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Steuerfreie Zuschläge 2011: Auf die Regelung kommt’s an!

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Steuerfreie Zuschläge

Von Günter Stein,

Zuschläge für die Arbeit an Sonn- und Feiertagen oder für Nachtarbeit sind in allen Unternehmen gang und gäbe. Rechnen Sie richtig und achten Sie auf alle Grenzen, können die Zuschläge steuer- und beitragsfrei bleiben.

Ebenso wichtig: Eine Regelung zu den Zuschlägen darf nicht fehlen. Der Arbeitnehmer muss Anspruch darauf haben – und auch tatsächlich die Arbeitsleistung erbringen müssen.

Die „tatsächliche Arbeitsleistung“ ist nur eine von vielen Voraussetzungen, die Sie im Lohnbüro für die Steuerfreiheit der Zuschläge beachten müssen. Die Steuerfreiheit wiederum ist Voraussetzung für die Beitragsfreiheit. Sie sollten daher alle Vorgaben lückenlos und in der richtigen Reihenfolge prüfen.

1. Prüfungsschritt: Steuerfreiheit

Zuschläge, die Mitarbeiter Ihres Unternehmens für die Arbeit an Feiertagen und Sonntagen oder nachts erhalten, sind nach § 3b EStG steuerfrei, wenn

  1. Sie den Zuschlag tatsächlich zahlen, und zwar zusätzlich zum Grundentgelt; die Barabgeltung von Freizeitansprüchen, Zuschlägen wegen Mehrarbeit oder wegen anderer Erschwernisse führt nicht zu steuerbegünstigten Zuschlägen.
  2. Sie die Zuschläge für tatsächlich geleistete Arbeit zahlen.
  3. Sie von einem Grundlohn in Höhe von maximal 50 € ausgehen. Eine wichtige Größe für die korrekte Abrechnung der Zuschläge ist der ihnen zugrunde liegende Grundlohn. Es handelt sich dabei um den auf eine Arbeitsstunde entfallenden Anspruch auf laufendes Arbeitsentgelt des jeweiligen Mitarbeiters. Damit die Zuschläge steuerfrei bleiben, dürfen Sie einen Grundlohn in Höhe von maximal 50 € pro Stunde ansetzen. Sie ermitteln für einen Mitarbeiter einen Grundlohn in Höhe von 60 €. Die Zuschläge für seine Arbeit an Feiertagen, Sonntagen und/oder nachts dürfen Sie aber dennoch nur aus 50 € ermitteln.
  4. Sie für die unterschiedlichen Zuschläge die Höchstgrenzen nach § 3b EStG beachten.

 

Steuerfreie Zuschläge: Das sind die Grenzen nach § 3b EStG

Sonn- und Feiertagszuschläge bleiben nur innerhalb folgender Grenzen steuerfrei:

  • für Arbeit am Sonntag (0.00–24.00 Uhr) 50 % des Grundlohns
  • für Arbeit am 31.12. (14.00–24.00 Uhr) und an gesetzlichen Feiertagen (0.00–24.00 Uhr) 125 % des Grundlohns
  • für Arbeit am 24.12. (14.00–24.00 Uhr) und am 25.12., am 26.12. sowie am 1.5. 150 % des Grundlohns

Achtung: Treffen Feiertags- und Sonntagsarbeit zusammen, können Sie nicht beide Zuschläge nebeneinander steuerfrei zahlen. Sie haben aber die Möglichkeit, den für den Arbeitnehmer günstigeren Zuschlag zu wählen.

Regelung für steuerfreie Zuschläge nicht vergessen!

Zuschläge für Sonn- und Feiertagsarbeit oder für Nachtarbeit können in Ihrem Unternehmen für jeden Mitarbeiter im Arbeitsvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung festgelegt sein.

Ist dies der Fall, haben Mitarbeiter, die die jeweiligen Voraussetzungen erfüllen, Anspruch auf die Zulagen. Erkundigen Sie sich, ob eine entsprechende Vereinbarung existiert. Enthält ein für Ihren Betrieb maßgeblicher Tarifvertrag allerdings Regelungen hierzu, sind Sie daran gebunden.

Achtung: Tarifvereinbarungen dürfen im Gegensatz zum Arbeitsvertrag oder einer Betriebsvereinbarung von den gesetzlichen Vorschriften abweichen. In diesem Fall sind nur die Zuschläge tatsächlich steuerfrei, die auch mit dem Gesetz übereinstimmen. Ist die tarifliche Vorschrift ungünstiger für den Mitarbeiter als die gesetzlichen Grenzen, gilt die Tarifvereinbarung.

Beispiel: Nach einem einschlägigen Tarifvertrag beginnt die Nachtarbeit um 19.00 Uhr und endet um 6.00 Uhr. Die tariflichen Zuschläge für die Nachtarbeit betragen durchgehend maximal 25 %.

Hier müssen Sie folgendermaßen vorgehen:

Der Zuschlag für die Stunde zwischen 19.00 und 20.00 Uhr ist nicht steuerfrei und zählt zum Arbeitslohn. Der Tarifvertrag ist für den Mitarbeiter günstiger als das Gesetz, deshalb gilt das Gesetz. Nach § 3b EStG beginnt die Nachtarbeit, in der steuerfreie Zuschläge gezahlt werden können, erst um 20.00 Uhr. Arbeitet der Mitarbeiter die ganze Nacht, darf er nach dem Gesetz für die Zeit zwischen 0.00 und 4.00 Uhr eigentlich einen Zuschlag in Höhe von 40 % verdienen.

Da der Tarifvertrag aber in diesem Fall ungünstiger für den Mitarbeiter ist, gilt der Tarifvertrag. Er sieht durchgehend nur 25 % vor, und deshalb sind auch für diese Zeit nur 25 % steuerfrei.

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