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Sonderzahlung für Firmen-Pkw: So rechnen Sie jetzt richtig

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Firmenwagen Leasing

Von Günter Stein,

Der Bundesfinanzhof hat in einem aktuellen Urteil vom 15.4.2010 (Az. VI R 20/08), das heute Morgen erst veröffentlicht wurde, einen wichtigen Fall rund um ein von einem Arbeitnehmer für Geschäftsfährten genutztes privates Leasingfahrzeug entschieden.

Der Bundesfinanzhof hat in einem aktuellen Urteil vom 15.4.2010 (Az. VI R 20/08), das heute Morgen erst veröffentlicht wurde, einen wichtigen Fall rund um ein von einem Arbeitnehmer für Geschäftsfährten genutztes privates Leasingfahrzeug entschieden.

Beispiel: Ihr Arbeitnehmer verwendet seinen geleasten Pkw für Auswärtstätigkeiten. Zur Abrechnung macht er beim Finanzamt dafür die tatsächlichen Kosten geltend. Das wird auch anerkannt.

Doch kann er auch eine Leasingsonderzahlung geltend machen?

Ja, sagt der BFH. Er kann die Leasingsonderzahlung entsprechend dem Anteil der beruflichen Nutzung seines Fahrtzeugs anteilig geltend machen. Doch Achtung:

Das betrifft die Auswärtstätigkeiten! Für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte dagegen ist die Leasingsonderzahlung durch die Entfernungspauschale abgegolten.

Im Klartext:

Führt der Arbeitnehmer kann er die kosten anteilig geltend machen – rechnet er pauschal ab, geht er leer aus.

Dieses Urteil hat mich auf die Idee gebracht, im heutigen Tipp des Tages das Thema Zuzahlung für ein auch privat genutztes Firmenfahrzeug näher zu beleuchten. Was gilt denn hier?

Hier gibt es 3 Konstellationen – Grundlage ist das Schreiben des Finanzministers (BMF-Schreiben) vom 6.2.2009, IV C 5 – S 2334/08/10003).

Zuzahlung zu den AnschaffungskostenMitarbeiter zahlt Treibstoffkosten, Wagenwäsche usw.Mitarbeiter zahlt Nutzungsentgelt
Beteiligt Ihr Mitarbeiter sich an den Anschaffungskosten des Firmenwagens, mindert das seinen steuerpflichtigen geldwerten Vorteil. Bei Abrechnung nach Fahrtenbuchmethode gilt das aber nur, wenn die für die Ermittlung der AfA maßgeblichen Anschaffungskosten nicht um die Zuzahlungen gemindert wurden.

Neu dabei: Bislang konnten die Zuzahlungen nur im Zahlungsjahr berücksichtigt werden (R 8.1 Abs. 9 Nr. 4 LStR). Daran hält die Finanzverwaltung nicht
mehr fest. Die Zuzahlungen können nun in allen noch offenen Fällen auf den geldwerten Vorteil der Folgejahre angerechnet werden.

Beachten Sie: Der BFH hatte die Zuzahlungen zu den Anschaffungskosten als Werbungskosten des Mitarbeiters gewertet und nicht als Minderung des geldwerten Vorteils (BFH, 18.10.2007, VI R 59/06). Dem folgt die Finanzverwaltung
nicht.
Eine Beteiligung des Mitarbeiters in der Form, dass er einzelne Leistungen selbst bezahlt (z.B. Treibstoff, Wagenwäsche o.Ä.) sollten Sie bei Abrechnung nach der 1-%-Methode tunlichst vermeiden. Denn diese Zahlungen mindern den mit dem Firmenwagen verbundenen geldwerten Vorteil nicht.

Der Mitarbeiter kann sie nach einhelliger Auffassung von BMF und BFH auch nicht als Werbungskosten geltend machen.
Bei Abrechnung nach der Fahrtenbuchmethode dürfen Sie die Kostenpositionen, die der Mitarbeiter selbst bezahlt hat, nicht bei den Gesamtkosten des Wagens berücksichtigen. Der geldwerte Vorteil wird durch sie also nicht erhöht.
Das BMF widerspricht in diesem Punkt dem BFH. Dieser wertete die vom Mitarbeiter
getragenen Kosten als Teil der Gesamtkosten, den er jedoch als Werbungskosten geltend machen könne (BFH, 18.10.2007, VI R 57/06).
Zahlt Ihr Mitarbeiter ein Nutzungsentgelt für den Firmenwagen (z.B. 300 €/Monat oder 0,30 € Kilometergeld für Privatfahrten), mindert das seinen geldwerten Vorteil. Übersteigt das Nutzungsentgelt jedoch den geldwerten Vorteil, muss der Mitarbeiter den übersteigenden Betrag aus seinem Nettolohn finanzieren.

Er kann weder als negativer Arbeitslohn berücksichtigt werden, noch kann der Mitarbeiter ihn als Werbungskosten geltend machen (R 8.1 Abs. 9
Nr. 4 LStR, Rundschreiben der Spitzenverbände der Sozialversicherungsträger vom 5./6.7.2005).

Beachten Sie: Händigen Sie Ihrem Mitarbeiter eine Tankkarte aus, sodass Sie die Treibstoffkosten bezahlen, gilt eine wertgleiche Entschädigung, die Sie vom Mitarbeiter verlangen, als Nutzungsentgelt.

 

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