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Warengutschein statt Urlaubsgeld: Lohnsteuer wird trotzdem fällig

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Von Günter Stein,

Frage: Unsere Mitarbeiter haben künftig die Möglichkeit, sich das Urlaubsgeld in Form von Warengutscheinen auszahlen zu lassen.

Wenn sie sich dafür entscheiden: Kann das Urlaubsgeld dann als Sachlohn behandelt werden mit der Folge, dass den Mitarbeitern das Urlaubsgeld steuerfrei gewährt werden kann?

Antwort: Nein, das ist nicht zulässig. Auch ein Urlaubsgeld, das in Form von Warengutscheinen ausgezahlt wird, ist als Barlohn zu behandeln und damit in vollem Umfang steuerpflichtig. Das hat kürzlich erst der BFH entschieden (Urteil vom 6.3.2008, Az. VI R 6/05, veröffentlicht am 23.4.2008). Im Streitfall vereinbarten Arbeitgeber und Betriebsrat, dass das tarifvertraglich zustehende Urlaubsgeld von den Arbeitnehmern ganz oder teilweise als Warengutschrift in Anspruch genommen werden konnte. Entschied sich ein Mitarbeiter dafür, erhielt er anstelle der Geldzahlung eine Warengutschrift über den Betrag. Diese konnte bis zum jeweiligen Jahresende in allen Filialen des Arbeitgebers eingelöst werden; eine Barauszahlung war nicht möglich.

Begründung der BFH-Richter

Die BFH-Richter begründeten ihre Entscheidung damit, dass die Steuervorteile für den Sachlohn nicht für das Urlaubsgeld gelten, wenn es nach Wahl der Mitarbeiter als Geld oder Warengutschein ausgezahlt werden könne. Der besondere Steuervorteil für Sachbezüge setzt voraus, dass der Anspruch der Mitarbeiter von vornherein und ausschließlich auf Sachlohn gerichtet ist. Das war hier nicht der Fall.

Welche Besonderheiten beim Benzingutschein gelten

Zusatzfrage: Viele Mitarbeiter sind Pendler, die der starke Anstieg der Benzinkosten besonders hart trifft. Deshalb wollen wir unseren Mitarbeitern Benzingutscheine kostenlos zur Verfügung stellen. Worauf müssen wir dabei steuerlich achten?

Antwort: Angesichts stetig steigender Treibstoffpreise sind Benzingutscheine bei Mitarbeitern besonders beliebt. Das können Sie sich auch bei Gehaltsverhandlungen zunutze machen. Was Sie steuerlich jedoch dabei beachten müssen: Ein Benzingutschein im Wert von maximal 44 € pro Kalendermonat und Mitarbeiter bleibt lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei. Vorsicht: Der Gutschein darf keinen konkreten Euro-Betrag enthalten. Mit folgender Formulierung lässt sich diese Falle leicht umgehen:

Musterformulierung: „Gutschein für Herrn/Frau … über 25 Liter Benzin, einzulösen bei der Tankstelle xyz“

Praxis-Tipp: Ein geldwerter Vorteil aus dem Gutschein des Arbeitgebers, der bei einem Dritten (z. B. Tankstelle) einzulösen ist, fließt dem Mitarbeiter in dem Moment zu, in dem er den Gutschein von Ihnen erhält. Maßgebend für die 44- € -Freigrenze ist somit der Literpreis am Tag der Übergabe des Gutscheins. Spätere Preisänderungen sind unerheblich. Deshalb sollten Sie auch diesen Preis im Lohnkonto dokumentieren (z. B. durch eine schriftliche Bestätigung der Tankstelle), neben Kopien der ausgehändigten Gutscheine.

 

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