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Entgelterhöhungen gibt das Budget eines Unternehmens nicht immer her – zudem bleibt den Beschäftigten nach Abzug von Lohnsteuer und...

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„Was prüft die Rentenversicherung zur Künstlersozialabgabe“,

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Lohnsteuer Rentenversicherung Künstlersozialabgabe

Von Günter Stein,

möchte die Leserin wissen, der eine Betriebsprüfung ins Haus steht. Hier die Antwort:Diese Ausgaben sind abgabenpflichtigWichtig:Beispiel:

Ähnlich wie die übrige Sozialversicherung finanziert sich die Künstlersozialkasse gemeinsam durch die Versicherten und die Arbeitgeberseite. Die Kosten werden zum einen durch Beiträge der selbstständigen Künstler und Publizisten und zum anderen durch eine Künstlersozialabgabe gedeckt.

Die Betriebsprüfer der Deutschen Rentenversicherung prüfen die ordnungsgemäße Zahlung der Künstlersozialabgaben bei Unternehmen, die Arbeitnehmer beschäftigen. Künstlersozialabgaben zahlen Unternehmen, die durch den Einsatz ihrer Organisation, besonderer Strukturen oder speziellen Know-hows den Absatz künstlerischer Leistungen am Markt fördern oder ermöglichen.

Das sind zum Beispiel Unternehmen, die für ihr eigenes Unternehmen Aufträge zur Werbung oder Öffentlichkeitsarbeit erteilen. Also im Grunde alle. Denn welches Unternehmen lässt zum Beispiel seine Internetseite nicht von Externen erstellen?

Betriebsprüfung: Künstlersozialabgaben zahlen Sie aber nur dann, wenn Sie solche Aufträge „Nicht nur gelegentlich erteilen“.

In der Praxis kommt es häufig bei der Frage, ob künstlerische/publizistische Aufträge nur gelegentlich und damit abgabenfrei sind, zu unterschiedlichen Ansichten. Beispielsweise kann auch die indirekte Werbung zur Abgabenpflicht führen. Schon die Verdeutlichung eines positiven Images Ihrer Firma oder eines Produkts kann zur Verpflichtung zur Künstlersozialabgabe führen. Wie die eben erwähnte Gestaltung Ihres Internetauftritts.

Ein „nicht nur gelegentlicher Auftrag“ ist dabei sowohl vom Volumen als auch von der Häufigkeit der Aufträge abhängig. So kann durchaus ein einziger, aber recht umfangreicher Auftrag zur Abgabenpflicht führen. Aber auch mehrere Aufträge, deren einzelner Umfang geringfügig ist, können in ihrer Summe abgabenpflichtig sein. Beispielsweise führt eine einmalige Werbekampagne nicht zur Verpflichtung, Künstlersozialabgaben zu zahlen. Achten Sie aber darauf, dass die Maßnahmen nicht jährlich durchgeführt werden.

Diese Ausgaben sind abgabenpflichtig

Zur Berechnung der Künstlersozialabgabe sind alle Aufwendungen heranzuziehen, die Sie als Unternehmen erbringen, um das künstlerische/publizistische Werk oder die Leistung zu erhalten oder zu nutzen. Führen Sie deshalb genau Buch, wie viel Sie für jede einzelne Detailleistung aufwenden. So sind Sie für die Betriebsprüfung argumentativ gewappnet.

Wichtig:

Art und Form Ihres Aufwands sind unerheblich. Der Gesamtaufwand für die künstlerische/publizistische Leistung ist abgabenpflichtig. Unerheblich ist auch, ob der selbstständige Künstler oder Publizist der Versicherungspflicht in der Künstlersozialversicherung unterliegt, seine Tätigkeit haupt- oder nebenberuflich ausübt oder seinen ständigen Aufenthalt im Ausland hat oder im Ausland tätig ist.

Beispiel:

Ihr Unternehmen sitzt in Köln. Sie beauftragen die Werbeagentur Calori aus Mailand. Diese Werbeagentur vermittelt die Aufträge an den italienischen Künstler Giovanni Madonna, der ebenfalls in Mailand lebt. Zum einen entwirft der Künstler für die Agentur eine Werbekampagne, zum anderen tritt Giovanni Madonna in Köln bei verschiedenen Veranstaltungen auf.

Sie zahlen dem Unternehmen für die Werbekampagne ein Honorar von 18.000 €. Zusätzlich erhält der Künstler für jeden Auftritt eine Gage von 2.000 €. Die Gage zahlen Sie an den Manager des Künstlers.

Unabhängig davon, dass die Werbeagentur ihren Firmensitz in Italien hat und der Künstler seine Bezahlung über Dritte erhält, sind Ihre gesamten Aufwendungen bei der Künstlersozialkasse abgabenpflichtig.

Betriebsprüfung: Und was will der Betriebsprüfer sehen?

Als Auftraggeber sind Sie verpflichtet, alle Unterlagen über die Zahlung von Entgelten im Zusammenhang mit künstlerischen oder publizistischen Leistungen geordnet aufzubewahren und auf Verlangen vorzulegen. Der Umfang Ihrer Auskunftspflicht bezieht sich auf alle Unterlagen, die mit der künstlerischen/publizistischen Leistung im Zusammenhang stehen.

Dazu gehören:

  • Verträge oder Notizen mündlicher Vertragsabsprachen mit den Künstlern oder den beauftragten Unternehmen
  • Werkverträge
  • Arbeitnehmerüberlassungsverträge
  • Aussagen über die Art der künstlerischen/publizistischen Leistung
  • alle zum Rechnungswesen gehörenden Geschäftsbücher und sonstigen Unterlagen, die Eintragungen über künstlersozialabgabepflichtige Tatbestände enthalten können (dazu zählen auch Belege wie z. B. Quittungen, Rechnungen, Gutschriften)
  • Sach- und Personenkonten, Kostenrechnungen, Gewinn- und Verlustrechnungen bzw. Einnahmen-Überschuss-Rechnungen sowie Bilanzansätze einschließlich der dazugehörenden Belege
  • Name des Künstlers oder Publizisten
  • jedes an einen Künstler oder Publizisten gezahlte Entgelt (jede Zahlung ist fortlaufend tageweise aufzuzeichnen)
  • Entgeltunterlagen der angestellten Künstler oder Publizisten
  • listenmäßige Aufzeichnungen über Zahlungen je Auftragnehmer
  • Meldungen an andere Sozialversicherungsträger
  • Prüfberichte und Prüfungsmitteilungen der Finanzbehörden und Sozialversicherungsträger

 

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