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Entgelterhöhungen gibt das Budget eines Unternehmens nicht immer her – zudem bleibt den Beschäftigten nach Abzug von Lohnsteuer und...

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Lohnsteuer: So schöpfen Sie Ihre Möglichkeiten bei den steuerfreien Zuschlägen voll aus

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Lohn Gehalt Lohnsteuer

Von Günter Stein,

Die Frage: Wir möchten – anstelle von Gehaltserhöhungen – erstmals die Zuschläge für Nachtarbeit, Sonntagsarbeit und so weiter ins Spiel bringen. Das bietet sich an, weil wir derzeit an einer Flexibilisierung der Unternehmensabläufe arbeiten, die zwangsläufig auch dazu führt, dass bei uns zukünftig gelegentlich abends bzw. in der Nacht und an Samstagen gearbeitet wird.

Wie machen wir hier alles richtig?

Lohnsteuer: Wie hoch die steuerfreien Zuschläge ausfallen dürfen

Die Antwort: Zuschläge, die Sie Ihrem Mitarbeiter für Arbeit am Sonntag, Feiertag oder in der Nacht zahlen, sind gemäß § 3b EStG steuer- und beitragsfrei, wenn sie folgende Prozentsätze des Grundlohns nicht überschreiten:

Nachtarbeit in der Zeit von 20 bis 6 Uhr:
25 %
Nacharbeit in der Zeit von 0 bis 4 Uhr, wenn die Nachtarbeit vor 0 Uhr beginnt:
40 %
Sonntagsarbeit:
50 %
Arbeit am 31.12. (ab 14 Uhr oder an gesetzlichen Feiertagen)
125 %
Arbeit am 24.12. (ab 14 Uhr), 25.12., 26.12. oder am 1.5. 150 %

Dabei wird ein Grundlohn von höchstens 50 €/Stunde angesetzt. Sozialversicherungsfreiheit liegt nur vor, soweit der Grundlohn höchstens 25 €/Stunde beträgt (§ 1 Abs. 1 Satz 1 SvEV).

Lohnsteuer: Wenn mehrere Zuschlagsarten zusammentreffen

Trifft ein Sonntag mit einem Feiertag zusammen, können Sie den höheren Feiertagszuschlag zahlen – für Arbeit am Pfingstsonntag also beispielsweise 125 %. Trifft Sonn- und Feiertagsarbeit mit Nachtarbeit zusammen, werden beide Zuschläge addiert. Beginnt Ihr Mitarbeiter seine Nachtarbeit an einem Sonntag oder Feiertag, können Sie ihm für die Arbeit zwischen 0.00 und 4.00 Uhr des Folgetages neben dem Zuschlag für die Nachtarbeit auch noch den erhöhten Zuschlag für Sonn- und Feiertagsarbeit auszahlen.

Beispiel: Ihr Mitarbeiter arbeitet ab Pfingstmontag, den 12.5.2008, 22.00 Uhr, bis Dienstag, den 13.5.2008, 7.00 Uhr. Sie können ihm folgende Zuschläge steuer- und beitragsfrei zahlen:

  • 150 % (= 25% + 125 %) für die Zeit von 22.00 bis 0.00 Uhr
  • 165 % (= 40%+125 %) für die Zeit von 0.00 bis 4.00 Uhr
  • 125 % für die Zeit von 4.00 bis 6.00 Uhr

Zahlen Sie mehr, ist nur der übersteigende Betrag steuer- und beitragspflichtig.

Lohnsteuer: Zuschläge nur für tatsächlich geleistete Arbeit

Steuer- und sozialabgabenfrei sind nur Zuschläge für tatsächlich geleistete Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit. Zahlen Sie eine gleich bleibende Pauschale auch während Urlaubs- oder Krankheitszeiten, ist die Pauschale steuer- und beitragspflichtig. Sie können die Arbeit aber trotzdem vereinfachen, indem Sie die Zuschläge auf der Basis früher geleisteter Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit zunächst pauschal auszahlen und zum Ende des Kalenderjahres bzw. beim Ausscheiden des Mitarbeiters die Einzelabrechnung nachholen.

Tipp: Als GmbH-Geschäftsführer können Sie sich in der Regel keine steuer- und sozialabgabenfreien Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit auszahlen. Ausnahme: Sie weisen nach, dass die Zuschläge betrieblich veranlasst sind. Das ist etwa der Fall, wenn auch fremde Mitarbeiter mit Leitungsaufgaben und ähnlich hoher Vergütung die Zuschläge erhalten (Bundesfinanzhof, 14.7.2004, I R 111/03).

Extra-Tipp: Für Ihre Abrechnung ist es sicher am einfachsten, wenn Sie mit Ihrem Mitarbeiter vereinbaren, dass Sie die Zuschläge vom vereinbarten Stundenlohn berechnen. Damit sind Sie auch steuerlich auf der sicheren Seite.

Sie können aber auch mehr tun. Denn nach R 3b Abs. 2 LStR 2008 gehören zum Grundlohn

  • der laufende Arbeitslohn samt Voraus- oder Nachzahlungen,
  • vermögenswirksame Leistungen,
  • Zinsersparnisse durch ein verbilligtes Darlehen,
  • der geldwerte Vorteil aus der Überlassung eines Firmenwagens,
  • verbilligte Überlassung einer Wohnung,
  • Erschwerniszulagen und Schichtzulagen,
  • steuerfreie Arbeitgeberbeiträge zu Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds.

Achtung: Überstundenvergütungen hingegen gehören nicht zum Grundlohn.

Beachten Sie: Wenn Sie die Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit vom Grundlohn berechnen, müssen Sie diesen für jeden Lohnzahlungszeitraum neu ermitteln.

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