Fahrzeug ausschließlich zu betrieblichen Zwecken verwendet werden darf.

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