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Lohnsteuer: Auslandsentsendung und Steuern - Ihre Aufklärungspflichten als Arbeitgeber

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Lohn Gehalt Lohnsteuer

Von Günter Stein,

Der Fall: Ein Reisetechniker war fast ganzjährig im Ausland (Tschechien) tätig. Deshalb war sein Lohn dort zu versteuern. Trotzdem behielt sein Arbeitgeber die Lohnsteuer ein. Diese wurde dem Mitarbeiter zwar später vom Finanzamt erstattet. Allerdings musste er sein Einkommen in Tschechien nachversteuern und außerdem über 8.000 € Strafe zahlen.

Der Fall: Ein Reisetechniker war fast ganzjährig im Ausland (Tschechien) tätig. Deshalb war sein Lohn dort zu versteuern. Trotzdem behielt sein Arbeitgeber die Lohnsteuer ein. Diese wurde dem Mitarbeiter zwar später vom Finanzamt erstattet. Allerdings musste er sein Einkommen in Tschechien nachversteuern und außerdem über 8.000 € Strafe zahlen. Für diese Strafzahlung verlangte der Mitarbeiter von seinem Arbeitgeber Schadensersatz wegen unterlassener Information. Der Arbeitgeber musste jedoch nicht zahlen. Der Mitarbeiter hätte sich selbst darum kümmern müssen, wo sein Lohn zu versteuern ist (BAG, 22.1.2009, 8 AZR 161/08).

Lohnsteuer: Wann Ihr Mitarbeiter wo steuerpflichtig ist

Um unnötigen Ärger bei Auslandsentsendungen zu vermeiden, sollten Sie wissen: Grundsätzlich ist die Vergütung in dem Staat steuerpflichtig, im dem der Mitarbeiter tätig wird (Tätigkeitsprinzip). Unter folgenden Voraussetzungen müssen Sie für die Auslandsvergütung aber trotzdem in Deutschland Lohnsteuer einbehalten:

  1. Ihr Mitarbeiter hat sich im Jahr höchstens 183 Tage im betreffenden Tätigkeitsstaat aufgehalten oder dort gearbeitet UND
  2. der Arbeitgeber, der die Vergütung zahlt, ist nicht im Tätigkeitsstaat ansässig UND
  3. der Arbeitslohn des Mitarbeiters wird nicht von einer Betriebsstätte oder einer festen Einrichtung im Tätigkeitsstaat gezahlt. (BMF-Schreiben vom 14.9.2006, IV B 6 – S 1300 – 367/06)

 

Lohnsteuer: Entscheidend ist das Doppelbesteuerungsabkommen

Dabei hängt es von dem mit dem jeweiligen Tätigkeitsstaat geschlossenen Doppelbesteuerungsabkommen ab, ob die 183-Tage-Grenze in Bezug auf das Kalenderjahr, das Steuerjahr oder 12 Monate gilt. Außerdem kommt es in einigen Staaten auf den Zeitraum des Aufenthalts an (z.B. Frankreich, Italien, Österreich), in anderen auf den Zeitraum der Berufsausübung (z.B. Belgien, Dänemark). Maßgeblich sind hier ebenfalls die Doppelbesteuerungsabkommen.

Lohnsteuer: Welche Tage bei der Berechnung des Aufenthaltes zählen

Wenn es auf den Aufenthalt ankommt, zählen für die Berechnung der 183 Tage auch folgende Tage mit:

  • An- und Abreisetag
  • alle Tage der Anwesenheit im Tätigkeitsstaat unmittelbar vor, während oder nach der Tätigkeit (z. B. Samstage, Sonntage und Feiertage)
  • Urlaubstage, die in einem engen zeitlichen Zusammenhang vor, während oder nach der Tätigkeit im Tätigkeitsstaat verbracht werden
  • Tage im Tätigkeitsstaat während Arbeitsunterbrechungen, z.B. Streik, Ausbleiben von Lieferungen oder Krankheit

Kommt es hingegen auf die Tätigkeit im Ausland an, werden arbeitsfreie Samstage, Sonntage, Feiertage und Urlaubstage nicht auf die 183-Tage-Grenze angerechnet. Nur wenn der Mitarbeiter ausnahmsweise nicht arbeiten kann, z.B. wegen Krankheit, wird der Tag mitgerechnet.

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