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Lohnsteuer: Top-Ten der Vergünstigungen rund um Ihre Kinder

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Von Günter Stein,

Mit Kindern können Sie einiges an Steuern sparen. Kleine Hürde: Die zahlreichen Förderungen, Frei-, Pausch- und Höchstbeträge ändern sich beinahe jährlich. Damit Sie es nicht gar zu einfach haben. Und außerdem müssen Sie etwas mehr verdienen, um einige der Vergünstigungen in Kauf zu nehmen.

Ist das der Fall, gibt es steuerlich für Sie einiges zu holen:

Lohnsteuer-Vergünstigung 1: Das Kindergeld

Das Kindergeld ist der Klassiker unter den kindbezogenen Subventionen. Die neue Bundesregierung hat es vom kommenden Jahr an erhöht:

  • für das 1. und 2. Kind: von derzeit 164 € pro Monat auf 184 €
  • für das 3. Kind: von 170 € pro Monat auf 190 €.
  • für das 4. und jedes weitere Kind: statt bislang 195 € pro Monat (§ 66 EStG) 215 €.

Vorausgesetzt natürlich, der Bundesrat spielt mit.

Tipp: Wenn Ihr Kind bereits eigenes Geld verdient, sollten Sie seine Einkünfte besser im Auge behalten. Schon wenn das Einkommen nur geringfügig die zulässige Verdienstgrenze von derzeit 7680 € im Jahr überschreitet, verlieren Sie sonst den Anspruch auf das Kindergeld.

Lohnsteuer-Vergünstigung 2: Der Kinderfreibetrag

Wenn Sie Kindergeld beziehen, rechnet das Finanzamt für Sie aus, ob Sie mit dem Kinder- und Betreuungsfreibetrag eine höhere Steuerersparnis erzielen, als Sie mit dem direkt ausgezahlten Kindergeld. Ist das der Fall, muss das Finanzamt Ihnen den Freibetrag gewähren.

Achtung: Allerdings zieht es das bereits von der Familienkasse an Sie gezahlte Kindergeld davon wieder ab. Der Freibetrag wird – wie das Kindergeld – von bisher 6024 auf 7008 Euro steigen.

Vergünstigung 3: Kinderbetreuungskosten

Kinderbetreuungskosten können Sie für Kinder bis zum 14. Geburtstag geltend machen – und zwar wie Betriebsausgaben bis zu 4.000 € pro Kind. Allerdings ist die Sache höchst kompliziert: In den Augen des Fiskus sind Eltern nämlich nicht gleich Eltern. Für die Beamten macht es einen Unterschied, ob Sie berufstätig sind, Ihr Kind allein erziehen, ob Ihr Kind noch Kindergartenalter ist oder nicht etc. Für alle diese verschiedenen Elterngruppen unterscheiden sich die Regeln zur Absetzbarkeit. So ist die Lage: Grundsätzlich können Sie die Betreuungskosten zu 2/3 abziehen – je Kind bis zu 4.000 €, und zwar so:

  • für Kinder zwischen 3 und 6 Jahren ohne weitere Voraussetzung als Sonderausgabenabzug (§ 9c EStG).
  • wie Betriebsausgaben oder Werbungskosten, wenn beide Eltern erwerbstätig sind und Ihr Kind noch keine 14 Jahre alt ist,
  • wenn beide Eltern in Ausbildung, behindert oder krank sind auch für Kinder bis auch noch zum vollendeten 14. Lebensjahr als Sonderausgaben.

Lohnsteuer-Vergünstigung 4: Kosten für haushaltsnahe Beschäftigung

Natürlich können Sie Ihre Kinderbetreuungskosten auch geltend machen, wenn sie bei Ihnen zuhause stattfindet – im Rahmen der haushaltsnahen Beschäftigungen und Dienstleistungen. Sie können 20 Prozent der Aufwendungen direkt von der Steuerschuld abziehen,

  • wenn Sie ein Kindermädchen im Rahmen eines geringfügigen Beschäftigungsverhältnisses – also für maximal 400 € monatlich und pauschalen Abgaben von insgesamt 12 %) – jährlich maximal 510 €.
  • Ein Kindermädchen im Rahmen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung einsetzen
  • Wenn Sie haushaltsnaher Dienstleistungen ohne Arbeitsverhältnis in Anspruch nehmen, beispielsweise durch eine stundenweise Betreuung eines Babysitter-Services – höchstens jedoch 4.000 €.

