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Entgelterhöhungen gibt das Budget eines Unternehmens nicht immer her – zudem bleibt den Beschäftigten nach Abzug von Lohnsteuer und...

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Lohnsteuerpflichtige Vorteile: Amtliche Sachbezugswerte beachten

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Von Günter Stein,

Mahlzeiten und Unterkünfte, die Mitarbeiter Ihres Unternehmens verbilligt oder kostenlos erhalten, sind ein geldwerter Vorteil und damit steuer- und sozialversicherungspflichtiges Entgelt.

Für dessen Berechnung müssen Sie immer die amtlichen Sachbezugswerte anwenden. Dies geht aus einem ganz aktuellen Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) hervor (vom 23.8.2007, AZ: VI R 74/04).

Zum Rechtsstreit kam es, weil ein Arbeitgeber einigen seiner Mitarbeiter Unterkünfte zur Verfügung gestellt hatte. Die Mitarbeiter mussten dafür Zahlungen leisten, die nach Ansicht des Arbeitgebers der ortsüblichen Miete entsprachen. Das stimmte zwar, im Rahmen einer Lohnsteuer-Außenprüfung stellte das Finanzamt aber fest, dass die Zahlungen der Mitarbeiter unterhalb der für diesen Zeitraum festgelegten Sachbezugswerte lagen. Und die Sachbezugswerte waren nach Ansicht der Finanzbehörde die einzig entscheidenden Werte. Es ermittelte einen geldwerten Vorteil für die Mitarbeiter und forderte mit Bescheid Lohnsteuer für mehrere Jahre nach. Der Arbeitgeber wehrte sich: Die Sachbezugswerte seien in seinem Fall unzutreffend und die ortsübliche Miete angemessen. Er hatte keinen Erfolg. Existieren für einen Sachbezug amtliche Werte, so der BFH in seiner Urteilsbegründung, seien diese immer anzuwenden.

Auch bei Wohnungen können Sachbezugswerte gelten

Die amtlichen Sachbezugswerte gelten grundsätzlich nur für Unterkünfte, hier aber immer (siehe Urteil). Bei Wohnungen legen Sie dagegen die ortsübliche Miete für die Bewertung des Arbeitsentgelts zu Grunde. Wohnungen und Unterkünfte unterscheiden Sie folgendermaßen.

  1. Eine Wohnung ist eine abgeschlossene Einheit von Räumen, die sowohl mit einer Kochgelegenheit als auch mit Bad/Dusche/ WC ausgestattet ist. Sie ermöglicht die selbstständige Haushaltsführung des Arbeitnehmers.
  2. Von einer Unterkunft dagegen gehen Sie immer dann aus, wenn Räumlichkeiten keine selbstständige Haushaltsführung ermöglichen. Das ist z. B. bei einem Zimmer, dessen Bewohner sich Bad und Küche mit mehreren teilen muss, der Fall. Können Sie bei einer Wohnung im Einzelfall die ortsübliche Miete nur schwer feststellen (existiert also z. B. kein Mietspiegel, den Sie ggf. bei der zuständigen Gemeinde erhalten), dürfen Sie auch für die gemietete Wohnung Sachbezugswerte heranziehen. Die Sachbezugswerte für Mietwohnungen unterscheiden sich allerdings von denen für Unterkünfte.

Sie betragen im Jahr 2008

  • für das gesamte Bundesgebiet einheitlich 3,45 € pro m 2 und Monat,
  • für ganz einfach ausgestattete Wohnungen (ohne Sammelheizung oder Bad oder Dusche) im gesamten Bundesgebiet 2,80 € pro m² und Monat.
  • Bestehen gesetzliche Mietpreisbeschränkungen bzw. vertragliche Mietpreisbindungen im sozialen Wohnungsbau, sind diese festgelegten Mietpreise anzusetzen.

 

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