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Lohnsteuer: Benzingutscheine - Vier Streitfälle und wie Sie sie vermeiden

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Lohn Gehalt Lohnsteuer

Von Günter Stein,

Benzingutscheine sind eine feine Sache. Schließlich müssen Ihre Mitarbeiter sie nicht versteuern. Und Sie kommt die damit verbundene Lohnerhöhung somit deutlich günstiger.

Allerdings nur, wenn Sie alles richtig machen. Und das ist gar nicht so einfach. Immer wieder laufen Unternehmer in die Falle und handeln sich oftmals hohe Nachzahlungen ein.

Lohnsteuer: Oberfinanzdirektion schafft Klarheit

Die vielen offenen Fragen hat die Oberfinanzdirektion (OFD) Hannover in einem Erlass vom 24.4.2008 (AZ: S 2334-281-StO 212) gebündelt beantwortet. veröffentlicht.

Lohnsteuer: Zwei Faustregeln für die Steuerfreiheit

Benzingutscheine bleiben dem Erlass zufolge grundsätzlich steuerfrei, wenn sie

  1. ein Sachbezug sind und
  2. dem Mitarbeiter zusätzlich zur Verfügung stehen.

Voraussetzung für den Sachbezug: Sie nennen nur eine ganz bestimmte Sache, aber keinen Geldbetrag nennen. Und der Sachbezug darf nicht mehr wert sein als 44 Euro pro Mitarbeiter und Monat.

Beispiel: Sie stellen Ihrem Mitarbeiter einen Gutschein über 20 Liter Diesel oder Super-Treibstoff aus.

Tipp: Kalkulieren Sie lieber etwas Luft für Preissteigerungen ein. Und heften Sie eine aktuelle Preisliste mit den Lohnunterlagen ab.

Lohnsteuer: Vier Streitfälle über Benzingutscheine

So einfach diese Faustregeln klingen, so viel Spielraum lassen Sie für Unklarheiten. So umgehen Sie fünf häufige Streitfälle:

1. Streitfall: Gutschein auf eigenem Briefpapier

Der Arbeitgeber stellt selbst einen Benzingutschein her, und zwar auf seinem Briefpapier. Darin sind Art und Menge des Kraftstoffs sowie eine Tankstelle genannt, mit der der Arbeitgeber eine Rahmenvereinbarung geschlossen hat. Der Mitarbeiter löst diesen Gutschein, den er zusätzlich zum Arbeitsentgelt erhält, bei der Tankstelle ein. Mit Geld hat der Mitarbeiter nichts zu tun. Die Tankstelle rechnet wie zuvor vereinbart mit dem Arbeitgeber ab.

Lösung: Wenn Sie die Freigrenze von 44 Euro beachtet haben und der Benzingutschein zusätzlich zum Lohn ausgehändigt wird, haben Sie kein Problem. Sie brauchen die Gutscheine nicht einzeln bei Ihrer Tankstelle zu besorgen.

2. Streitfall: Tanken auf Tankkarte

Der Arbeitgeber vereinbart mit seinen Mitarbeitern, dass diese eine bestimmte Menge Benzin mit Tankkarten des Arbeitgebers tanken dürfen. Die Angestellten erhalten zudem eine Bescheinigung, dass sie im Namen und auf Rechnung des Arbeitgebers tanken. Die Tankstelle rechnet direkt mit dem Arbeitgeber ab.

Lösung: So geht es nicht: Es handelt sich um steuerpflichtigen Barlohn und nicht um eine Sachzuwendung. Die Tankkarte entspricht hier einer Firmenkreditkarte. Somit ist der Betrag steuerpflichtiges Entgelt.

3. Streitfall: Gutschein gegen Tankkarte

Der Arbeitgeber händigt den Mitarbeitern Gutscheine aus, auf denen nur die Ware und kein Geldbetrag vermerkt ist. Aber die Gutscheine lösen die Mitarbeiter dann nicht bei der Tankstelle ein. Vielmehr dürfen sie die angegebene Menge Liter mit einer Tankkarte des Arbeitgebers tanken.

Lösung: Vorsicht Falle: Auch so funktioniert die steuerfreie Gewährung als Sachbezug nicht, selbst mit dem Umweg über den Gutschein: Der Arbeitgeber tilgt hier letztlich eine Verbindlichkeit des Arbeitnehmers mit Geld. Dadurch handelt es sich nicht um einen Sachbezug, sondern um steuerpflichtigen Barlohn. Auch hier wäre der Betrag steuerpflichtig.

4. Streitfall: Blankogutscheine

Statt eine bestimmte Literzahl auf dem Gutschein zu vermerken, gibt der Arbeitgeber Blankogutscheine für eine bestimmte Tankstelle an seine Beschäftigten aus. Art und Menge des getankten Kraftstoffs werden bei der Einlösung an der Tankstelle eingetragen. Die Tankstelle rechnet gemäß einer Rahmenvereinbarung mit dem Arbeitgeber ab.

Lösung: Achtung: Auch hier handelt es sich um steuerpflichtiges Arbeitsentgelt. Damit das Benzin als steuerfreier Sachbezugswert durchgeht, müssen Sie Art und Menge der konkret bezeichneten Ware von vornherein auf den Gutschein draufschreiben. Sonst ist der Betrag steuerpflichtig.

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