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Entgelterhöhungen gibt das Budget eines Unternehmens nicht immer her – zudem bleibt den Beschäftigten nach Abzug von Lohnsteuer und...

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Müssen Sie sich gegen Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall versichern?

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Von Günter Stein,

Ob eine Grippewelle, der Skiunfall, häufige Rückenleiden oder auch Mutterschaft – die Entgeltfortzahlung für Ihre Mitarbeiter geht für Sie als Arbeitgeber ganz schön ins Geld. Deswegen gehört auch die Entgeltfortzahlungsversicherung für Sie als Arbeitgeber zu den Pflichtversicherungen.

Hier gibt es zwei verschiedene gesetzliche Umlagen: Umlage 2 ist Pflicht für alle Unternehmen – mit ihr werden die Kosten für Entgeltfortzahlung bei einer Mutterschaft erstattet. Dagegen ist die so genannte Umlage nur für kleine und mittelgroße Unternehmen mit bis zu 30 Mitarbeitern eine Pflichtversicherung.

Beschäftigen Sie also zu Beginn eines Jahres – oder bei Neugründungen auch zwischendrin – nicht mehr als 30 Mitarbeiter, müssen Sie die Umlage einzahlen. Sie versichern damit ihr Risiko durch Entgeltfortzahlungen im Krankheitsfall der Mitarbeiter. Ob Ihr Unternehmen davon betroffen ist, müssen Sie aber selbst prüfen lassen. Keine der vielen verschiedenen Krankenkassen Ihrer Mitarbeiter wird dies von sich aus tun.

Achtung: Nehmen Sie Ihre Verpflichtung sehr ernst. Stellt ein Betriebsprüfer nachträglich fest, dass Sie zur Teilnahme am Ausgleichsverfahren verpflichtet sind und auch schon vorher waren, kann das zu erheblichen Nachforderungen der Umlage gegen Sie führen.

Tipp: Ärgern Sie sich nicht über die Beiträge. Immerhin senken diese auch Ihr Kostenrisiko durch Entgeltfortzahlung.

Geprüft wird stets zu Jahresbeginn für das gesamte Jahr. Dabei zählt, wie viele Mitarbeiter Ihr Unternehmen im Vorjahr beschäftigt hat. Sie müssen alle Arbeitnehmer berücksichtigen, die in Ihrem Unternehmen arbeiten und einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung haben. Die versicherungsrechtliche Beurteilung der Arbeitnehmer, der eventuelle Ausschluss eines Entgeltfortzahlungsanspruchs oder die Krankenkassenzugehörigkeit spielt dabei keine Rolle.

Mit einrechnen müssen Sie insbesondere:

  • unständig Beschäftigte,
  • Vorstandsvorsitzende und Vorstandsmitglieder,
  • GmbH-Geschäftsführer, die arbeitsrechtlich als Arbeitnehmer behandelt werden,
  • sowie Beschäftigte im freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahr

Teilzeitkräfte rechnen Sie wie folgt an:

Regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit

Anrechungsfaktor

Nicht mehr als 10 Stunden

0,25

Nicht mehr als 20 Stunden

0,5

Nicht mehr als 30 Stunden

0,75

Über 30

1

Folgende Mitarbeiter lassen Sie außen vor, weil kein Entgeltfortzahlungsanspruch besteht:

  • Wehr- und Zivildienstleistende
  • Vorruhestandsgeldbezieher
  • Altersteilzeitmitarbeiter in der Freistellungsphase
  • Personen in Elternzeit
  • Mitarbeitende Familienangehörige eines landwirtschaftlichen Unternehmers
  • Heimarbeiter, es sei denn, sie werden den anderen Arbeitnehmern bezüglich der Entgeltzahlung gleichgestellt.
  • Leiharbeitnehmer, da deren Arbeitgeber die Verleihfirma ist
  • ausländische Saisonarbeitskräfte, die weiter den sozialversicherungsrechtlichen Vorschriften ihres jeweiligen Heimatstaats unterliegen und daher von den Regelungen des deutschen Krankenversicherungsrechts ausgenommen sind. Diese Arbeitnehmer müssen Ihnen eine E-101-Bescheinigung vorlegen. Dieses Vorgehen haben die Krankenkassenverbände am 22.11.2006 in einem Besprechungsergebnis festgelegt.

Aufgrund gesetzlicher Regelungen sind folgende Mitarbeiter ausgeschlossen:

  • Auszubildende,
  • Praktikanten und
  • Volontäre sowie
  • Schwerbehinderte

Tipp : Sind Sie sich bei Ihrer Ermittlung der anrechenbaren Arbeitnehmer nicht sicher, sollten Sie Ihre Teilnahmepflicht von einer Krankenkasse prüfen lassen. Wenden Sie sich an eine beliebige Krankenkasse, bei der einer Ihrer Mitarbeiter versichert ist. Diese muss auf Ihren Antrag hin einen Feststellungsbescheid erlassen. Dieser gilt im laufenden Kalenderjahr für alle Krankenkassen.

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