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Lohnsteuer: So werden Ihre Betriebsveranstaltungen nicht zu einer teuren Falle

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Lohn Gehalt Lohnsteuer

Von Günter Stein,

„Feiern, aber richtig"! Diesen doppeldeutigen Satz werfe ich jetzt mal in die Runde. Aus einem besonderen Grund. Eine Leserin hat derzeit nämlich erhebliche Probleme, die letzte, wohl ein wenig ausgeartete Betriebsveranstaltung, korrekt abzurechnen.Das heißt im Klartext:

Der Arbeitgeber hat ihr gesagt: „Machen Sie das mal so, dass keine Nachzahlungen für die Arbeitnehmer anfallen" - dummerweise aber nicht darauf geachtet, dass die gefürchtete 110-Euro-Grenze auch wirklich eingehalten wird. Was also tun?

Lohnsteuer: Wie Sie Betriebsveranstaltungen korrekt abrechnen

Nun, es gibt eine Lösung. Ich stellen Sie Ihnen gleich vor. Doch der Reihe nach:

Damit eine Betriebsveranstaltung aber steuerlich für das Unternehmen und aus Lohnsteuersicht für Ihre Mitarbeiter nicht zu einer teuren Falle wird, müssen Sie einige Spielregeln beachten:

  • Der Gesetzgeber beschränkt die Anzahl der Betriebsfeiern, die der Arbeitgeber für seine Mitarbeiter lohnsteuerfrei veranstalten kann, auf 2 Feiern pro Jahr.

Tipp 1: Das Finanzgericht Niedersachsen hat entschieden, dass Firmen, die ein Jubiläum zu feiern haben, diese Grenze überschreiten können. In seinem bereits 1999 ergangenen Urteil stellen die Richter fest: Aufwendungen, die dem Arbeitgeber für eine betriebliche Feier aus Anlass des zehnjährigen Bestehens des Unternehmens entstehen, sind für die Mitarbeiter auch dann kein steuerpflichtiger Arbeitslohn, wenn im Jahr der Jubiläumsfeier zusätzlich ein Betriebsausflug und eine Weihnachtsfeier stattgefunden haben (Az.: XI 308/96).

  • Gemäß LStR 72 Abs. 3 müssen Ihre Betriebsveranstaltungen „üblich" sein:

Das heißt im Klartext: Ansonsten ist die Zahl Ihrer Betriebsveranstaltungen ist auf maximal

zwei Veranstaltungen pro Jahr limitiert. Die Üblichkeit der Veranstaltung bedeutet, dass die jeweilige Veranstaltung nicht „über das übliche Maß hinausgehen" darf. Das heißt vor allem: Ihre Veranstaltung sollte nicht mehr als 1 Übernachtung beinhalten. (In der Regel sind solche Veranstaltungen auf 1 Tag beschränkt, sie dürfen aber auch länger dauern).

Lohnsteuer: 110 Euro Freigrenze pro Betriebsfeier und Mitarbeiter

Pro Betriebsfeier gilt für jeden Mitarbeiter eine Freigrenze von 110 Euro. Dabei handelt es sich um eine Freigrenze, die auch nur bei einer ganz geringen Überschreitung zur vollen Steuerpflicht führt.

Achtung: ?Die 110 Euro sind ein Bruttobetrag, das heißt: Sie müssen die Mehrwertsteuer bei dieser Grenze berücksichtigen! Zu den 110 Euro zählen unter anderem folgende Aufwendungen:

  1. Das Verabreichen von Getränken, Speisen, Tabakwaren, Süßigkeiten
  2. Die Übernahme von Übernachtungskosten
  3. Eintrittskarten für kulturelle und sportliche Veranstaltungen
  4. Geschenke (bis maximal 40 Euro und keine Geldgeschenke)
  5. Alle Aufwendungen für den äußeren Rahmen Ihrer Veranstaltung, also Raummiete, Musik, Kegelbahn usw.

Vorsicht: Gemäß LStR (Abschnitt 72, Absatz 5) werden Angehörigen dem jeweiligen Mitarbeiter „zugerechnet". Das bedeutet: Nehmen Ehegatten, Kinder oder sonstige Angehörige an der Feier teil, bleibt es trotzdem bei der 110-Euro-Grenze pro Mitarbeiter. Diese 110 Euro müssen also die zusätzlichen Kosten mit abdecken.

Bitte beachten: Führen Sie Verlosungen im Rahmen Ihrer Weihnachtsfeier oder im Rahmen einer sonstigen Betriebsveranstaltung durch, müssen Sie darauf achten, dass alle an der Betriebsveranstaltung teilnehmenden Mitarbeiter beteiligt werden. Ansonsten gehören die Gewinne zum Arbeitslohn. Und was, wenn die Grenze von 110 Euro überschritten wird?

Lohnsteuer: Wenn die Grenze von 110 Euro überschritten wird

Tipp 1: Die Kosten für eine Betriebsveranstaltung sind lohnsteuerpflichtig, wenn der gesellschaftliche Charakter der Veranstaltung überwiegt. Bei gemischter Veranlassung können Sie aber eine Aufteilung in einen lohnsteuerpflichtigen und einen lohnsteuerfreien Teil vornehmen. Beispiel: Betriebsausflug, der sowohl betriebliche Elemente enthält - wie auch gesellschaftliche. Also beispielsweise erst Besuch eines wichtigen Lieferanten -und abends die eigentliche Feier (Finanzgericht Münster, Urteil vom 20.9.2007, Aktenzeichen: 3 K 1279/05 F, KI, L),

Tipp 2: Sie nutzen die vom Gesetzgeber eingeräumte Möglichkeit zur Pauschalversteuerung. Dieses Recht ist im Einkommensteuergesetz in § 40 Absatz 2 geregelt. Demnach können Sie die Lohnsteuer mit 25 % pauschal versteuern. Das hat einen weiteren

Vorteil: In der betrieblichen Praxis wird häufig übersehen, dass die Überschreitung der 110-Euro-Grenze nicht nur zur Steuer- sondern auch zur Sozialversicherungspflicht führt. Aus diesem Grund sollten Sie sich auf jeden Fall für die 25%ige Pauschalierung entscheiden. Sie führt quasi automatisch zur Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung.

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