Vergünstigung 5: Schulgeld

Wenn Sie für Ihr Kind noch den Kinderfreibetrag oder das Kindergeld in Anspruch nehmen können, dürfen Sie die Kosten für den Schulbesuch bis zu 30 % – höchstens jedoch 5.000 € jährlich – von Ihrer Steuerschuld abziehen. Voraussetzung: Es handelt sich um Schulgeld für eine staatlich genehmigte bzw. anerkannte Ersatzschule oder Ergänzungsschule in der EU.

Achtung: Zahlungen für Unterkunft, Betreuung und Verpflegung sind nicht begünstigt (§ 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG).

Vergünstigung 6: Der Ausbildungsfreibetrag

Wenn sich Ihr Kind schon in der Berufsausbildung befindet und Sie immer noch Anspruch auf Kindergeld oder Kinderfreibetrag haben, rechnet Ihnen das Finanzamt auch den Ausbildungsfreibetrag in Höhe von 924 € zu – aber nur, wenn

  • Ihr Kind schon volljährig ist und außerdem
  • auswärtig untergebracht.

Abziehen lassen müssen Sie sich dafür folgende Beträge:

  • Ausbildungszuschüsse aus öffentlichen Mitteln (z. B. BAföG-Zuschüsse) zu 100 % und
  • andere Einkünfte und Bezüge, soweit sie höher sind als 1.848 € (§ 33a Abs. 2 EStG).

Vergünstigung 7: Familienheimfahrten

Falls Sie aufgrund Ihrer Berufstätigkeit einen Zweithaushalt führen, können Sie für eine Familienheimfahrt maximal 1-mal pro Woche je Entfernungskilometer 0,30 € geltend machen – unabhängig vom Verkehrsmittel.

Achtung: Wenn Sie mit dem Flugzeug pendeln, dürfen Sie nur die tatsächlichen Kosten geltend machen.

Vergünstigung 8: Der Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsfreibetrag

Ist Ihr Einkommen ausreichend hoch, dass der steuerliche Vorteil das Kindergeld übersteigt, dann gewährt Ihnen das Finanzamt zusätzlich zum Kinderfreibetrag je Elternteil 1.080 € als Betreuungsfreibetrag und das Kindergeld abgezogen.

Vergünstigung 9: Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

Wenn Sie allein mit

  • mindestens einem Kind eine Haushaltsgemeinschaft in der gemeinsamen Wohnung – diese muss als Hauptwohnsitz gemeldet sein – bilden und
  • das Kind noch nicht volljährig ist,

steht Ihnen der Entlastungsbetrag von 1.308 € für Alleinstehende zu.

Vergünstigung 10: Unterhalt/Berufsausbildung

Wenn Sie für einen Angehörigen Unterhalt oder die Kosten für eine Berufsausbildung bezahlen, liegt der anrechenbare Höchstbetrag hierfür bei 7.680 € pro Jahr. Voraussetzung ist allerdings, dass

  • niemand anders für den Unterstützten Anspruch auf Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag hat und
  • Sie gesetzlich unterhaltspflichtig sind
  • oder der unterstützten Person wegen des Einkommens des Unterstützenden öffentliche Mittel gekürzt werden.

Angerechnet werden

  • eigene Einkünfte und Bezüge, soweit sie 624 € jährlich übersteigen und
  • Ausbildungszuschüsse aus öffentlichen Mitteln in voller Höhe. (§ 33a Abs. 1 EStG).

Plus zwei Vergünstigungen, wenn Sie Ihren Partner bei sich anstellen

Vergünstigung 1: Kindergartenbeiträge

Als Arbeitgeber können Sie Ihren Angestellten zusätzlich zum normalen Arbeitslohn einen Zuschuss für die Unterbringung und Betreuung von nicht schulpflichtigen Kindern in Kindergärten und vergleichbaren Einrichtungen steuerfrei zahlen (§ 3 Nr. 33 EStG, R 3.33 LStR).

Tipp: Diese Möglichkeit sollten Sie nutzen, wenn Ihr Lebenspartner bei Ihnen angestellt ist!

Vergünstigung 2: Die Erholungsbeihilfe

Falls Ihr Lebenspartner bei Ihnen beschäftigt ist, können Sie ihm und Ihren gemeinsamen Kindern als kleines Bonbon einmal jährlich steuerfrei 52 Euro Erholungsbeihilfe pro Kind zahlen.

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