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Lohnsteuer-Richtlinien 2011 bringen Erleichterung

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Bundesadler Steuer

Von Günter Stein,

Am 5.11.2010 hat der Bundesrat die neuen Lohnsteuer-Richtlinien 2011 verabschiedet. Damit wird überwiegend die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs umgesetzt. Das Ergebnis ist für Sie als Arbeitgeber erfreulich.

Lohnnebenkosten sparen beim Weihnachtsgeld

Sonderzahlungen, die Sie Ihren Mitarbeitern freiwillig ohne Rechtsanspruch gewähren, können Sie nun nutzen, um Lohnsteuer und Sozialabgaben zu sparen. Denn nach R 3.33 Abs. 5 LStR ist es zulässig, dass Sie mit Ihren Mitarbeitern vereinbaren, dass die steuer- und beitragspflichtige Sonderzahlung ganz oder teilweise durch eine günstigere Leistung ersetzt wird. Denken Sie hier beispielsweise an:

  • Fahrtkostenzuschüsse für die Fahrt zur Arbeit (15 % Pauschalsteuer, keine Sozialabgaben),
  • Kindergartenzuschüsse (steuer- und sozialabgabenfrei),
  • gesundheitsfördernde Maßnahmen wie Rückentraining, Raucherentwöhnung oder Stressbewältigungskurse (steuer- und sozialabgabenfrei bis 500 € pro Mitarbeiter).

Diese Leistungen sind zwar nur dann steuerlich begünstigt, wenn Sie sie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewähren. Zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gehören nach neuer Rechtslage aber nur noch solche Zahlungen, zu denen Sie arbeitsrechtlich verpflichtet sind (z.B. durch Arbeits- oder Tarifvertrag).

Tipp: Diese Gestaltungsmöglichkeit können Sie auch noch kurzfristig für das Weihnachtsgeld 2010 nutzen. Dabei können Sie für jeden Mitarbeiter individuell die günstigste Lösung wählen – für den einen Mitarbeiter einen Kindergartenzuschuss, für den anderen einen Raucherentwöhnungskurs. Den verbleibenden Rest zum eigentlich geplanten Weihnachtsgeld zahlen Sie dann steuer- und beitragspflichtig aus.

Firmenwagen und Unfallkosten

Verursacht Ihr Mitarbeiter bei einer Privatfahrt einen Unfall mit dem Firmenwagen, ist die Begleichung des Schadens grundsätzlich Sache des Mitarbeiters. Wenn Sie die Kosten trotzdem übernehmen, müssen Sie den dadurch entstehenden geldwerten Vorteil nach neuer Rechtslage zusätzlich zu den Gesamtkosten (bei Fahrtenbuch) bzw. zu den üblichen 1 % erfassen. Unfallkosten bis 1.000 € zuzüglich MwSt. dürfen Sie aus Vereinfachungsgründen jedoch wie Reparaturkosten behandeln. Bei der 1-%-Methode gelten sie also als abgegolten, bei Fahrtenbuchmethode zählen sie zu den Gesamtkosten (R 8.1 Abs. 9 Nr. 2 LStR 2011).

Mahlzeiten auf Reisen

Wenn Sie die Verpflegung eines Mitarbeiters während einer betrieblich veranlassten Auswärtstätigkeit finanzieren, dürfen Sie den dadurch entstehenden geldwerten Vorteil mit dem amtlichen Sachbezugswert (siehe links) ansetzen, sofern der Wert jeder einzelnen Mahlzeit höchstens 40 € beträgt und die Rechnung auf Sie als Arbeitgeber ausgestellt ist. Sie brauchen die Mahlzeit – wie bereits berichtet – nicht mehr vorab zu bestellen (R 8.1 Abs. 8 Nr. 2 LStR 2011).

Regelmäßige Arbeitsstätte und doppelte Haushaltsführung

Die neuen Lohnsteuer-Richtlinien regeln, wie bereits durch BMF-Schreiben festgelegt, dass Sie

  • Fahrten zu Kunden dauerhaft nach Reisekostengrundsätzen abrechnen dürfen. Hier entsteht keine regelmäßige Arbeitsstätte (R 9.4 Abs. 3 LStR 2011);
  • die Kosten einer doppelten Haushaltsführung auch dann steuerfrei erstatten dürfen, wenn der Mitarbeiter seinen Hauptwohnsitz aus privaten Gründen vom Arbeitsort wegverlegt und am Arbeitsort nur noch eine Zweitwohnung unterhält (R 9.11 Abs. 2 LStR 2011).

Fortbildung auf Rechnung des Mitarbeiters

Nimmt Ihr Mitarbeiter aus betrieblichem Interesse an einer Fortbildung teil, können Sie die Kosten steuer- und beitragsfrei übernehmen. Das gilt nach den neuen Lohnsteuer-Richtlinien unabhängig davon, ob die Rechnung auf Sie oder auf den Mitarbeiter ausgestellt ist (R 19.7 Abs. 1 Satz 4 LStR 2011).

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