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Entgelterhöhungen gibt das Budget eines Unternehmens nicht immer her – zudem bleibt den Beschäftigten nach Abzug von Lohnsteuer und...

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Lohnsteuer 2011: Diese Änderungen kommen jetzt auf Sie zu!

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Lohnsteuer 2011 Richtlinine Lohnabrechung Lohnsteu

Von Günter Stein,

Immer konkreter werden die Änderungen, die mit den neuen Lohnsteuer-Richtlinien in 2011 auf Sie zukommen. Für mich Grund genug, gemeinsam mit Ihnen einmal einen Blick darauf zu werfen, mit was Sie sich 2011 beschäftigen müssen:Nicht vernichten!Achtung:Tipp:Nicht vergessen:Ab 2011 soll hier gelten …Ab 1.1.2011 …Tipp:

1. Lohnsteuerkarten

Das Vorhaben, für alle Arbeitnehmer auf die elektronische Lohnsteuerkarte (= ElsterLohn II) umzusteigen, wird erst ab dem 1.1.2012 realisiert. Die Lohnsteuerkarten 2010 werden Sie deshalb noch im Jahr 2011 begleiten. Bleibt Ihr Mitarbeiter nach dem 31.12.2010 bei Ihnen beschäftigt, lassen Sie die Lohnsteuerkarte 2010 in den Entgeltunterlagen.

Nicht vernichten!

Endet das Beschäftigungsverhältnis bis zum 31.12.2011, händigen Sie Ihrem Mitarbeiter die Lohnsteuerkarte aus. (Nehmen Sie eine Kopie zu Ihren Unterlagen und lassen Sie sich den Erhalt der Karte bestätigen.)

Achtung:

Obwohl die elektronische Lohnsteuerkarte erst ab 2012 realisiert wird, gibt es für das Jahr 2011 keine neuen Lohnsteuerkarten. Das bedeutet, dass Sie auch in 2011 mit den Angaben der aktuellen Lohnsteuerkarte (2010) die Entgeltabrechnung für Ihren Mitarbeiter vornehmen.

Die Besteuerungsmerkmale und Freibeträge gelten für 2011 weiter.

Tipp:

Will Ihr Arbeitnehmer nach dem 1.1.2011 Eintragungen auf seiner Lohnsteuerkarte ändern lassen oder benötigt er eine Ersatzkarte, informieren Sie ihn, dass dafür ausschließlich sein Finanzamt zuständig ist.

Ausnahme für Auszubildende: Beginnt ein lediger Arbeitnehmer bei Ihnen im Jahr 2011 ein Ausbildungsverhältnis, benötigen Sie für die Entgeltabrechnung keine Lohnsteuerkarte. Hier nehmen Sie den Lohnsteuerabzug nach der Lohnsteuerklasse I vor.

Nicht vergessen:

In diesen Fällen benötigen Sie eine „Eigenerklärung“ Ihres Beschäftigten, dass es sich um sein erstes Dienstverhältnis handelt. Nehmen Sie diese Erklärung zu den Entgeltunterlagen.

2. Firmenfahrzeug/Unfallkosten

Nutzt Ihr Mitarbeiter sein Firmenfahrzeug auch privat und rechnet er es nach der Fahrtenbuchmethode ab? Bei dieser Methode werden die Gesamtkosten für den Pkw ermittelt und in berufliche bzw. private Kosten aufgeteilt.

Bislang wurden dabei die Unfallkosten in die Gesamtkosten eingerechnet. Sie erhöhten so den geldwerten Vorteil. Ab 2011 gilt das nicht mehr. Die Unfallkosten werden nicht mehr bei der Ermittlung der Gesamtkosten eingerechnet.

Hat Ihr Mitarbeiter beispielsweise einen Unfall verschuldet, für dessen Kosten er ganz oder anteilig selbst aufkommen müsste?

