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Lohnsteuer: Alle Jahre wieder: Sind Sie zum Lohnsteuer-Jahresausgleich verpflichtet?

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Lohnsteuer-Jahresausgleich Lohnsteuer Einkommenste

Von Günter Stein,

Spätestens zum Stichtag 31.12.2010 müssen Sie auch dieses Jahr beurteilen, ob Sie bald den Lohnsteuer-Jahresausgleich nach § 42b Einkommensteuergesetz (EStG) in Angriff nehmen müssen. Er zählt zu den wichtigsten Aufgaben am Jahresende im Lohnbüro und für Entgeltabrechner.Achtung:

Beim Lohnsteuer-Jahresausgleich sollte Ihnen kein Fehler unterlaufen. Immerhin geht es um das Geld Ihrer Kollegen. Möglicherweise bekommen diese durch den Ausgleich Geld erstattet, denn: Die Steuerbeträge, die Sie beim monatlichen Lohnsteuerabzug einbehalten, sind nur Vorauszahlungen. Die eigentliche Steuerschuld der Mitarbeiter Ihres Unternehmens ist die Jahreslohnsteuer. Diese ermitteln Sie erst im Rahmen des Lohnsteuer-Jahresausgleichs, wenn die tatsächlichen Bezüge des Mitarbeiters endgültig feststehen.

Den Lohnsteuer-Jahresausgleich dürfen Sie frühestens mit der Lohnabrechnung für den letzten Lohnzahlungszeitraum im Ausgleichsjahr durchführen, das heißt mit der Dezemberabrechnung. Der spätestmögliche Zeitpunkt ist die Lohnabrechnung für den letzten Lohnzahlungszeitraum, der im März 2011 endet.

Wann Sie zum Lohnsteuer-Jahresausgleich verpflichtet sind

Beschäftigt Ihr Unternehmen am 31.12.2010 mindestens 10 Arbeitnehmer, sind Sie zum Lohnsteuer-Jahresausgleich verpflichtet. Bei der Ermittlung der Mitarbeiterzahl zählen alle Arbeitnehmer mit Steuerkarte. Pauschal besteuerte Mitarbeiter, wie z. B. 400-€-Kräfte oder kurzfristig beschäftigte Aushilfen, zählen nicht mit. Minijobber, die gegen Lohnsteuerkarte arbeiten, berücksichtigen Sie aber bei der Mitarbeiterzahl.

Achtung: Arbeiten in Ihrem Unternehmen zum Stichtag weniger als 10 Mitarbeiter, müssen Sie den Jahresausgleich nicht durchführen, können dies aber tun. Das ist in der Regel aus den oben genannten Gründen durchaus im Interesse der Mitarbeiter Ihres Unternehmens. Unter Umständen wird ihnen dadurch zu viel gezahlte Lohnsteuer mit der Abrechnung – und nicht erst nach einer Einkommensteuererklärung – zurückerstattet.

Den Ausgleich dürfen Sie nicht für alle Mitarbeiter durchführen

Den Lohnsteuer-Jahresausgleich dürfen Sie nur für diejenigen Mitarbeiter durchführen, die am 31.12.2010 noch in Ihrem Unternehmen beschäftigt sind. Ausgeschlossen vom Ausgleich sind außerdem Mitarbeiter,

  • die nicht während des gesamten Ausgleichsjahres ihren Wohnsitz bzw. gewöhnlichen Aufenthalt im Inland hatten,
  • die Grenzpendler sind,
  • deren aktuelle Lohnsteuerkarte Ihnen nicht oder nicht mehr vorliegt,
  • für die Ihnen bei einem Arbeitgeberwechsel keine oder nicht alle Lohnsteuerbescheinigungen aus vorangegangenen Dienstverhältnissen vorliegen,
  • deren Lohnsteuerbescheinigung Fehlzeiten aufweist, die also nicht das ganze Jahr über bei Ihnen beschäftigt waren,
  • für die nur für einen Teil des Jahres 2010 das Entgelt nach der Steuerklasse II, III oder IV berechnet wurde,
  • die für einen Teil des Jahres 2010 oder das ganze Jahr nach der Steuerklasse V oder VI zu besteuern waren,
  • die im Jahr 2010 Lohnersatzleistungen bezogen haben (z. B. Krankengeld),
  • deren Besteuerung 2010 unter Berücksichtigung der gekürzten oder ungekürzten Vorsorgepauschale erfolgte,
  • bei denen ein Frei- oder Hinzurechnungsbetrag eingetragen ist,
  • die ausländische Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit bezogen haben, die nach einem Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung oder unter Progressionsvorbehalt von der Lohnsteuer freigestellt waren.

 

Wie Sie den Erstattungsbetrag berechnen

Ob der jeweilige Mitarbeiter einen Erstattungsbetrag erhält und in welcher Höhe dies der Fall ist, ermitteln Sie anhand der folgenden Schritte:

Schritt 1: Lohnsteuerpflichtigen Jahresarbeitslohn berechnen

Ausgangspunkt ist der lohnsteuerpflichtige Jahresarbeitslohn. Diesen ermitteln Sie anhand der im Lohnkonto eingetragenen steuerpflichtigen laufenden und der sonstigen Bezüge. Außer Ansatz bleiben

  • steuerfreie Arbeitgeberleistungen (z. B. Aufwandsentschädigung, steuerfreie Zuschläge),
  • pauschalbesteuerter Arbeitslohn, weil hierfür in steuerlicher Hinsicht der Arbeitgeber der Schuldner ist.

Schritt 2: Freibeträge ermitteln

Von dem in Schritt 1 ermittelten Gesamtjahresarbeitslohn ziehen Sie folgende Posten ab:

  • einen etwaigen Versorgungsfreibetrag
  • einen Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag
  • bei Mitarbeitern, die zu Beginn des Ausgleichsjahres das 64. Lebensjahr vollendet haben, den Altersentlastungsbetrag
  • einen etwaigen auf der Steuerkarte eingetragenen Lohnsteuer-Freibetrag

Diese Freibeträge setzen Sie nicht zeitanteilig wie beim monatlichen Lohnsteuerabzug an, sondern in den vollen Jahresbeträgen. Das gilt auch, wenn nicht in allen Monaten des Jahres die Voraussetzungen hierfür vorlagen.

Schritt 3: Abzugsbeträge berücksichtigen

Von dem Ergebnis aus Schritt 2 für 2010 ermitteln Sie die Lohn- und Kirchensteuer sowie den Solidaritätszuschlag.

Schritt 4: Vergleichen

Ziehen Sie das Ergebnis zu 3 von den tatsächlich im Laufe des Jahres einbehaltenen Steuern ab. Stellt sich heraus, dass die im Laufe des Jahres getätigten Vorauszahlungen zu hoch waren, zahlen Sie dem jeweiligen Arbeitnehmer den Differenzbetrag aus.

Achtung: Auch die Zuschlagsteuern wie den Solidaritätszuschlag und ggf. die Kirchensteuer müssen Sie dem Arbeitnehmer ausgleichen. Lohnsteuer, Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag sind aber jeweils eigene Steuern, die nicht miteinander verrechnet werden dürfen .

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