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Entgelterhöhungen gibt das Budget eines Unternehmens nicht immer her – zudem bleibt den Beschäftigten nach Abzug von Lohnsteuer und...

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Lohnsteuer: Wie Sie den geldwerten Vorteil bei Darlehen berechnen

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Von Günter Stein,

Erhält ein Mitarbeiter von Ihrem Unternehmen ein Arbeitgeberdarlehen, kann das zu steuer- und beitragspflichtigem Arbeitsentgelt führen. Ihre Aufgabe ist es, die Höhe des Entgelts zu berechnen.

Nach einem aktuellen Schreiben des Bundesfinanzministeriums (vom 1.10.2008, AZ: IV C 5 – S 2334/07/0009) haben sich die Kriterien hierfür wieder einmal geändert. Gewährt Ihr Unternehmen einem Mitarbeiter ein Darlehen, hängt es in erster Linie von der Verzinsung ab, ob die Darlehensgewährung einen geldwerten Vorteil darstellt oder ob Sie nicht von steuer- und beitragspflichtigem Arbeitsentgelt ausgehen müssen.

Lohnsteuer: Vergünstigtes Darlehen ist geldwerter Vorteil

Das bedeutet konkret: Bieten Sie einem Mitarbeiter ein Darlehen mit Zinsvorteil (einen besonders günstigen Zins) an, führt dies zu einem geldwerten Vorteil. Bei der Feststellung, ob dies der Fall ist oder nicht, müssen Sie jetzt wieder mit neuen Vorgaben arbeiten:

1. Bis Ende 2007 mussten Sie bei der Darlehensgewährung von Zinsvorteilen und damit von Arbeitsentgelt ausgehen, wenn

a) der Effektivzins Ihres Darlehens 5 % unterschritt

b) und die Summe des noch nicht getilgten Darlehens am Ende des Lohnzahlungszeitraums 2.600 € überschritt.

2. Seit 1.1.2008 bemessen Sie den geldwerten Vorteil nach dem Unterschiedsbetrag zwischen dem marktüblichen Zins und dem Zins, den der Mitarbeiter an Sie zahlen muss. Die Freigrenze von 2.600 € wurde mit den Lohnsteuerrichtlinien 2008 abgeschafft.

3. Mit seinem aktuellen Schreiben hat das BMF die Freigrenze von 2.600 € wieder eingeführt. Dies gilt sogar rückwirkend zum 1.1.2008.

Das bedeutet: Erhält ein Beschäftigter Ihres Unternehmens ein Darlehen, das den Betrag von 2.600 € nicht überschreitet, führt dies zu gar keinem steuerpflichtigen Zinsvorteil und damit auch nicht zu Arbeitsentgelt in der Sozialversicherung. Das ist selbst dann der Fall, wenn Ihr Unternehmen auf eine Verzinsung vollständig verzichtet. Ist der Darlehensbetrag höher und zahlt der Mitarbeiter das Darlehen in monatlichen Raten zurück, müssen Sie dann keinen Zinsvorteil mehr versteuern, wenn die Darlehensrestschuld unter den Betrag von 2.600 € sinkt. Erhält ein Arbeitnehmer ein Darlehen von Ihrem Unternehmen und bittet er Sie um Rat, sollten Sie ihn auf die Freigrenze von 2.600 € hinweisen. Möglicherweise ist dem Mitarbeiter mit einem Betrag, der darunter liegt, ja schon geholfen.

Lohnsteuer: So bleiben Darlehen über 2.600 € beitragsfrei

Benötigt der Mitarbeiter ein Darlehen, das die Freigrenze übersteigt, sollten Sie dafür sorgen, dass es zum marktüblichen Zinssatz verzinst wird. Dann resultiert aus dem Darlehen ebenfalls kein geldwerter Vorteil. Ob das der Fall ist, stellen Sie folgendermaßen fest:

1. Der geldwerte Vorteil bemisst sich nach dem Unterschiedsbetrag zwischen marktüblichem und konkretem Zinssatz, den der Mitarbeiter zahlen muss.

Beispiel: Der marktübliche Zinssatz beträgt 4 %, ein Mitarbeiter erhält ein Darlehen, das mit 3 % verzinst wird. Der geldwerte Vorteil beträgt 1 % der Darlehenssumme.

2. Maßgeblich ist dabei während der gesamten Vertragslaufzeit der Zinssatz, den Sie bei Vertragsschluss vereinbart haben.

Ausnahme: Sie haben einen variablen Zinssatz vereinbart.

Lohnsteuer: Geldwerter Vorteil muss nicht immer steuerpflichtig sein

Tipp: Auch wenn es zu einem geldwerten Vorteil kommt, muss das nicht unbedingt beitrags- und steuerpflichtiges Arbeitsentgelt bedeuten:

  1. Gehört die Vergabe von Darlehen zum Geschäftsfeld Ihres Unternehmens (z. B. Als Bank), dürfen und müssen Sie den jährlichen Rabattfreibetrag in Höhe von 1.080 € berücksichtigen. Liegt das aus dem Zinsvorteil resultierende Arbeitsentgelt unter 1.080 € jährlich, dürfen Sie es unberücksichtigt lassen.
  2. Zählt die Vergabe von Darlehen nicht zum Geschäftsfeld Ihres Unternehmens, müssen und dürfen Sie die monatliche Freigrenze von 44 € beachten.

 

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