Übernehmen Sie als Arbeitgeber in einem solchen Fall die Unfallkosten, die auf Ihren Beschäftigten entfallen würden, ist der Gegenwert der von Ihnen übernommenen Schadenskosten lohnsteuerpflichtig. Kleinbetragsgrenze (anwendbar für dienstlich oder privat verursachte Unfälle mit dem Firmenwagen):

Ab 2011 soll hier gelten …

… dass Sie den geldwerten Vorteil in Höhe des für Unfälle vereinbarten Selbstbehalts ansetzen. Aus Vereinfachungsgründen können Sie die Reparaturkosten bis 1.000 € je Schadensfall (= brutto; inkl. Mehrwertsteuer) wie Reparaturkosten behandeln. Das heißt, dass diese bei der 1-%-Regelung als abgegolten angesehen werden können.

Bei der Fahrtenbuchmethode werden die Unfallkosten bis 1.000 € je Schaden in die Gesamtkosten mit eingerechnet. Sie erhöhen so den Kilometersatz, der für die Errechnung des geldwerten Vorteils herangezogen wird.

3. Berufliche Fort-/Weiterbildung

Aktuell gilt, dass Ihre Aufwendungen für im überwiegenden betrieblichen Interesse durchgeführte berufliche Fort- oder Weiterbildungsmaßnahmen kein steuerpflichtiges Arbeitsentgelt darstellen. Auch dann nicht, wenn die Bildungsmaßnahmen durch fremde Unternehmer zu Ihren Lasten durchgeführt werden.

Ab 1.1.2011 …

… müssen Sie als Arbeitgeber nicht mehr zwingend als Rechnungsempfänger ausgewiesen sein. Dann soll es auch möglich sein, dass Ihr Mitarbeiter als Rechnungsempfänger angegeben ist. Möglich wird dann auch sein, dass Ihr Mitarbeiter selbst für seine Bildungsmaßnahme die Zusage erteilt.

Lassen Sie sich als Arbeitgeber für die von Ihnen zu tragenden Bildungsmaßnahmen die Originalrechnung vorlegen und nehmen Sie sie gemeinsam mit dem Kostenübernahmevorgang zu den Entgeltkonten.

4. Unentgeltliche Mahlzeiten bei Dienstreisen

Der Wert von unentgeltlichen Mahlzeiten, die Sie Ihren Mitarbeitern im Rahmen einer Auswärtstätigkeit (Dienstreise) zur Verfügung stellen, ist als geldwerter Vorteil steuerpflichtig. Bisher konnten Sie bei der Ermittlung des geldwerten Vorteils die amtlichen Sachbezugswerte ansetzen.

Der Bundesfinanzhof entschied dagegen, dass die tatsächlichen Werte (Endpreis lt. Speisekarte) für die Mahlzeiten als geldwerter Vorteil anzusehen sind. Nur bei länger andauernden Dienstreisen gelten die amtlichen Werte.

Das Bundesfinanzministerium hat die Anwendung des BFH-Urteils akzeptiert. Gleichzeitig hat es Ihnen als Arbeitgeber ein Wahlrecht eingeräumt, wenn der Wert der Mahlzeit nicht mehr als 40 € (brutto) beträgt. Diese Regelung soll rückwirkend ab dem 1.1.2010 gelten.

Tipp:

Bisher musste die Abgabe einer Mahlzeit als von Ihnen als Arbeitgeber veranlasst nachgewiesen werden. Dafür waren u. a. Tag und Zeit der Mahlzeiteneinnahme von Ihnen zu bestimmen und arbeitsrechtliche Regelungen zu treffen. Jetzt ist es ausreichend, wenn Sie

  • die tatsächlichen Aufwendungen oder
  • die amtlichen Sachbezugswerte ansetzen.

Erforderlich ist dafür, dass Sie als Arbeitgeber

  • die Kosten dienst- oder arbeitsrechtlich ersetzen und
  • die Rechnung auf Sie als Arbeitgeber ausgestellt ist.

Das hieße in diesem Jahr (2010), dass Sie für ein Frühstück 1,57 € und für Mittag- und Abendessen jeweils 2,80 € ansetzen – auch dann, wenn das Frühstück bereits vor Reisebeginn vom Mitarbeiter selbst beim Hotel elektronisch gebucht wurde.

Tja, das Leben mit der Lohnsteuer ist manchmal gar nicht so einfach …

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