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Lohnsteuer: Vorübergehende Auswärtstätigkeit - So setzen Sie die neuen Verwaltungsanweisungen rechtssicher um

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Von Günter Stein,

Weil sich im Rahmen der Lohnsteuer-Außenprüfungen im vergangenen und auch in diesem Jahr gezeigt hat, dass viele Betriebsprüfungen zu Streit darüber führen, wann eine Auswärtstätigkeit vorliegt, und wann nicht, hat die Finanzverwaltung nun ein Schreiben vorgelegt, in dem sie anhand konkreter Beispiele versucht, die Unterscheidung transparenter zu machen.

Die wichtigsten Punkte:

Lohnsteuer: Das Wichtigste zur vorübergehenden Auswärtstätigkeit

Regelmäßige Arbeitsstätte: Eine regelmäßige Arbeitsstätte liegt vor, wenn der Arbeitnehmer eine „ortsfeste, dauerhafte betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers“ mindestens einmal pro Woche (= 46 mal/Jahr, unter Berücksichtigung von Urlaub, Feiertagen etc.) aufsucht.

Vorübergehende Auswärtstätigkeit: Von der regelmäßigen Arbeitsstätte müssen Sie die „vorübergehende Auswärtstätigkeit“ abgrenzen. Diese liegt vor, wenn der Mitarbeiter vorübergehend an einer anderen betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers oder eines verbundenen Unternehmens tätig wird. Typischer Fall: Ein Arbeitnehmer wird vorübergehend vom Betriebsteil A in A-Stadt in den Betriebsteil B in B-Stadt abgeordnet.

Achtung: In diesem Fall wird diese andere betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers auch dann nicht zur regelmäßigen Arbeitsstätte, wenn sie im Kalenderjahr an durchschnittlich mindestens 46 Tagen aufgesucht wird.

Lohnsteuer: Wie Sie die Auswärtstätigkeit richtig beurteilen

So unterscheiden Sie richtig – ein Beispiel: Mitarbeiter Peter Müller wird für zwei Jahre von Köln, wo sich seine regelmäßige Arbeitsstätte befindet, in die Niederlassung nach Hamburg abgeordnet, um dort die Umstrukturierung zu begleiten. Nach dieser Zeit kehrt er nach Köln zurück.

Folge: Hier liegt eine Auswärtstätigkeit vor! Hamburg wird nicht – auch nicht vorübergehend – zu seiner regelmäßigen Arbeitsstätte, da er ja nur vorübergehend an einer anderen betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers tätig ist (BFH, Urteil v. 10.4.2008, VI R 66/05, BStBl II 2008, 825).

Kann eine solche Abordnung verlängert werden?

Auch hierzu ein Beispiel: Peter Müller ist von Köln nach Berlin abgeordnet, um dort die Zweigniederlassung wieder auf Vordermann zu bringen. Nach 2 Jahren soll er zurückkehren nach Köln. Nun passiert es: Im Zuge der Umstrukturierung lässt er in Berlin eine neue Kundenbetreuungs-Software installieren. Es kommt zu enormen Umstellungsschwierigkeiten, so dass er ein Jahr länger bleiben muss.

Liegt dann noch eine vorübergehende Auswärtstätigkeit vor?

Die Antwort: Ja, wenn die Abordnung von vornherein nur vorübergehend war. Wenn also nicht von vornherein eine unbefristete und damit dauerhafte Tätigkeit in Berlin vorgesehen war. Deshalb ist Dokumentation ja auch so wichtig! Denn hier ist der Arbeitgeber beweispflichtig. Handeln Sie hier stets nach dem Motto: „Wer schreibt, bleibt – und treffen Sie alle Vereinbarungen über die Abordnung mit dem Arbeitnehmer schriftlich. Nehmen Sie diese Vereinbarungen zu den Lohnunterlagen. So kann Ihnen kein Betriebsprüfer Probleme bereiten!

Lohnsteuer: Gelegentliche Tätigkeiten in anderen Arbeitsstätten

Und wie sieht das bei gelegentlichen Tätigkeiten an einer anderen Arbeitsstätte aus?

Auch hierzu ein Beispiel: Ihre Mitarbeiterin Susi Fleißig ist stellvertretende Filialleiterin in der Augsburger Filiale. Regelmäßig nimmt Sie im Rahmen von Krankheits- und Urlaubsvertretungen Aufgaben der Filialleiterinnen in München war. Ohne Abordnung ist sie so an mindestens 46 Tagen in München tätig.

Folge: Da die Vertretungen in München jeweils von vornherein befristet sind, handelt es sich auch hier um Auswärtstätigkeiten – auch wenn die 46-Tage-Grenze erreicht, beziehungsweise überschritten wird (OFD Rheinland, Verfügung vom 13.2.2009, Az. S 2338 - 1001 - St 215).

Sie sehen – nett erklärt, ist alles gar nicht so schwer. Und der Betriebsprüfer geht leer aus!

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